Autor Thema: Theodor Fontane  (Gelesen 30930 mal)

Offline Steffi

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Re: Theodor Fontane
« Antwort #90 am: 18. September 2006, 09:00 »
Hallo FA,

leider kann ich dir mit Fontane-Verfilmungen nicht weiterhelfen.

Im Urlaub habe ich "Unwiederbringlich" gelesen, (Fontane ist bei mir immer Urlaubslektüre !) und es ist für mich einer der schönsten Romane bisher. Er schreibt in einer so traurigen Grundstimmung - es geht um das Scheitern einer langjährigen Ehe - und die Beziehungen der beiden Protagonisten Holk und Christine sind so genau und doch leicht wiedergegeben,dass es mir manchmal fast den Atem verschlug. Auch das ist sicher ein Buch, dass man erst mit einem gewissen Alter nachvollziehen kann, aber ich finde, es hat an Aktualität nichts, aber auch gar nichts verloren. Auf dem Buch hinten (TB insel) steht ein Zitat von Peter Demetz: "... Es ist das makellosteste Kunstwerk Fontanes."  Das trifft es genau.

Gruß von Steffi

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Offline Friedrich-Arthur

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Re: Theodor Fontane
« Antwort #91 am: 18. September 2006, 21:32 »
Danke Steffi!

Ich sehe schon, ich muss mir Unwiederbringlich besorgen und lesen...

Grüße, FA
Daß man gegen seine Handlungen keine Feigheit begeht! daß man sie nicht hinterdrein im Stiche läßt! - Der Gewissensbiß ist unanständig.

Friedrich Nietzsche - Götzen-Dämmerung, Spruch 10

Offline JMaria

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Re: Theodor Fontane - Unwiderbringlich
« Antwort #92 am: 19. September 2006, 10:40 »
Hallo Steffi, hallo FA

ich dachte mir dasselbe, nämlich dass ich unbedingt "Unwiderbringlich" lesen sollte.

Zitat
Auch das ist sicher ein Buch, dass man erst mit einem gewissen Alter nachvollziehen kann, aber ich finde, es hat an Aktualität nichts, aber auch gar nichts verloren. Auf dem Buch hinten (TB insel) steht ein Zitat von Peter Demetz: "... Es ist das makellosteste Kunstwerk Fontanes."  Das trifft es genau.

eine schöne Beurteilung.

Viele Grüsse
Maria
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Offline Steffi

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Re: Theodor Fontane
« Antwort #93 am: 22. September 2006, 10:15 »
Hallo ihr zwei !

Ja, lest es und berichtet ! Es hat allerdings schon einen traurigen Unterton - aber man sollte es allen scheidungswilligen Paaren geben. Es handelt eben auch von der Verantwortung, die man dem Partner gegenüber hat und um Entscheidungen, die eben "unwiederbringlich" sind. Man könnte es aber auch anders lesen, deshalb wäre ich über eure Meinungen sehr gespannt.

Gestern nahm ich in der Buchhandlung "Irrungen, Wirrungen" mit.  Habt ihr es schon gelesen ?

Gruß von Steffi

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Offline Friedrich-Arthur

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Re: Theodor Fontane
« Antwort #94 am: 29. September 2006, 22:18 »
Hallo zusammen!

Das Buch wird natürlich zum SUB kommen!

Aber erst gehts ins heimatliche Fontaneland...

Da bekommt man richtig Lust zu wandern!

Grüße, FA
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Offline Cosima

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Re: Theodor Fontane
« Antwort #95 am: 14. Oktober 2006, 08:11 »
Bei Fontane kann man echt keine einzelne Empfehlung abgeben, es gibt wohl kein Buch, das ich wirklich schlecht fand von ihm. Irgendwie traurig, habe ich schon alles gelesen, so bleibt mir wenig an totaler Neuentdeckung, aber auch jedes wieder Lesen birgt immer wieder neue Entdeckungen und die geniesse ich!

 :breitgrins:

Offline scheichsbeutel^

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Re: Theodor Fontane
« Antwort #96 am: 16. Oktober 2006, 11:27 »
Hallo!

Als großem Fontane-Liebhaber, der aber nichts weniger als mit den geographischen und kulturellen Besonderheiten Brandenburgs vertraut ist, stellt sich mir die Frage: Lohnen sich die Wanderungen auch für einen solch Unbedarften oder muss man mit den Gegebenheiten auf vertrautem Fuße stehen? Die schöne, 5bändige Inselausgabe steht als einzige der Fontanewerke unschuldig und unberührt auf dem Regal - und wenn sie auf einen Urlaub in besagter Mark warten muss - dann wartet sie möglicherweise ewig.

Grüße

s.

Offline sandhofer

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Re: Theodor Fontane
« Antwort #97 am: 16. Oktober 2006, 14:59 »
Hallo!

Als großem Fontane-Liebhaber, der aber nichts weniger als mit den geographischen und kulturellen Besonderheiten Brandenburgs vertraut ist, stellt sich mir die Frage: Lohnen sich die Wanderungen auch für einen solch Unbedarften oder muss man mit den Gegebenheiten auf vertrautem Fuße stehen?

Ich bin selber a) Fontane-Liebhaber und b) mit Brandenburg völlig unbekannt - die Wanderungen aber gehören zu meinen Lieblingen. Man kann also, finde ich, die Wanderungen lesen, ohne die Örtlichkeiten zu kennen.

Grüsse

Sandhofer
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen

Offline Jay

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Re: Theodor Fontane
« Antwort #98 am: 29. Oktober 2006, 16:32 »
Hallo!

Ich habe diesen Thread mit Interesse verfolgt. :-)
Das letzte Werk, dass ich von Fontane gelesen habe war "Irrungen, Wirrungen" anlässlich meiner Tätigkeit als Nachhilfelehrerin. Mein Schüler besucht die 13te Klasse des Gymnasiums, und wie viele von euch sicherlich wissen werden, ist unser lieber Fontane ein Kandidat, der mit bei der Abi-Abschlussprüfung in der ersten Reihe sitzen wird.
Ich war wirklich begeistert von dem Humor und der Tragik der Realität, die Fontane so genial verbrüdert, dass es eine Freude ist. Ich musste so oft lachen und am Ende sogar fast weinen und zwischendrinn hat man den Eindruck man sei die ganze Zeit mit dabei und man fühlt richtig mit den Charakteren.
"Irrungen und Wirrungen" setzt sich thematisch damit auseinander, inwiefern sich gesellschaftliche Normen und standesmäßige Herkunft auf das private Schicksal auswirken. Die Frage nach "wahren Werten" wird gestellt. Ist es wichtiger sich im Leben finanziell abzusichern, oder sollte man der Liebe und dem persönlichen Glück den Vorzug geben?
Diese Themen sind heute noch aktuell, wenn auch der Rahmen dieser Thematik ein leicht anderer geworden ist.
In "Irrungen und Wirrungen" gibt es kein Happy End. Genau wie es in der Realität meist der Fall ist, sind die Charaktere letztendlich zu schwach ihre Liebe, ihre Träume und ihre gefühlten Werte innerhalb der normativen Gesellschaft durchzusetzen.
Sie gehen Kompromisse ein. Krasse Kompromisse. Kompromisse zum heulen! Das Ende hat mir physisch weh getan, so oft ich auch zu Anfang des Romans lachen musste.

Jedenfalls bin ich seit lesen dieses Romans ein Fontane-Fan. Ich habe zwar damals "Effi Briest" gelesen, doch da wo die Erinnerungen im Gehirnchen abgespeichert werden, scheint sich unter "Effi Briest" die Hauptsynapse ausgeschaltet zu haben.  :redface: >>>>wird aufgefrisch<<<<

Ich habe mir vor kurzem ein sehr vielversprechendes biographisch-anthologisches Buch über Fontane zugelegt. (Bin aus Zeitgründen noch nicht zur Lektüre gekommen)
Es heißt: ["Erschrecken sie nicht, ich bin es selbst" - Erinnerungen an Theodor Fontane] Herausgegeben von Wolfgang Rasch und Christine Hehle Aufbau Taschenbuch Verlag
ISBN-10: 3-7466-2231-X
ISBN-13:978-3-7466-2231-6

Zitat
Klappentext: Die einzigartige Sammlung vermittelt ein plastisches Bild von Fontanes Alltag in der Potsdamer Straße 134c mit obligatem Spaziergang, familiärer Geselligkeit und der alles dominierenden Arbeit am berühmt gewordenen Schreibtisch.
"Der komisch-hintergründige Titel garantiert Lesevergnügen"(Berliner Morgenpost)
"50 Erinnerungstexte lassen die Lebensluft verspüren, die um ihn war" (Die Zeit)

Als Fontanes Welt längst untergegangen war, erinnerten sich viele seiner mit Enthusiasmus, ja Liebe und Zärtlichkeit. Wer das Glück hatte, ihm zu begegnen,spürte seine moralische Integrität und war beeindruckt von der geistigen Unabhängigkeit dieser Persönlichkeit. Stets blieb ein charakeristisches Detail, eine komische oder rührende Szene, eine humoristische Wendung, eine einladende Geste im Gedächtnis. Seinem Charme vermochte sich keiner zu entziehen. Verleger, Redakteure und Theaterleute kommen ebenso zu Wort wie die Söhne Theodor und Friedrich und Schwester Elise. Neben den engsten Freunden bekunden die Vertreter der älterern und jüngeren Schriftstellergeneration ihre Liebe und ihren Respekt.
Die aufwendige Recherche der Herausgeber hat sich gelohnt. Entstanden ist ein Lese- und Lebensbuch, dem eine echt Fontanesche Sentenz als Motto dienen könnte: "Die Höhrer wollen gar nichts schweres; sie wollen gut unterhalten sein."

Vielleicht mag ja jemand mitlesen  :smile:

Liebe Grüße
Jay
« Letzte Änderung: 29. Oktober 2006, 16:34 von Jay »
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Offline Zola

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Re: Theodor Fontane
« Antwort #99 am: 30. Oktober 2006, 09:24 »
Hallo,

Bei Fontane kann man echt keine einzelne Empfehlung abgeben, es gibt wohl kein Buch, das ich wirklich schlecht fand von ihm.

Stimmt, auch die weniger bekannten Sachen sind sehr gut (habe letzte Woche die "Poggenpuhls" gelesen). Im Gegensatz zu Dir habe ich aber noch nicht alle seine Romane und Erzählungen gelesen, da habe ich noch einiges vor mir  :zwinker:.

Viele Grüße,
Zola

Offline scheichsbeutel^

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Re: Theodor Fontane
« Antwort #100 am: 30. Oktober 2006, 13:59 »
Hallo!

Ich bin selber a) Fontane-Liebhaber und b) mit Brandenburg völlig unbekannt - die Wanderungen aber gehören zu meinen Lieblingen. Man kann also, finde ich, die Wanderungen lesen, ohne die Örtlichkeiten zu kennen.

Vielen Dank, das hör ich ausnehmend gern! Bedeutet das doch die Vorfreude auf weitere 5 Bände Lesegenuss. Ich hoffe nur, dass Fontane nicht allzu ausführlich bei der Schilderung von Kunst- und Kulturschätzen verfährt, in dieser Hinsicht kann man mich mengenmäßig sehr leicht erschlagen. Da geht's mir wie bei Museumsbesuchen: Nach dem dritten Exponat ist mein Arbeistsspeicher voll. Ich verwundere mich oft über professionelle Ausstellungsbesucher, die hunderte Kunstwerke in einigen Stunden "abarbeiten". Für mich, abgesehen von ehebaldigst schmerzenden Füßen, ein Ding der Unmöglichkeit. Canetti meinte einmal, dass der Mensch mit einigen wenigen Gemälden in seinem Leben das Auslangen finde. Ich scheine in diese Kategorie zu gehören.

Grüße

s.

Offline Friedrich-Arthur

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Re: Theodor Fontane
« Antwort #101 am: 5. April 2007, 21:41 »
Bin über Ostern weg ins Fontaneland, wenn auch nicht mit dem Schiff, sondern über die Autobahn...

Frohe Ostern, gutes Wetter und literarische Mußestunden wünscht euch FA
Daß man gegen seine Handlungen keine Feigheit begeht! daß man sie nicht hinterdrein im Stiche läßt! - Der Gewissensbiß ist unanständig.

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Offline JMaria

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Re: Theodor Fontane
« Antwort #102 am: 9. April 2007, 10:48 »
Bin über Ostern weg ins Fontaneland, wenn auch nicht mit dem Schiff, sondern über die Autobahn...

Frohe Ostern, gutes Wetter und literarische Mußestunden wünscht euch FA

Hallo Friedrich-Arthur,
schönen Urlaub im Fontaneland *hinterher_wink*

Viele Grüße
Maria
Aktuell:

Offline Friedrich-Arthur

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Re: Theodor Fontane
« Antwort #103 am: 12. Mai 2007, 17:35 »
Ich möchte gern auch auf den Fontane-Ordner im Literatur-Café hinweisen.

Grüße und schönes Wochenende,

FA
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Offline Friedrich-Arthur

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Re: Theodor Fontane
« Antwort #104 am: 13. April 2008, 23:00 »
Fontanefreundinnen und Fontanefreunde, vergesst den schönen und großen Fontane-Ordner im Literaturcafé, es gibt ihn nicht mehr, da das Forum nicht mehr existiert.

Ich hatte mir während meines Kurzurlaubs "Irrungen, Wirrungen" gekauft und auch gleich verschlungen. Verglichen mit Theodor Storms "Aquis submersus" ist die Geschichte weniger düster, aber anklagend ist auch sie. Wo das gesellschaftliche Ansehen, der gesellschaftliche Status, der Wille der Familie und das Geld fordern, muss echte Liebe bezahlen. Wo der Mann nicht manns genug zu seiner Liebe zu stehen, muss er sich denn anderweitig verkuppeln lassen. Jedenfalls auch dieser Berlin-Roman Fontanes konnte mich begeistern. Immer mal wieder ein Buch von Fontane lesen, das nehme ich mir vor. "Unwiederbringlich" muss ich mir noch besorgen, "Effi Briest" habe ich mir besorgt und muss es nur noch lesen. Und von Walter Aue gibt es auch wieder ein neues Buch...

Grüße, FA
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