Die ersten 5 Kapitel habe ich durch.
Dieses Buch ist nach Felix Krull, den ich in den 70ern gelesen habe, erst das zweite Buch von Thomas Mann, das ich lese. Was mir vom Felix noch im Kopf war, und natürlich ab Satz eins wieder auffällt, ist der typische Stil mit den unendlich langen Sätzen, die starke Konzentration beim Lesen verlangen. Keine geeignete Bettlektüre also.
Zeitblom beschreibt, mit diversen Abschweifungen, die Kindheitswelt Adrians, die teilweise mit seiner eigenen übereinstimmt. Wichtig ist - außer den Eltern - vor allem die Magd Hanne, die mit den Kindern zusammen Kanons singt und sie damit unbewusst in die Welt der "imitatorischen Polyphonie des 15. Jahrhunderts" (Kap.4) einführt.
An die Naziherrschaft und damit an die Bedingungen unter denen Zeitblom schreibt, wird durch Einschübe immer wieder erinnert.
Probleme bereitet mir bei der Lektüre, dass mir der Erzähler Zeitblom zutiefst unsympathisch ist. Im "wirklichen Leben" würde ich um so einen Typen einen weiten Bogen machen, und ich weiß nicht, wie lange ich ihn im Buch ertragen werde. Aber vielleicht legt sich ja meine Abneigung mit der Zeit.
Zu den Namen: "lever" ist auf schwedisch die Präsenzform des Verbes "leben", ergäbe also "er lebt kühn", was ja durchaus Sinn ergeben könnte.
Bei Zeitblom bin ich mir da unsicherer. "Blomma" bedeutet, wiederum auf schwedisch, "Blume", kommt häufig in Nachnamen vor und wird da zu "blom" (Kalle Blomkvist = Blumenzweig lässt grüßen). Das ergäbe also "Zeitblume", aber was man damit anfangen soll weiß ich auch nicht.
Außerdem: sprach Mann eine der skandinavischen Sprachen?
Grüße,
Saltanah