Autor Thema: Thomas Bernhard: Heldenplatz  (Gelesen 6724 mal)

Offline lebenszeichen

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Thomas Bernhard: Heldenplatz
« Antwort #15 am: 26. Februar 2006, 22:48 »
an einer bernhardleserunde würde auch ich mich beteiligen, "heldenplatz" ist mir einmal in einem vortrag über theaterskandale vorgestellt worden und seither regt der herr mein interesse an...
spring ihr doch nach! aber du hast angst, das glas zwischen dir und den anderen könnte zerbrechen. du hältst die welt für eine schaufensterauslage.

Offline Knabe

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Thomas Bernhard: Heldenplatz
« Antwort #16 am: 27. Februar 2006, 14:56 »
Heldenplatz hab ich gerade vor kurzem gelesen, in letzter Zeit lese ich auch viel zu viel Bernhard
Besser waere es sicher, Bernhards Dramen im Theater anzusehen, nicht zu lesen, aber auch das Lesen von Heldenplatz hat mich wieder begeistert, ich liebe diese alltaeglichen, ruhigen Szenen, und die langen Monologe
Mein Gott, ich hab so oft gelacht

und man kann richtig erkennen, wie sehr er Oesterreich gehasst und geliebt hat, vor allem in dieser Passage sieht man seinen Wut:

Zitat
Das Wort Sozialismus ist in meinen Ohren schon längst
ein widerwärtiges Schimpfwort
vor dem ich genauso Angst habe wie vor dem Wort Nationalsozialismus
alle diese Parteien
aber im Grunde alle Österreicher zusammen
sind heute die Totengräber ihres Landes
alles hier ist der Niedrigkeit ausgeliefert
und erstickt an jedem Tag in Gemeinheit und Heuchelei
Aber ich bin alt und habe keine Lust mehr
mich irgendwo einzumischen
es hätte ja auch keinen Sinn
wo alles nach Auflösung stinkt
und wo alles nach Zertrümmerung schreit
ist die Stimme des einzelnen zwecklos geworden


Jetzt lese ich Das Kalkwerk... ich wuerde mich fuer eine Leserunde fuer Thomas Bernhards "AMRAS" und "FROST" anmelden.
Auch bei Heldenplatz wuerde ich gerne mitlesen und vielleicht meine Meinung dazu sagen, wenn ich kann...

Offline ThomasBernhard

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Thomas Bernhard: Heldenplatz
« Antwort #17 am: 27. Februar 2006, 16:53 »
Hoho, das Kalkerk... empfand ich als meine bisher quälendste, unangenehmste Bernhard-Lektüre. Mal sehen, was Du davon hälst, ich werde nochmal ein bisschen Querlesen darin.

Heldenplatz habe ich gestern fertiggelsen, gibt wohl für eine "gemeinsame Lektüre" nicht viel her..?

Werde dann jetzt JA und GEHEN lesen. (weiß noch nicht, in welcher Reihenfolge)

Offline Stoerte

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Thomas Bernhard: Heldenplatz
« Antwort #18 am: 27. Februar 2006, 17:20 »
In Der Untergeher hetzt er, bzw der Protagonist auch gegen den Sozialismus. "Und diese überall sich breit machende neue Geschmacklosigkeit, dachte ich, die totale Proletarisierung selbst unserer schönsten Gasthäuser, dachte ich, schreitet weiter fort. Kein Wort ist mir eckelhafter geworden als das Wort Sozialismus, wenn ich denke, was aus diesem Begriff gemacht worden ist." (Der Untergeher, SZ-Bibliothek, S. 42)
Da Bernhard wohl früher kurzzeitig für eine sozialistische Tageszeitung schrieb, seine Opa auch einmal anarchistischen Träumereien nachhing, könnte da auch so etwas wie Desillusionierung oder Enttäuschung aus ihm sprechen. Vielleicht.

Letzt den Wahnsinnigen im Fernsehen (Aufnahme vom Burgtheater) gesehen, da kamen durch die Inszenierung noch zwei drei gleichsam musikalische Elemente hinzu. War nicht schlecht, auch wenn ich ja noch mehr Fan seiner Prosa bin. Denke beim Heldenplatz ist vor allem der anschwellende Jubel meist ein garantierter Lacher.

Ja! hab ich hier auch rumliegen (gibt's derzeit als gebundene Jubiläums - oder so - Ausgabe) , wollte ich demnächst lesen.

Offline mombour

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Thomas Bernhard: Heldenplatz
« Antwort #19 am: 27. Februar 2006, 18:02 »
Hallo,

ich habe gerade mit Begeisterung "Wittgensteins Neffe" gelesen und schließe mich einer Leserunde zu "Heldenplatz" an.
Würde mich freuen, wenn wir später auch mal ein Prosawerk gemeinsam lesen.

Liebe Grüße
mombour

Offline Manjula

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Thomas Bernhard: Heldenplatz
« Antwort #20 am: 28. Februar 2006, 08:46 »
Hallo,

ich melde auch mal grundsätzliches Interesse an. Von Bernhard kenne ich noch gar nichts, da wäre ein Einstieg über eine Leserunde sicher leichter  :smile:

Wie sieht es denn vom Termin her bei Euch aus?

Liebe Grüße
Manjula
"Kunst soll keine Schulaufgabe und Mühseligkeit sein, keine Beschäftigung contre cœur, sondern sie will und soll Freude bereiten, unterhalten und beleben, und auf wen ein Werk diese Wirkung nicht übt, der soll es liegen lassen und sich zu andrem wenden."