Hallo zusammen
Ich habe vor ein paar Tagen Orlando beendet. Ein guter, ja ein sehr guter Anfang. Der barocke Orlando in seiner Pubertät, in seiner Liebe zur rätselhaften Russin vermag zu faszinieren, und auch die Sprache - soweit sich das sagen lässt, wenn man eine Übersetzung liest - vermag zu tragen. Geschwungene Sätze, dem geschwungenen Barock adäquat. Doch dann wird Orlando Gesandter in Konstantinopel (warum und wozu eigentlich?) und ändert sein Geschlecht. Von da an plätschert die Geschichte recht ziel- und schwunglos vor sich hin. Ich gebe zu, ich habe Schlimmeres gelesen. Dennoch: Ich mochte The Waves, habe nach der relativen Enttäuschung von To the Lighthouse eine Woolf-Pause eingelegt. Und werde jetzt wohl den Schlusspunkt unter die Romancière setzen. Ihre Essays The Common Reader sind allerdings bestellt. Ein eigenes Zimmer hat mir nämlich durchaus gefallen.
Grüsse
sandhofer