Autor Thema: Thomas Mann  (Gelesen 25633 mal)

Heidi Hof

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Thomas Mann
« Antwort #30 am: 28. Februar 2005, 01:09 »
Hallo Leila

nur war das nie für die Öffentlichkeit gedacht :zwinker: ,
seine Rechtschreibung war auch unglaublich  :breitgrins: .

Schöne Woche
Heidi

Offline alpha

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Thomas Mann
« Antwort #31 am: 28. Februar 2005, 10:46 »
Hallo Leila Parker!
Ich kann dich beruhigen: Bei Thomas Mann kommt garantiert keinmal das Wort "f....." vor, in den Tagebüchern garantiert nicht und im restlichen Werk dürfte es auch nie aufgetaucht sein, soviel ICH mich erinnern kann! (Es sei denn, die Zensur von Peter de Mendelson hätte das Wort herausgestrichen, was möglich wäre, aber nach den späteren, unzensierten Tagebüchern, hätte Mann bestimmt ein "schöneres" Wort verwendet, auch in seinen Tagebüchern. Er wird ja nie vulgär, nur intim.
Die Verdauungsproblem, ja, die sind verhältnismässig ausführlich abgehandelt, ebenso wie seine Exzeme usw. Ich neheme an, dies war für ihn auch auf einer ähnlichen Ebene, es waren Dinge, die ihn beschäftigten.
Und was Heidi Hof schreibt, stimmt teilweise: Die Tagebücher wuden sicherlich nicht primär für die Öffentlichkeit geschrieben, das sieht man auch an dem Stil, aber andererseits war es ihm sehr wohl bewusst, dass alles, was er nicht eigenhändig verbrannte (und das war doch auch einiges) einmal gelesen werden würde. Übrigens: Die Rechtschreibung finde ich jetzt nicht sooo unglaublich, wenn man die Umstände unter denen er schrieb und die Rechtschreiberegeln berücksichtigt, die er als Knabe gelernt haben wird...
Es grüsst
alpha
Genug. Will sagen: zuviel und zu wenig. Entschuldigen Sie das Zuviel und nehmen Sie vorlieb mit dem zu wenig!

Thomas Mann

Offline Dostoevskij

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Relaunch
« Antwort #32 am: 28. Februar 2005, 21:19 »
Moin, Moin!

"Morgen startet die vom Fischer-Verlag initiierte http://www.thomasmann.de/">Webseite über Thomas Mann neu. Sie enthält Informationen zu Leben, Familie und  Werk, zur Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe, die  Auflistung der Forschungsliteratur der vergangenen Jahre,  eine Übersicht aller wichtigen Werkfiguren, Bild- und  Tondokumente, neue Beiträge aus der Thomas-Mann-Forschung  und Literaturkritik im Volltext; schließlich Terminübersichten aller  wichtigen Institutionen, die sich mit Thomas Mann beschäftigen." http://www.boersenblatt.net/sixcms/detail.php?id=82909&template=b2_tpl_home_detail">[X]
Keep reading, Markus Kolbeck
Leipziger Bücherlei http://www.buecherlei.de/

Offline Aisha

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Thomas Mann
« Antwort #33 am: 2. März 2005, 14:51 »
Hallo Heidi, hallo zusammen
Ichmuss gestehen, ich habe nicht alles gelesen, da mit der Zeit mir meine Antwort so unter den Nägeln brannte, dass ich nicht mehr an mich halten konnte.

Heidi, du sagst, Thomas Mann sei altmodisch, modern wäre er, wenn er vulgäres Vokabluar benutzen täte. Shakespeare benutzte die wohl vulgärste SPrache, die man sich denken kann, liest du Schlmuffskis Reisen, einen Barockroman, wirst du da von Frauen lesen, die dem armen Schelmuffski die Zuinge in den Hals steckten und dergleichen... sind die modern? Ich denke, du verwechselst da modern und ordinär etwas.

Auch bei der Thematik kann ich dir nicht ganz zustimmen. Sicher, Thomas Manns Werk ist in seinem Jahrhundert verwurzelt und vielesm was da ein Eklat war (z.b. die Scheidungen von Toni) sind heute normal. NIchtsdestotrotz spricht er Probleme an, die auch heute noch an der Tagesprdnung sind. Köigliche Hoheit zum Beispiel finde ihc alles andere als altmodisch, die Frau studiert, die Frau ist gebildet und hochnäsig und er unterwirft sich ihr fast. Was bitte schön passt da in die alte Zeit?

Du sagst weiter, Sekundärliteratur steuere die Gedanken einseitig. Dem muss ich bei weitem widersprechen. Ich habe zu einer Thematik zum Doktor Faustus 9 Ordner kopiert, ein halbes Büchergestell voll Bücher und es war sehr mehrdimensional. Sekundärliteratur kann neue Eindrücke geben, was du wirklich denkst, musst du rausfinden.

Offline Zola

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Thomas Mann
« Antwort #34 am: 2. März 2005, 16:54 »
Hallo zusammen,
Hallo Aisha,

volle Zustimmung. Dann wäre "Marquis de Sade" ja auch modern.
Ich habe gerade nachgeschaut, den gibt's (wohl aus Jugendschutzgründen) nicht beim Projekt Gutenberg.

Viele Grüße,
Zola

Offline sandhofer

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de Sade
« Antwort #35 am: 2. März 2005, 21:32 »
Hallo zusammen!

Zitat von: Zola
Dann wäre "Marquis de Sade" ja auch modern.

Ist er auch - allerdings anders, als das Wort gerade gemeint war ...

Zitat von: Zola
Ich habe gerade nachgeschaut, den gibt's (wohl aus Jugendschutzgründen) nicht beim Projekt Gutenberg.

Den Sacher-Masoch gibt's. Ich vermute also mal, es gibt keine gute, den Verjährungsfristen entlaufene Übersetzung ...

Grüsse

Sandhofer
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen

Heidi Hof

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Thomas Mann
« Antwort #36 am: 2. März 2005, 23:01 »
Hallo Aisha

ich schrieb: ... es scheint ... :grmpf:


Heidi

Offline Aisha

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Thomas Mann
« Antwort #37 am: 3. März 2005, 08:39 »
Hallo Heidi
NIcht gleich granteln, tut dir doch niemand was. Jeder sagt hier seine Meinung und die widersprechen sich manchmal, was aber durchaus legitim ist.

DU magst Thomas Mann und schreibst provokativ in die Runde, dann kommen eben auch Antworten. :) Selbst wenn du ihn nicht mögen tätest, was durchaus im Rahmen des Möglichen wäre ;), würde dir das niemand übel nehmen.

LIebe Grüsse
Aisha, die Thomas Mann sehr mag und trotzdem vieles an ihm "auszusetzen" weiss

Offline Zola

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Re: de Sade
« Antwort #38 am: 3. März 2005, 10:29 »
Zitat von: sandhofer

Zitat von: Zola
Ich habe gerade nachgeschaut, den gibt's (wohl aus Jugendschutzgründen) nicht beim Projekt Gutenberg.

Den Sacher-Masoch gibt's. Ich vermute also mal, es gibt keine gute, den Verjährungsfristen entlaufene Übersetzung ...


Hallo Sandhofer,

Sacher-Masoch beschreibt meines Wissens auch nicht detailliert sexuelle "Perversionen" und Massenvergewaltigungen (es sei denn du zählst auspeitschen oder Füße küssen schon zu ersterem).
Im Original Sades findest du in jeder zweiten Zeile ein "foutre" oder "baiser", auf Deutsch zu Recht (in diesen Zusammenhängen) mit dem F-Wort übersetzt.
Eine frei verfügbare Übersetzung von Sades Werken sollte es geben, da es  eine Ausgabe des Könemann-Verlags gab. Über die Qualität dieser Übersetzung kann ich allerdings nichts sagen.

Viele Grüße,
Zola

Offline sandhofer

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Re: de Sade
« Antwort #39 am: 3. März 2005, 12:19 »
Hallo zusammen!

Zitat von: Zola
Im Original Sades findest du in jeder zweiten Zeile ein "foutre" oder "baiser"

Jetzt übertreibst Du aber schon ein bisschen ...  :smile:

Grüsse

Sandhofer
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Offline Zola

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Thomas Mann
« Antwort #40 am: 3. März 2005, 13:23 »
Hallo Sandhofer,

okay, es ist jede vierte Zeile ;-)

hier ist der französische Originaltext:
http://desade.free.fr/juliette/juliette.htm

Du kannst ja mal nach entsprechenden Wörtern suchen, dann findest du die Passagen.

Viele Grüße,
Zola

Heidi Hof

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Thomas Mann
« Antwort #41 am: 3. März 2005, 14:17 »
Zitat von: Aisha
, die Thomas Mann sehr mag und trotzdem vieles an ihm "auszusetzen" weiss


Hallo Aisha

So richtig vom Hocker gehauen hat mich eigentlich nur "Der Zauberberg", obwohl ich jetzt noch zugeben muss, dass ich Doktor Faustus und die Joseph-Bände noch nicht gelesen habe.

Als Mensch schien er mir sehr egozentrisch, seine Tochter oder gar Frau hätte ich nicht sein mögen.

Grüße Heidi

Offline alpha

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Thomas Mann
« Antwort #42 am: 3. März 2005, 15:06 »
Hallo Heidi Hof,

Zitat
So richtig vom Hocker gehauen hat mich eigentlich nur "Der Zauberberg", obwohl ich jetzt noch zugeben muss, dass ich Doktor Faustus und die Joseph-Bände noch nicht gelesen habe.


Hmm, was hast du denn gelesen? - Wenn die Frage mir erlaubt ist. Gerade beim Zauberberg stellt es aber vielen Mann-Fans ab, da er stellenweise vielleicht etwas übertrieb und also gelegentliche Längen nicht vermeiden konnte. Die "Buddenbrooks" kennst du? - Finde ich persönlich wunderbar! Oder "Der Erwählte"? - Ein kleines Meisterwerk, meiner Meinung nach.

Wenn du von "Lotte in Weimar" "nicht vom Hocker gehauen" wurdest, dann könnte ich es noch verstehen, mag allerdings an mir liegen, dass ich diesen Goethe-Roman einfach nicht so mag. Die Lektüre der beiden von dir genannnten Werke kann ich dir nur empfehlen, sind eindrückliche Dokumente, würde ich fast sagen!

Was seine Egozentrizität anbelangt hast du ganz bestimmt recht.  (Da ich gerne kritisiere: Hast du ihn gekannt? - "schien er mir", klingt danach! - ohne dir unrecht tun zu wollen; wäre "scheint er mir gewesen zu sein" nicht die bessere Struktur? :zwinker: ) Allerdings muss gesagt sein, dass seine Frau und Erika (die eine Tochter), sich, soviel ich weiss, wenig beklagt haben, im Gegensatz zu Sohn Klaus, der es nicht so wahnsinnig schätzte, nach allem, was ich mitbekommen habe. Ich für mich muss zugeben: Die Egozentrizität Manns macht ihn mir noch sympathischer, als er mir ohnehin schon ist! - Zum Beispiel brauchte er immer, nicht nur ein von seiner Frau getrenntes Schlafzimmer, sondern auch noch ein eigenes Badezimmer, sowohl zu Hause als auch auf Reisen, sonst war er verstimmt. Dies ist nur ein kleines Detail, aber so bezeichnend, finde ich.
 
Es grüsst
alpha
Genug. Will sagen: zuviel und zu wenig. Entschuldigen Sie das Zuviel und nehmen Sie vorlieb mit dem zu wenig!

Thomas Mann

Heidi Hof

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Thomas Mann
« Antwort #43 am: 3. März 2005, 20:02 »
Hallo Zusammen

Na, das möchtet ihr gerne wissen, …
Gut, ich bin so frei und stelle hier meine Liste ein.
Begonnen hat alles mit dem „Zauberberg“, gelesen habe ich es das erste Mal 1994, und habe, wenn ich ehrlich bin viele Dialoge zwischen Hans und Settembrini, oder später zwischen Settembrini und Naphta nicht verstanden. Aber die Atmosphäre und die Personen haben mich wirklich vom Hocker gerissen, ich bin süchtig nach Davos. Dann habe ich den Film gesehen, gleich mehrmals, natürlich habe ich das Buch noch einmal verschlungen. Ach ja, vorher habe ich mich sehr ausführlich kundig gemacht, Jesuiten -Orden, „Es war einmal ein Zauberberg“ von G. Schwarzberg und eine Biographie gelesen, weiß den Titel nicht mehr.
Als ich mein Abi nachholte lasen wir im LK „Felix Krull“, die Sprache gefällt mir in jedem Werk, aber an diese Thematik „Der Zauberberg“ kommt kein Buch heran. Ich las „Thomas Mann, Deutscher und Weltbürger“, eine sehr gute Biographie.
Dann wollte ich mehr lesen, ich las also:
„Buddenbrooks“
„Der kleine Herr Friedemann“
„Tristan“
„Tonio Kröger“
„Der Tod in Venedig“
„Herr und Hund“
„Mario und der Zauberer“
„Lotte in Weimar“
und einiges vom Fischer Verlag zur Sonderausgabe

Tut mir leid, aber nichts kommt dem „Zauberberg“ nahe. Mit meiner Meinung, ich weiß, bin ich wohl alleine. Ich kenne einige Menschen, die die „Buddenbrooks“ als bestes Buch von ihm sehen. Für mich kaum nachvollziehbar, dass er explizit für dieses Buch den Nobelpreis erhielt.

Heidi

Ach ja, in die Tagebücher durfte ich ein wenig lesen (mein Deutschlehrer war so frei), die sind mir allerdings zu teuer, oder gibt es die mittlerweile auch schon preiswerter?

Offline Erika

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Mann
« Antwort #44 am: 3. März 2005, 21:21 »
Hallo Heidi,
von Thomas Mann kenne ich bisher nur "Lotte in Weimar" und "Tonio Kröger" . Letzteres als Lesung vom Meister höchstpersönlich. Ein Genuss!

Gruß
Erika

 :blume:
Wer Klugheit erwirbt, liebt das Leben und der Verständige findet Gutes.
Sprüche Salomo 19,8