Hi all, hallo Sandhofer
Ich dachte mir, dass Du Meyrink nicht wirklich kennst. Der Zugang ist schwierig, aber er lohnt sich. Die erste Seite eines Buches sagt noch nicht viel aus. Auch T.Manns Anfänge sind oft schwach.
Meyrink ähnelt kein bisschen Poe oder Hoffmann, von denen ich ebenfalls viel gelesen habe, sondern Meyrink gehört eindeutig in die moderne Pioniergeneration von Joyce & Co.
Eigentlich hatte ich mir eine echte Werkanalyse erhofft, doch Dein Urteil beruht auf einer einzigen Seite, na ja. Vielleicht reicht das für Dich. Ich persönlich würde bei einer so kurzen Lektüre nicht gleich den Stab über den Autor brechen, vor allem, wenn er literaturwissenschaftlich gesehen durchaus in die oberen Ränge gezählt wird.
Aber über Geschmack lässt sich nun mal nicht streiten (und wenn ja, würde ich es nicht anstreben), jedem das seine!

Und man kann ja wirklich nicht alles lesen, da bevorzugt man eben bestimmte Bücher und verwirft andere aus diesen und jenen Auswahlgründen. Ich persönlich bin mit den Jahren vorsichtiger geworden und urteile nicht mehr zu vorschnell, lese vor allem zuerst die Primärliteratur, bevor ich mich der dazugehörigen Sekundärliteratur zuwende, sonst verstellt die Sekundärliteratur m.M.n. eher den Zugang.
Ich finde toll, dass Du so ehrlich bist, hättest ja auch so tun können, als ob Du wirklich über Meyrink Bescheid weisst.
Wenn Meyrink und meine Interpretation nicht Dein Fall ist, finde ich das vollkommen okay!
