Hallo zusammen!
Um doch auch noch auf die ursprüngliche Frage zu antworten:
Beim neuerlichen Lesen von T.Manns Doktor Faustus beschäftigt mich wieder die Frage, inwiefern sich Hochliteraten mit der Parapsychologie beschäftigt haben.
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Dieses Thema scheint ein zentrales Grundmotiv der Anspruchsvollen Literatur zu sein und mich würde interessieren, was Ihr dazu gelesen habt.
Ich nehme mal an, dass auch die eigene Einstellung und Erwartungshaltung eine Rolle spielt. Mir persönlich sind jetzt diese Motive nie derart ins Auge gefallen, dass ich von einem "zentralen Grundmotiv" sprechen würde.
Das Interesse mancher Autoren für Parapsychologie bestätigt meiner Meinung nach nur, dass viele Schriftsteller nur etwas von Literaturproduktion verstehen, aber ansonsten ebenso für Blödsinn anfällig sind, wie Normalsterbliche
Die Tatsache, dass ein Schriftsteller bei der Schilderung einer Gesellschaft z.B. auch parapsychologische "Experimente" schildert, heisst weder, dass er nun selber daran glaubt, noch, dass er diese Schilderungen nur aus Berechnung (nämlich mit der Sensationsgeilheit des Publikums) gibt. Mit derselben Logik müsste Döblin dann ein Kleinkrimineller gewesen sein, weil er in
Berlin Alexanderplatz das Leben eines solchen beschreibt. Bzw. die Mentalität eines Bild-Reporters gehabt haben.
Gerade Th. Mann z.B. hat mir durchaus das Gefühl vermittelt, die spiritistischen Séancen eher ironisch-kritisch zu betrachten; auch und gerade, weil er vermittelt, dass die betroffenen Personen dem Phänomen recht hilflos gegenüberstehen.
Natürlich gibt es Autoren - der wohl bekannteste: Sir Arthur Conan Doyle; aber auch der späte Karl May entwickelte eine persönlich Form davon -, die "echte Spiritisten" waren. Die aber gehören eigentlich nicht dem Segment der anspruchsvollen Literatur an.
Grüsse
Sandhofer