Hi Maria
Vielleicht solltest Du den Artikel noch einmal lesen. Kurz nach dem 11.September hätte er eventuell noch verständlich gewirkt.
Doch das ganze erscheint mir sehr unglaubwürdig und höchst zweideutig. Manche könnten einen gewissen Antisemitismus herauslesen, auch wenn der Autor dies nicht beabsichtigt hat, wie andere Artikel von ihm belegen.
Nicht gerade schmeichelhafte Eigenschaften eines Protagonisten auf dessen jüdische Volkszugehörigkeit auszuweiten, finde ich mehr als problematisch und literarisch absolut unprofessionell.
Und das gerade bei einem Werk von Thomas Mann, dessen angesehene Frau bekanntlich jüdischer Herkunft war.
Aber auch sonst ist dieser Artikel verbrämt, mischt ungeniert heutigen Terrorismus mit damaligen Gegebenheiten und -ismen zusammen, interpretiert sie in Manns Figuren hinein, wogegen sich Thomas Mann natürlich (wie praktisch) nicht mehr wehren kann.
Wäre dieser Artikel eine literaturwissenschaftliche Doktorarbeit, fiele er rasselnd durch, da er jegliche sachliche Argumentation vermissen lässt.
Dem Autor des Artikels geht es nicht wirklich um Thomas Mann, sondern er biegt sich den Zauberberg politisch auf den 11.September zurecht.
Dir unterstelle ich natürlich nichts, hast ja den Artikel nicht geschrieben. Wie auch immer, ich freue mich, in Dir einen weiteren Thomas-Mann-Fan gefunden zu haben.
Bye, Evelyne