über die Neunte speziell sprach ich nicht.
Das habe ich auch nicht behauptet, eigentlich hätte mich nur interessiert welche Stellen Du speziell gemeint hast, außer der von Mecki erwähnten 8. Sinfonie, da kann ich das nachvollziehen, aber z.B. bei der Neunten überhaupt nicht.
Worte wie "dick" oder "schwülstig" sind ja nur Vehikel für etwas, was man mit Worten gar nicht ausdrücken kann.
???
Musik trifft in erster Linie das Gefühl oder weckt Emotionen in uns.
Das trifft m.M.n. nur auf einen Teil der Musik zu. Es gibt aber auch Musik die in erster Linie den Körper anspricht und wieder andere die in erster Linie den Verstand anspricht. Zur letzteren gehört m.M.n. Mahlers Sinfonien.
Was ich sagen will, ist, daß mir Mahlers Musik nicht so zusagt wie es bei anderen Leuten, bzw. Dir der Fall ist.
Hmm, für mich ist der Höhepunkt der sinfonischen Musik nciht Mahler, sondern Bruckner.
Wenn Mahler eine Modeerscheinung ist, dann hält diese Mode aber schon seit 1912 (Datum von Arnold Schönbergs in Prag gehaltener Mahler-Gedenkrede ein Jahr nach Mahlers Tod) mit steigender Tendenz an.
Diese steigende Tendenz findet momentan verstärkt statt, u. über die Gründe ließe sich spekulieren.
Mahlers Sinfonien formulieren mit einem großen Aufgebot, das aber m.M.n. eben nicht tonmalerischen Effekten sondern vielschichtigen Klangflächen dient, die Welt- und Lebensangst unserer Zeit und den Zweifel am Bestehenden. Folgerichtig findet er immer mehr Anhänger.
Schönbergs Rede endet mit den Worten (aus dem Gedächtnis zitiert): "Ich glaube fest und unerschütterlich daran, dass Gustav Mahler einer der größten Menschen und Künstler war, die je gelebt haben"
Dazu kann ich nichts sagen, solche Aussagen sind für mich auch wenig relevant, weil subjektiv, u. Subjektivität gestehe ich mir auch zu.
Ich habe Schönberg nicht zitiert, damit Du dich seiner Meinung anschließt, sondern um zu zeigen, ab wann Mahler in Mode kam. Zu seinen Lebzeiten, war Mahler zwar ein international anerkannter Operndirigent, aber als Komponist nicht sonderlich geschätzt und erst nach Schönbergs Gedenkrede zu Mahlers 1. Todestag hat sich das gewandelt.
P.s. Meine vorbeugende "Warnung" ("wobei mir bewußt ist, daß ich jetzt einige Leute vor den Kopf stoße") oben zeigt schon Wirkung!
Was aber soll Musik? Erfreuen! 
Mir hast Du nicht vor den Kopf gestoßen:
1. weil ich nicht erwarte, dass andere meinen Musikgeschmack teilen
2. weil ich auch lange gebraucht habe, bis ich einen Zugang zu Mahler gefunden habe.
Übrigens hat Mahler m.M.n. nicht komponiert, damit man sich an seiner Musik erfreut, was müßten das für Menschen sein, die sich an "Kindertotenlieder" erfreuen?
Gruß von Hubert