Hallo miteinander,
Wer ist dabei?
Ich wäre dabei. Diese Übersetzung wollte ich mir ohnehin irgendwann einmal kaufen.

Ist das die, wo nur die "echten" Geschichten drin sind?
Welche Geschichten "echt" und "unecht" sind, kann man schwer sagen, weil es sich um Volksliteratur handelt. Die Erzählungen aus 1001 Nacht sind in verschiedenen (oft unvollständigen) Handschriften überliefert, die von ganz unterschiedlichen Schreibern und aus verschiedenen Jahrhunderten stammen. Claudia Ott hat eine Handschrift aus dem 15. Jh. übersetzt, die wohl die älteste überlieferte arabische Handschrift ist, wenn man von einigen noch älteren Fragmenten absieht. Diese Handschrift enthält allerdings nur die ersten 282 Nächte. Wenn ich das richtig im Kopf habe, hat auch schon Galland diesen arabischen Text für seine Übersetzung benutzt.
Das Problem bei den Erzählungen aus 1001 Nacht ist eben, daß es nicht
den arabischen Text gibt, sondern viele unterschiedliche, aus denen man dann unterschiedliche Versionen (re)konstruieren kann.
In der Handschrift aus dem Besitz der Lady Wortley Montague sind beispielsweise viele derb-obszöne Geschichten enthalten, die in anderen Handschriften fehlen. Auf deutsch kann man sie in der Übersetzung von Felix Tauer lesen (in zwei Bänden bei Insel erschienen).
Die letzten 117 Nächte aus der erstmals 1825 erschienenen deutschen Übersetzung von Habicht/v. d. Hagen/Schall hat Habicht (er war der einzige Orientalist unter den drei Übersetzern) aus einem tunesischen Manuskript übersetzt, von dem er dann auch eine arabische Edition veröffentlicht hat. Die anderen Nächte dieser deutschen Übersetzung beruhen allerdings auf älteren europäischen Übersetzungen (hauptsächlich auf Gauttier).
Empfehlenswert ist, sich die englische Burton-Übersetzung aus dem Web herunterzuladen (Project Gutenberg), die enthält nämlich auch viele interessante Anmerkungen, u. a. eine Tabelle, in der aufgelistet ist, welche Erzählungen in welchen (damals bekannten) Handschriften und Übersetzungen (darunter auch deutschen) vorkommen.
Auch die deutsche Übersetzung von Habicht/v. d. Hagen/Schall gibt's im Netz (URL habe ich gerade nicht parat), leider in neue Rechtschreibung umgewandelt, was nicht sehr sorgfältig geschehen ist, aber zum Vergleichen und für eine Volltextsuche trotzdem sehr hilfreich. Im Druck ist diese Ausgabe meines Wissens zuletzt 1926 in einer zwölfbändigen Ausgabe im Hendel-Verlag erschienen, elf Bände dieser Ausgabe habe ich vor einiger Zeit für gut 25 Euro bei Ebay ersteigert und dann noch den fehlenden Band günstig via ZVAB dazugekauft.

Schöne Grüße,
Wolf