Ist Eco mit seinem "Im Namen der Rose" quasi zum "Must-Read-Autor" mutiert?
Ja.
Leider.
Und mit dem nächsten gleich wieder rausgeflogen
. Den Namen der Rose fand ich seinerzeit auch klasse. Aber halt nur einmal, eine Zweitlektüre hält der Text nicht aus. Und beim Pendel hat mich seine offensichtliche Beschreibungsunfähigkeit so genervt, dass ich nach 200 Seiten oder so abgebrochen und beschlossen habe, von ihm nur noch, wenn überhaupt, Theorie zu lesen. Prosa kann er einfach nicht.
Ich mochte und mag das
Pendel, muss ich sagen. Gerade seine Fabulierkunst gefällt mir, da es ja in weiten Strecken des Romans nicht um den Plot direkt geht, sondern ewig alles mögliche erzählt wird. Meine Lektüre ist schon einige Jahre her, aber gerade seine Beschreibungen der Umbanda- und Candomblé-Riten sind mir bis heute lebhaft in Erinnerung.
@Lost: Ich weiß nicht, ist auch ein bisschen einseitig, wenn man sagt dass die Kulturbetriebsmenschen mit bestimmten Thematiken nicht auseinandergesetzt haben oder? Ich denke mal das sind Menschen wie alle anderen und ein paar haben sich damit beschäftigt und ein paar nicht, egal aus welchem Bereich sie kommen. Grundsätzlich zielt Eco mMn darauf ab die Romane auf zwei Ebenen lesbar zu machen (typisch Postmoderne, auch Pynchon macht das), nämlich einerseits für die "Normalbevölkerung", die einen unterhaltsamen Roman lesen will und dann für die stärker Interessierten, die auch die Details der Romane aufnehmen und durchdenken wollen. Sprich: Diejenigen, die den ganzen
Namen der Rose gelesen haben und diejenigen, die zwischendurch immer einige Seiten überblättert haben, aber endlich wissen wollten wer nun der Mörder ist.

Manchmal klappt es für die Unterhaltungsleser besser, manchmal schlechter...
An sich kann ich mir kaum vorstellen, dass die Frage ob Aristoteles eine Poetik über die Komödie geschrieben hat und ob Jesus pro oder contra das Lachen war, mehr Assoziationen und Begeisterungsstürme auslöst als der dämonische Geist der
Protokolle der Weisen von Zion, der immer wieder durch die Geschichte zieht. Schließlich haben schon extrem viele Leute was von den
Protokollen gehört, jeder davon weiß, dass es mit Antisemitismus zu tun hat, aber mehr ist meistens auch nicht bekannt. Ich denke das kann schon eine gewisse Neugier auslösen, die über "Ah, das Mittelalter" bei der
Rose hinausgeht.