Autor Thema: Juni 2004: Charles Dickens - David Copperfield  (Gelesen 3945 mal)

Offline Dostoevskij

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Juni 2004 - Charles Dickens: David Copperfield
« Antwort #15 am: 9. August 2004, 20:35 »
Zitat von: elahub
Ihr werdet hier nichts mehr von mir lesen, außer, wenn sich doch noch eine Diskussion entwickeln sollte - jederzeit dann:)


Ich habe nun DC zu lesen begonnen und deine Postings eben nochmals durchgesehen. Insgesamt schon erstaunlich, wie duldsam Menschen doch sein konnten! Ich anstelle der Mutter oder Davids hätte ganz andere Sachen gemacht, als meinem Peiniger nur in die Hand gebissen. Mich regt die Lektüre an, bald mal eine Geschichte der Kindheit zu lesen, z.B. die von Philipp Aries. Soweit ich weiß, wurden Kindern damals eben nicht so angesehen wie heute, was zum Teil auch die Härten erklärt, die ihnen gegenüber zutage treten.

Ich bin zurzeit an der Stelle, wo Pegotty geheiratet hat und der gemeinsame Ausflug stattfand. Schon lustige Typen, die Dickens beschreibt, wie die neurotische Mrs Gummidge oder der nicht sonderliche gesprächige Mr Barkis.
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Offline Dostoevskij

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Juni 2004 - Charles Dickens: David Copperfield
« Antwort #16 am: 10. August 2004, 08:05 »
Moin, Moin!

Als die Verelendung der Wirtsleute Davids (Micawbers) geschildert wurde, wie sie nach und nach alles veräußern mußten und schließlich im Schuldgefängnis landeten, assoziierte ich beim Lesen ständig Harz IV (das war wie ein Klopfen im Kopf: Harz IV, Harz IV, Harz IV). Irgendwie kam mir das Ganze nicht mehr SO weit hergeholt vor, wie man manches aus damaligen Büchern vielleicht wahrnimmt.
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Offline elahub

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Juni 2004 - Charles Dickens: David Copperfield
« Antwort #17 am: 12. August 2004, 21:45 »
Hallo allerseits
Hallo Markus

Ich freue mich, dass Du Dich dem kleinen und größer werdenden David jetzt auch widmest und dass Dir das Buch auch scheinbar gefällt.

In den letzten Tagen habe ich wenig gelesen und seit mein Urlaub vorbei ist, habe ich auch leider nicht mehr soooo viel Zeit .. mit anderen Worten, ich bin auch noch dabei! - und kann mich nicht satt lesen.

Das Kapitel mit der wirtschaftlichen Verelendung der Micawbers hat mich sehr an die arme Gervaise von Emile Zola erinnert .... wenn Geld im Haus ist, wird gut gegessen, Lammkotelett und was dazu gehört, obwohl doch eigentlich Schulden zu bezahlen wären oder Anschaffungen gemacht werden müssten.
Trotzdem bringt Frau Micawber es fertig, sich seelenruhig (?) hinzusetzen und wie Gott in Frankreich zu speisen  ...  und das, obwohl sie absehen kann, dass am nächsten Tag wieder Not herrschen wird. Und dass zwei Tage später das Bett zum Pfandleiher gebracht werden muss.

Genauso war es bei Gervaise auch ... ich glaube, die Geschichte spielte auch in dem Zeitraum etwa ...

liebe Grüße allerseits

Daniela
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Offline Dostoevskij

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Juni 2004 - Charles Dickens: David Copperfield
« Antwort #18 am: 13. August 2004, 09:57 »
Moin, Moin!

Zitat von: elahub
Das Kapitel mit der wirtschaftlichen Verelendung der Micawbers hat mich sehr an die arme Gervaise von Emile Zola erinnert ....


Zolas Buch kenne ich leider nicht. Die melodramatischen Briefe Micawbers sind köstlich. Weil Dickens so ironisch (be)schreibt, ertappte ich mich dabei, die materielle Not der beiden nie richtig ernst zu nehmen, zumal die Gelage, die Micawbers immer wieder veranstalten, auch konträr zu ihrer Lage stehen.

Ich befinde mich im 41 Kapitel, wo David bei Doras Tanten zu Besucht weilt und sich gerade darüber freut, daß sie ihm die Erlaubnis erteilen, seine Geliebte zu besuchen, freilich unter den vier strengen Augen ihrer Tanten.
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