Moin, Moin!
Ich
lese zurzeit zwei Briefwechsel Uwe Johnsons; daraus einige Sentenzen:
Bei der Aussicht, Sie und Marianne wieder zu sehen, melde ich gehorsamst das Auftreten einiger Vorfreude. (Uwe Johnson an Max Frisch, 10.8.1971)
Um nicht ungerecht zu sein, muß ich beifügen, daß die Frage, wie es mir gehe, beim Mittagessen gestellt worden ist; ich sagte Gut! (Max Frisch an Uwe Johnson, 17.5.1971)
Wie sich Uwe Johnson gegenüber Max Frisch lustig macht über Siegfried Unselds Pose des am hartnäckigsten Arbeitenden, wie er immer wieder bei Johnson mit der Frage nachhakt: "Sag, Uwe, arbeitest du auch?" Übrigens gerade die Geburtsstunde des "suhrkamp taschenbuch"; alles sehr interessant.
"Ohnehin stehe ich zu meinem Unglück im Rufe der Arroganz". (Uwe Johnson an Max Frisch, 9.1.1971)
Editionsschelte. (Fritz J. Raddatz an Uwe Johnson, 23.6.1977)
Es verzwirnen sich da, wie so oft im Leben, ganz viele Kausalitäten... (Fritz J. Raddatz an Uwe Johnson, 22.4.1977)
Was der Mensch, so Raddatz, doch eigentlich wolle, sei ein Haus an der Nordsee mit Blick auf die Alpen.
Selbst ein Korb von Ihnen ist mir noch angenehm, Sie entwickeln offenbar meine masochistischen Instinkte. (Fritz J. Raddatz ab Uwe Johnson, 22.4.1977)
Das Vergleichwort Mafia für Praktiken innerhalb der Gruppe 47 erledigt sich durch mangelnde Kenntnis der Mafia. (Uwe Johnson an Fritz J. Raddatz, 17.2.1977)
Liebes Fritzchen, wenn man Ihnen die klösterliche Abgeschiedenheit glauben soll, dürfen Sie Ihre Postkarten nicht in München aufgeben. (Uwe Johnson an Fritz J. Raddatz, 17.7.1996)
Fernmund ( = Telefon) [Fritz J. Raddatz an Uwe Johnson, Juli 1972]
... daß ich hier mit krachender Haut an meinem handlungsstarken Lyrikband zu sitzen habe. (Uwe Johnson an Fritz J Raddatz, 30.6.1967)
Danke für die Uebersendung der Mayerschen Kommentare ["Zur deutschen Literatur der Zeit"]. Die Typographie wirkt solide und appetitlich, wenn ich das sagen darf. (Uwe Johnson an Fritz J Raddatz, 21.3.1967)
Running Gag im Hause Johnson: die ständige Suche nach dem Korkenzieher. Im Gegensatz dazu sucht Raddaz andauernd nach seinem Zigarrenabschneider.