Hi ihr Lieben,
ich habe gerade so einen langen Text geschrieben und dann das Fenster versehentlich geschlossen, bevor ich ihn abgeschickt hatte.
Tja, was man nicht im Kopf hat, muss man eben in den Fingern haben ... oder so ähnlich ...

Also auf ein Neues.
@Georg: Wenn du es so aufgefasst hast, dass ich eine Expertin auf dem Gebiet "Motive der Göttlichen Komödie in der Literatur" bin, muss ich mich entschuldigen.

Um solche Motive zu entdecken, muss man die Komödie wohl schon kennen, und ich lese sie doch gerade zum ersten Mal.
Vielleicht hätte ich statt "wenn man sich mit Literatur beschäftigt" besser schreiben sollen "wenn man sich für Literatur interessiert und einen guten Deutschlehrer hatte". Dieser Deutschlehrer war nämlich ein Dante-Fan und hat uns öfters darauf hingewiesen, dass man dieses und jenes besser verstehen oder einordnen kann, wenn man die Commedia kennt. Hm, jetzt will ich es auch wieder ganz genau wissen ... ich werde schauen, ob ich die entsprechenden Querverweise in meinen alten Notizen noch finde.
Dann fällt mir zum Beispiel der Titel "Der erste Kreis der Hölle" (Alexander Solschenizyn) ein. Und ein weiterer Grund, warum ich so neugierig bin, ist mein Bruder: er ist momentan total auf dem Geheimbund- und Weltverschwörungstrip und liest alles, was er über die Illuminaten in die Finger bekommt - zum Beispiel auch, welche Gelehrten sie sich als Vorbilder erkoren haben und welche auf der Liste der Todfeinde standen. In diesem Zusammenhang fiel auch der Name "Dante" - ich nehme stark an, er fällt in die zweite Kategorie, aber auch das werde ich eruieren.
Natürlich sind die historischen Zusammenhänge sehr interessant, aber ich war im letzten Jahr in Florenz und dort ist Dante irgendwie immer noch gegenwärtig. Dem möchte ich einfach etwas nachspüren.
... und ich fahre (ganz was Neues

) Ende November für ein paar Tage nach Florenz!
Was mich etwas überrascht, dass ihr das Buch als überraschend leicht bezeichnet? Mir persönlich kommt es sehr schwer zu lesen vor und ich muss auch laufend Namen usw. im Lexikon oder Internet nachsehen.
Mit lesbar (nicht leicht) meinte ich die Sprache. Immerhin ist der Text ja vor rund 700 Jahren entstanden, und auch wenn die Übersetzung aus neuerer Zeit stammt, hatte ich bezüglich des Sprachverständnisses Schwierigeres befürchtet.
Wenn du soviele Namen nachschlägst, erhöht sich der Aufwand natürlich beträchtlich. Aber ich persönlich bin in den meisten Fällen mit dem zufrieden, was mein Kommentar hergibt. Das sind in der Regel zwischen ein und fünf Sätze pro Person, manchmal sogar weniger (z.B. werden Elektra & Co. schlicht zusammengefasst als
Gestalten aus der griechischen und trojanischen Sage). Bei manchen Figuren recherchiere ich vielleicht genauer nach, aber bei
allen wäre mir das fürs erste Lesen ehrlich gesagt zu ausufernd.
@Sandhofer: Der IV. Gesang hat bei mir ebenfalls einen eher schwachen Eindruck hinterlassen und ich weiß auch gar nicht so recht, was ich dazu schreiben soll.
Über die Bedeutung, die Dante den einzelnen Personen beimisst, habe ich mich allerdings auch gewundert - und dazu gleich eine Frage: hat es diese Aufstellung der "großen vier" schon vor der Divina Commedia gegeben?
Was Dante für einen Narren an Rahel gefressen hat, ist mir auch ein Rätsel. Aber wenn wir davon ausgehen, dass sie nicht zu diesen Figuren gehört, denen im Mittelalter einfach mehr Bedeutung beigemessen wurde, muss er sich doch etwas dabei gedacht haben, dass er sie so hervorhebt und im gleichen Atemzug mit der Muttergottes und seiner verklärten Beatrice nennt.

Der V. Gesang gibt meiner Meinung nach wieder allerhand Gesprächsstoff her ... wie weit seid ihr?
@nimue: Also,
diese Übersetzung würde mich auch krankmachen!
Das hat wohl kaum was mit "unintelligent" zu tun - sowas sickert vermutlich bei jedem, der im 20. Jh. geboren und an unsere moderne Sprache gewöhnt ist, um einiges langsamer durch.
Bis bald,
Bluebell