Autor Thema: Literaturverfilmungen  (Gelesen 24637 mal)

Offline Melan

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Literaturverfilmungen
« Antwort #15 am: 9. Juli 2004, 11:41 »
Mir fällt da spontan noch die Verfilmung von Arthur Schnitzlers "Traumnovelle" als "Eyes wide shut" von S. Kubrick, mit einem schrecklichen Tom Cruise und einer guten Nicole Kidman ein. Im grossen und ganzen bisher die einzige Verfilmung (vielleicht neben Herr der Ringe) die mich überzeugen konnte.

Offline sandhofer

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Verfilmungen
« Antwort #16 am: 25. Juli 2004, 18:40 »
Hallo zusammen!

Zitat von: JMaria
Persönlich sind mir Verfilmungen diverser Komödien (Oscar Wilde, Shakespeare, Theater: Goldoni, Aristophanes: Lysistrate usw.) lieber, da werde ich weniger enttäuscht, als wenn ich hohe Erwartungen in eine Verfilmung von Tragödien setze. Wie letztens die "Fabian" Verfilmung, den ich nicht zuende geschaut habe.

Vielleicht vergibt der Zuschauer eher "Fehler" wenn er amüsiert wird?  :rollen:

Eher nein. Aber Du vergleichst hier Theater mit Romanen. Ersteres ist von der Technik, der Kunst her dem Film doch nach wie vor sehr ähnlich. Romane hingegen arbeiten mit Techniken, über die ein Film nur unzureichend oder gar nicht verfügt. Insofern möchte ich behaupten, dass es gar keine guten Literaturverfilmungen gibt. Es mag gute Filme nach guten Büchern geben (meist sind es ja schlechte Filme nach schlechten Büchern ...), aber dann verlässt der Film die Vorlage meist in einem Ausmass, dass ich das Wort "Verfilmung" nicht mehr verwenden würde.

Das Gleiche gilt natürlich auch umgekehrt. Einen wirklich guten Film kann ich nicht als Roman wiedergeben.

Grüsse

Sandhofer
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Offline JMaria

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Re: Verfilmungen
« Antwort #17 am: 25. Juli 2004, 21:02 »
Zitat von: sandhofer
Eher nein. Aber Du vergleichst hier Theater mit Romanen. Ersteres ist von der Technik, der Kunst her dem Film doch nach wie vor sehr ähnlich. Romane hingegen arbeiten mit Techniken, über die ein Film nur unzureichend oder gar nicht verfügt. Insofern möchte ich behaupten, dass es gar keine guten Literaturverfilmungen gibt. Es mag gute Filme nach guten Büchern geben (meist sind es ja schlechte Filme nach schlechten Büchern ...), aber dann verlässt der Film die Vorlage meist in einem Ausmass, dass ich das Wort "Verfilmung" nicht mehr verwenden würde.

Das Gleiche gilt natürlich auch umgekehrt. Einen wirklich guten Film kann ich nicht als Roman wiedergeben.

Grüsse

Sandhofer


Hallo Sandhofer
jetzt wo du es erwähnst, fällt mir es auch auf, dass ich Theater und Roman in einen Topf werfe.  

Was hältst du von den ziemlich neuen Shakespeare Verfilmungen wie z.B.
Viel Lärm um Nichts oder Was ihr wollt. Falls du sie gesehen hast, heißt das.

Ich habe eine Schwäche für solche Verfilmungen.

LG Maria
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Offline sandhofer

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Re: Verfilmungen
« Antwort #18 am: 26. Juli 2004, 06:31 »
Hallo JMaria!

Zitat von: JMaria
Was hältst du von den ziemlich neuen Shakespeare Verfilmungen wie z.B.
Viel Lärm um Nichts oder Was ihr wollt. Falls du sie gesehen hast, heißt das.

Leider nicht. Mal schauen, ob ich mir irgendwo die DVD ausleihen kann. Die letzte Shakespeare-Verfilmung, an die ich mich noch erinnere, war wohl Polanskis Macbeth.

Grüsse

Sandhofer
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Offline Nightfever

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Literaturverfilmungen
« Antwort #19 am: 27. November 2004, 00:04 »
Mein Anspruch an eine gute Literaturverfilmung ist, dass die Botschaft / der Kern des Buches erhalten bleibt, der Film aber auch alleine stehen kann.

Von daher ist (lustigerweise) die beste mir bekannte "Literatur"verfilmung
Gone with the Wind mit Vivien Leigh als Scarlett O'Hara, Clark Gable als Rhett Butler, Olivia de Havilland als Melanie Hamilton; Regie: Victor Fleming, Drehbuch: Sidney Howard.

Ansonsten fällt mir noch ein:

The Quiet American (Graham Greene) mit Michael Caine, Brendan Fraser u.a. (2002)
The Quiet American (1958) mit Audie Murphy, Michael Redgrave, Claude Dauphin u.a.

Viele von Shakespeares Spielen sind ja verfilmt worden (The Tempest, A Midsummer Night's Dream...), am bekanntesten ist vermutlich
Romeo and Juliet mit Clare Danes, Leonardo DiCaprio
aber auch die Verfilmung von 1968 ist beeindruckend, mir gefiel sie fast besser als die neue. Und der Film war damals ein Sensationserfolg; der Regisseur Franco Zeffirelli hatte mit Leonard Whiting und Olivia Hussey zwei total unbekannte Schauspieler für die Hauptrollen ausgesucht.

Neulich habe ich festgestellt, dass es auch einen Schwarz-Weiß-Film zu Kabale und Liebe gibt, der hat mich aber nicht so vom Hocker gerissen.

Viel Erfolg mit der Datenbank wünscht
Nightfever
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Offline Georg

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Literaturverfilmungen
« Antwort #20 am: 29. November 2004, 00:35 »
Zitat von: Nightfever

Von daher ist (lustigerweise) die beste mir bekannte "Literatur"verfilmung
Gone with the Wind mit Vivien Leigh als Scarlett O'Hara, Clark Gable als Rhett Butler, Olivia de Havilland als Melanie Hamilton; Regie: Victor Fleming, Drehbuch: Sidney Howard.




Halllo nightfever,

"vom Winde verweht" hat mir auch sehr gut gefallen, nicht nur als Literaturverfilmung, sondern überhaupt als Film, - allerdings lustig fand ich den nicht.

Gruß

Georg

Offline Nightfever

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« Antwort #21 am: 29. November 2004, 19:50 »
Das "lustigerweise" bezog sich darauf, dass GWTW nicht unbedingt hohe Literatur ist, auch wenn ich das Buch sehr spannend finde.

Aber der Film ist wirklich an einigen Stellen sehr komisch, das habe ich erst gemerkt, als ich ihn im Kino gesehen habe - etwa die Stelle, wo Scarlett einen Heulanfall vortäuscht, um Ashley zur Mitarbeit in der Mühle zu bewegen, oder als sie nach der Nacht mit Rhett summend im Bett sitzt. Da musste ich einfach lachen!

LG
Nightfever
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Offline Georg

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« Antwort #22 am: 30. November 2004, 01:51 »
Zitat von: Nightfever
Das "lustigerweise" bezog sich darauf, dass GWTW nicht unbedingt hohe Literatur ist, auch wenn ich das Buch sehr spannend finde.

Aber der Film ist wirklich an einigen Stellen sehr komisch, das habe ich erst gemerkt, als ich ihn im Kino gesehen habe - etwa die Stelle, wo Scarlett einen Heulanfall vortäuscht, um Ashley zur Mitarbeit in der Mühle zu bewegen, oder als sie nach der Nacht mit Rhett summend im Bett sitzt. Da musste ich einfach lachen!

LG
Nightfever


Hallo Nightfever,

natürlich hast du recht, in dem Film gibt es auch Stellen zum lachen, das macht ja gerade einen guten Film aus, dass ein in der Grundstimmung ernster Film nicht gleich toternst daherkommt.

Was du mit hoher Literatur meinst, weiß ich zwar nicht, wenn du damit anspruchsvolle Literatur meinst, kann ich dir allerdings nicht zustimmen.  "Vom Winde verweht" ist imho anspruchsvolle Literatur, dass das nicht so wäre, haben Literaturkritiker in einer Zeit in die Welt gesetzt, als man noch der Meinung war, Frauen könnten keine anspruchsvolle Literatur schreiben.

LG

Georg

Offline Kratzbürste

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Literaturverfilmungen
« Antwort #23 am: 8. Dezember 2004, 10:29 »
An der Seite wird gerade noch fleißig herumgebastelt, oder? Weil hinter jedem Film der gleiche Link steckt ...

Bei den Klassikern (bzw. "Romantik & Liebe") vermisse ich noch die "Pride & Prejudice"-Verfilmung von 1995 (BBC) nach Jane Austen. Mit Jennifer Ehle und Colin Firth. Ist zwar kein Kinofilm und ist außerdem ein Mehrteiler - aber meiner Meinung nach kommt da so schnell nichts ran.
Und "Der Graf von Monte Christo" (1953) nach Alexandre Dumas mit Jean Marais. Für mich die beste "Monte Christo"-Verfilmung.
"Die Bartholomäusnacht" (1994) nach Alexandre Dumas.

Offline Friedrich-Arthur

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Literaturverfilmungen
« Antwort #24 am: 12. April 2005, 12:45 »
Günther Grass' "Blechtrommel" fand ich sehr schön verfilmt!

Auch Erich Kästners "Drei Männer im Schnee",
Alfred Döblins "Berlin Alexanderplatz" und
Stefan Zweigs "Schachnovelle" sind mir noch sehr positv in Erinnerung geblieben.

Die "Feuerzangenbowle" von Heinrich Spoerl in der Verfolmung mit Heinz Rühman ist wohl einer der Filmklassiker schlechthin.

Aber das sind nur einige Ergänzungen... FA
Daß man gegen seine Handlungen keine Feigheit begeht! daß man sie nicht hinterdrein im Stiche läßt! - Der Gewissensbiß ist unanständig.

Friedrich Nietzsche - Götzen-Dämmerung, Spruch 10

Offline Jaqui

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Literaturverfilmungen
« Antwort #25 am: 12. April 2005, 15:31 »
In der Auflistung war noch nicht dabei:

Kleist: der zerbrochene Krug und
Kafka: der Prozeß

Beide haben mir sehr gut gefallen, wobei Kleists Buch witzig verfilmt wurde und Kafkas Buch so wie es geschrieben ist, nämlich sehr ernst.

Katrin

Offline rezk

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filme
« Antwort #26 am: 13. April 2005, 21:34 »
Hallo,

im Allgemeinen bin ich Literaturverfilmungen eher abgeneigt. Gar nicht gefallen z.B hat mir die Verfilmung von Dostojewskijs Brüder Karamasoff mit der Schell als Gruschenka (obwohl sie m.M. als ziemlich einzigste ihre Rolle wirklich überzeugend gespielt hat), da einfach zu viel Gedanken D. verflacht worden sind. Bestes Beispiel: Iwan, der am Schluss doch noch seiner Philosophie abschwört.


Noch nicht in der Liste sind außerdem die Robert Walser Verfilmungen "Der Gehülfe", "Jakob von Gunten" und "Simon Tanner", von denen ich eigentlich positiv überrascht war.
"Es gibt ein Ziel, aber keinen Weg, was wir Weg nennen ist zögern" (F. Kafka)

Offline xenophanes

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Re: filme
« Antwort #27 am: 13. April 2005, 21:53 »
Zitat von: rezk
im Allgemeinen bin ich Literaturverfilmungen eher abgeneigt.


Sehe ich auch so. Zwei meiner Favoriten sind Fassbinders "Effi Briest" und Schlöndorffs "Zögling Törless".

CK

peregrina

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Literaturverfilmungen
« Antwort #28 am: 14. Oktober 2005, 00:10 »
Hallo,

für die Liste fällt mir Tucholskys "Schloss Gripsholm" ein.

Es gibt davon mehrere Verfilmungen. Ich habe die letzte gesehen (von 2000 oder 2001 - weiß nicht mehr genau), mit Ulrich Noethen und Heike Makatsch in den Hauptrollen. Ich finde, U.Noethen hat die Rolle des Tucholsky hervorragend gespielt - hat mir sehr gut gefallen.

Viele Grüße

Offline Gitta

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Re: Verfilmungen
« Antwort #29 am: 14. Oktober 2005, 16:34 »
Zitat von: sandhofer

Das Gleiche gilt natürlich auch umgekehrt. Einen wirklich guten Film kann ich nicht als Roman wiedergeben.

Als Ausnahme könnte man vielleicht gelten lassen: "Der dritte Mann" ("The Third Man") von Graham Greene. Ja, der Film mit der berühmten Zithermelodie. Greene schrieb zuerst das Drehbuch, dann nach diesem Drehbuch den Roman (eigentlich mehr eine Erzählung). Er widmete ihn seinem Freund, dem Regisseur Carol Reed.
Greene meinte jedoch im Vorwort dazu selbst: " 'Der dritte Mann' wurde nicht geschrieben, um gelesen, sondern um gesehen zu werden."

Den Film finde ich meisterlich (Orson Welles in der Hauptrolle), den Lesestoff gut und spannend.

Grüße,
Gitta
the show must go on. Queen