Autor Thema: Werkausgaben  (Gelesen 17469 mal)

Offline BigBen

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Antw:Werkausgaben
« Antwort #75 am: 10. Mai 2011, 07:57 »
"Wer mehr als 1 Dutzend 'Gesamtausgaben' besitzt, ist ein Charlatan ! - Oder aber : er hat sie nicht gelesen." (Arno Schmidt "Die Gelehrtenrepublik", BA I/2, S. 317)  :breitgrins:
"Es ist die Pflicht eines jeden, es auch auszusprechen, wenn er etwas als falsch erkennt." --- Stefan Heym (2001)

Offline klassikfreund

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Antw:Werkausgaben
« Antwort #76 am: 10. Mai 2011, 08:05 »
"Wer mehr als 1 Dutzend 'Gesamtausgaben' besitzt, ist ein Charlatan ! - Oder aber : er hat sie nicht gelesen." (Arno Schmidt "Die Gelehrtenrepublik", BA I/2, S. 317)  :breitgrins:

Er kannte sandhofer nicht  :breitgrins:

Gruß, Thomas

Offline BigBen

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Antw:Werkausgaben
« Antwort #77 am: 10. Mai 2011, 09:18 »
Das Zitat war auch selbstkritisch gemeint. In letzter Zeit Zeit sind die Werkausgaben schneller bei mir eingetrudelt, als ich lesen kann (z.B. Doyle, Ossietzky, Tucholsky, Bettina von Arnim, Grass, Herder [trudelt noch] ...).
"Es ist die Pflicht eines jeden, es auch auszusprechen, wenn er etwas als falsch erkennt." --- Stefan Heym (2001)

Offline sandhofer

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Antw:Werkausgaben
« Antwort #78 am: 10. Mai 2011, 13:05 »
"Wer mehr als 1 Dutzend 'Gesamtausgaben' besitzt, ist ein Charlatan ! - Oder aber : er hat sie nicht gelesen." (Arno Schmidt "Die Gelehrtenrepublik", BA I/2, S. 317)  :breitgrins:

Er kannte sandhofer nicht  :breitgrins: 

Der übrigens seinerseits einen Unterschied macht zwischen Werkausgaben, Gesamtausgaben und (historisch-)kritischen Ausgaben. Mengenlehre: Jede Gesamtausgabe ist eine Werkausgabe, nicht jede Werkausgabe aber eine Gesamtausgabe (Stichwort: "Ausgewählte Werke"). Kritische Ausgaben kann es auch zu Einzelwerken geben, und natürlich können sowohl Werk- wie Gesamtausgaben kritisch sein. (Und dann habe ich den Unterschied zwischen "Werken" und "Werken und Briefen" immer noch vernachlässigt.) So betrachtet, besitze ich sicher nicht ein Dutzend Gesamtausgaben.
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen

Offline Giesbert Damaschke

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Antw:Werkausgaben
« Antwort #79 am: 10. Mai 2011, 14:52 »
Irgendwo mokiert sich Adorno über die bürgerlichen Büchersammler (nicht: -leser), deren Bibliotheken vor Werk- und Gesamtausgaben wimmeln. Aber das Zitat finde ich jetzt gerade nicht, auch nicht in Adornos Gesammelten Werken in der Digitalen Bibliothek  ;-)
Giesbert Damaschke, München |  http://www.damaschke.de/

Offline Lost

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« Antwort #80 am: 10. Mai 2011, 15:32 »
"Wer mehr als 1 Dutzend 'Gesamtausgaben' besitzt, ist ein Charlatan ! - Oder aber : er hat sie nicht gelesen." (Arno Schmidt "Die Gelehrtenrepublik", BA I/2, S. 317)  :breitgrins:

Er kannte sandhofer nicht  :breitgrins: 

Der übrigens seinerseits einen Unterschied macht zwischen Werkausgaben, Gesamtausgaben und (historisch-)kritischen Ausgaben. Mengenlehre: Jede Gesamtausgabe ist eine Werkausgabe, nicht jede Werkausgabe aber eine Gesamtausgabe (Stichwort: "Ausgewählte Werke"). Kritische Ausgaben kann es auch zu Einzelwerken geben, und natürlich können sowohl Werk- wie Gesamtausgaben kritisch sein. (Und dann habe ich den Unterschied zwischen "Werken" und "Werken und Briefen" immer noch vernachlässigt.) So betrachtet, besitze ich sicher nicht ein Dutzend Gesamtausgaben.

Und selbst ein bürgerlicher Büchersammler kann vor den Gesamtausgaben für ein Dutzend Gesamtausgaben zurückschrecken.

Offline Sir Thomas

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« Antwort #81 am: 10. Mai 2011, 17:36 »
"Wer mehr als 1 Dutzend 'Gesamtausgaben' besitzt, ist ein Charlatan ! - Oder aber : er hat sie nicht gelesen." (Arno Schmidt "Die Gelehrtenrepublik", BA I/2, S. 317)  :breitgrins:

Glück gehabt, ich bin kein "Charlatan" ...  :smile:

Klassische Werk- oder Gesamtausgaben besitze ich nicht. Recht ordentlich sortiert bin ich in Sachen Thomas Mann, ansonsten besitze ich nur die (vermeintlich) wichtigsten Werke eines Autors/einer Autorin. Selbst die Zweitausendeins-Ausgabe des Geschichtswerks von Jacob Burckhardt (die auf dem Weg zu mir ist) ist keine vollständige Gesamtausgabe, wenn die Angaben bei amazon stimmen.

Welcher Autor rechtfertigt überhaupt in Euren Augen die Anschaffung des gesamten Werks? Schiller? Goethe? Shakespeare? Oder doch eher Thomas Mann?

LG

Tom


Offline Giesbert Damaschke

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Antw:Werkausgaben
« Antwort #82 am: 10. Mai 2011, 18:12 »
Schmidts "Scharlatan"-Diktum geht davon aus, dass man jedes Buch, das man besitzt, gefälligst auch gelesen haben muss. Das ist natürlich Quatsch. Gesamtausgaben werden sagenwirmal zu 30-50% gelesen, der Rest ist zum Nachschlagen da, wenn man's mal braucht.

Mitunter sind Gesamtausgaben der einzige Weg, an eine nennenswerte Werkauswahl zu kommen, etwa wenn der Autor mit Einzelbänden nicht mehr auf dem Buchmarkt vertreten ist und man antiquarisch günstig über eine Gesamt- oder doch recht vollständige Werkausgabe stolpert.
Giesbert Damaschke, München |  http://www.damaschke.de/

Offline Lost

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Antw:Werkausgaben
« Antwort #83 am: 10. Mai 2011, 18:38 »


Welcher Autor rechtfertigt überhaupt in Euren Augen die Anschaffung des gesamten Werks? Schiller? Goethe? Shakespeare? Oder doch eher Thomas Mann?

LG

Tom

Ich denke, Georg Büchner und Wolfgang Borchert waren meine ersten. Mittlerweile habe ich es auch zu einer GA von Goethe, Schiller, Heine, Wieland, Tucholsky gebracht, und falls ich Günter überlebe und nicht ganz debil und verarmen werde, na dann gibt es auch den vollständigen Grass, natürlich ;-), Brecht und Böll sind verschollen im Strudel meines Lebens.
Bei Thomas Mann werde ich jedenfalls nicht zu allem greifen, wobei ich versuchen werde die Tagebücher alle zu sammeln. Wir reden hier aber nur von Dichtern und Schriftstellern, die Denker und Täter lasse außen vor. Wenn ich es mir leisten will, dann bevorzuge ich kommentierte Ausgaben

Offline Harald

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Antw:Werkausgaben
« Antwort #84 am: 10. Mai 2011, 18:41 »

Zitat
"Wer mehr als 1 Dutzend 'Gesamtausgaben' besitzt, ist ein Charlatan ! - Oder aber : er hat sie nicht gelesen." (Arno Schmidt "Die Gelehrtenrepublik", BA I/2, S. 317)

Sagt Arno Schmidt auch, warum jemand ein Scharlatan ist, der seine 12+ Gesamtausgaben gelesen hat? Weil es ohne Hexerei in normalmenschlicher Lebenszeit nicht möglich ist, oder warum?

Ich werde meine Gesamtausgaben alle lesen! Wenn die Zeit reicht. :-) (Aktuell: Lessing.)

- Harald
Aktuell: Montaigne. G. E. Lessing. Dostojewski. Herman Melville.

Offline sandhofer

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Antw:Werkausgaben
« Antwort #85 am: 10. Mai 2011, 19:00 »
Selbst die Zweitausendeins-Ausgabe des Geschichtswerks von Jacob Burckhardt (die auf dem Weg zu mir ist) ist keine vollständige Gesamtausgabe, wenn die Angaben bei amazon stimmen.

Tun sie. Ausnahmsweise.

Welcher Autor rechtfertigt überhaupt in Euren Augen die Anschaffung des gesamten Werks? Schiller? Goethe? Shakespeare? Oder doch eher Thomas Mann?

Wie Giesbert gesagt hat, sind 30-50% einer Gesamtausgabe eh nur zum Nachschlagen da. (Und 30-50% des Gesamtwerkes eines Autors verdienen üblicherweise auch nicht, dass sie gelesen werden. Das gilt selbst für Goethe, Schiller oder Shakespeare.) Von daher: Alle 4. Und Homer. Und Sophokles.

Mitunter sind Gesamtausgaben der einzige Weg, an eine nennenswerte Werkauswahl zu kommen, etwa wenn der Autor mit Einzelbänden nicht mehr auf dem Buchmarkt vertreten ist und man antiquarisch günstig über eine Gesamt- oder doch recht vollständige Werkausgabe stolpert.

Ja. Insbesondere, weil das ausgehende 19. Jahrhundert noch an die Gesamtausgabe und deren Wert glaubte. (Woher sich auch Adornos Aussage erklären lässt.) Diese Ausgaben verstauben nun in den Antiquariaten.
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen