Autor Thema: Uwe Johnson  (Gelesen 9139 mal)

Offline crunchyrocks

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Re: Uwe Johnson: Jahrestage
« Antwort #30 am: 5. Februar 2009, 04:02 »
Die Jahrestage sind überhaupt ein auf große Quellen- und Archivarbeit fußende Arbeit und einige Erzählstränge kommen mir journalistisch vor, oder sind sogar Kurzübersetzungen von journalistischen Beiträgen, besonders der alten Tante Times. Das kam in den Mutmassungen so nicht vor. Da wurde eben viel mehr gemutmasst.

troll

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Re: Uwe Johnson
« Antwort #31 am: 14. Dezember 2009, 18:42 »
"mutmaßungen über jakob" hielt ich damals als eines der unverständlichsten bücher wo gibt. ich wollte daher einmal fragen, ob es beispielsweise auch hierzu irgendwelche materialenbände gibt.

mfg lüds

Offline Dostoevskij

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Antw:Uwe Johnson
« Antwort #32 am: 25. Januar 2012, 18:51 »
Moin, Moin!

Ich lese zurzeit zwei Briefwechsel Uwe Johnsons; daraus einige Sentenzen:

Bei der Aussicht, Sie und Marianne wieder zu sehen, melde ich gehorsamst das Auftreten einiger Vorfreude. (Uwe Johnson an Max Frisch, 10.8.1971)

Um nicht ungerecht zu sein, muß ich beifügen, daß die Frage, wie es mir gehe, beim Mittagessen gestellt worden ist; ich sagte Gut! (Max Frisch an Uwe Johnson, 17.5.1971)

Wie sich Uwe Johnson gegenüber Max Frisch lustig macht über Siegfried Unselds Pose des am hartnäckigsten Arbeitenden, wie er immer wieder bei Johnson mit der Frage nachhakt: "Sag, Uwe, arbeitest du auch?" Übrigens gerade die Geburtsstunde des "suhrkamp taschenbuch"; alles sehr interessant.

"Ohnehin stehe ich zu meinem Unglück im Rufe der Arroganz". (Uwe Johnson an Max Frisch, 9.1.1971)

Editionsschelte. (Fritz J. Raddatz an Uwe Johnson, 23.6.1977)

Es verzwirnen sich da, wie so oft im Leben, ganz viele Kausalitäten... (Fritz J. Raddatz an Uwe Johnson, 22.4.1977)

Was der Mensch, so Raddatz, doch eigentlich wolle, sei ein Haus an der Nordsee mit Blick auf die Alpen.

Selbst ein Korb von Ihnen ist mir noch angenehm, Sie entwickeln offenbar meine masochistischen Instinkte. (Fritz J. Raddatz ab Uwe Johnson, 22.4.1977)

Das Vergleichwort Mafia für Praktiken innerhalb der Gruppe 47 erledigt sich durch mangelnde Kenntnis der Mafia. (Uwe Johnson an Fritz J. Raddatz, 17.2.1977)

Liebes Fritzchen, wenn man Ihnen die klösterliche Abgeschiedenheit glauben soll, dürfen Sie Ihre Postkarten nicht in München aufgeben. (Uwe Johnson an Fritz J. Raddatz, 17.7.1996)

Fernmund ( = Telefon) [Fritz J. Raddatz an Uwe Johnson, Juli 1972]

... daß ich hier mit krachender Haut an meinem handlungsstarken Lyrikband zu sitzen habe. (Uwe Johnson an Fritz J Raddatz, 30.6.1967)

Danke für die Uebersendung der Mayerschen Kommentare ["Zur deutschen Literatur der Zeit"]. Die Typographie wirkt solide und appetitlich, wenn ich das sagen darf. (Uwe Johnson an Fritz J Raddatz, 21.3.1967)

Running Gag im Hause Johnson: die ständige Suche nach dem Korkenzieher. Im Gegensatz dazu sucht Raddaz andauernd nach seinem Zigarrenabschneider.
Keep reading, Markus Kolbeck
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