ich hab auch bereits angefangen und bin auf Seite 73 (Fischer-TB: Verbrechen und Strafe) oder man kann auch sagen 1. Teil Ende IV.Kapitel.
Meine ersten Eindrücke:
Ich war vom Erzählstil des Schriftstellers bis jetzt auch angenehm überrascht. Ich kann mir sehr gut vorstellen wie Rodja (sein Kosename) die Straßen entlang läuft, vertieft die K-Brücke überquert. Hungrig, verzweifelt.
Gleich auf der ersten Seite wird angedeutet, wie er in dieses Fahrwasser kam.
Erst schämte er sich, weil er die Miete nicht bezahlen kann und mied die Begegnung mit seiner Hauswirtin, dann aber wird er immer gereizter und angespannter und meidet nun auch allgemein die Menschen. Wenn es mal bergab geht, dann rapide.
Rodja wird ja von seinen ehemaligen Kommilitonen "irgendwie hochmütig, stolz und verschlossen, auf sie herabsehend" beurteilt. So, daß er wenig Kontakte geschlossen hat. Nur zu Rasumichin. Ich frage mich warum er nicht wie dieser Freund irgendeine Arbeit annimmt und dann weiterstudiert. Dieser hat es ihm ja vorgemacht, dass es auch so geht. Mit Disziplin und eisernen Willen. Hier scheint mir Rodja noch nicht reif für die Arbeitswelt, ein Träumer?
Er kann auch nicht mit Geld umgehen, das wenige dass er von der Pfandleiherin bekam hat er unbedacht für Bier ausgegeben, der Familie Marmeladow etwas aufs Fenstersims gelegt und dem Polizisten einige Kopeken für die Droschke gegeben um das Mädchen heimzuschaffen.
Hier sieht man die andere Seite von ihm: eine "gute" und mitfühlende Seite.
Irgendwie stelle ich mir die russische Seele so vor, wie in den wenigen Seiten bisher beschrieben: leidenschaftlich, dramatisch, einsam, unergründlich.
Irgendwie kommen bisher die Männer schlecht weg, oder ?
Ist bereits auffallend, du hast recht. Auf jeden Fall haben diese Frauen Geld/Erspartes. Die Mutter die Pension, die Schwester arbeitete als Gouvernante, Die Vermieterin hat Mieteinnahmen, die Pfandleiherin. Die Köchin der Vermieterin hat Mitleid mit ihm und sorgt sich wenigsten noch um ihn.
Und wie Dostojewski schildert, wie Raskolnikow besessen von der Idee ist, die Pfandleiherin umzubringen - da wurde es mir eiskalt. Eigentlich habe ich doch das Gefühl, er hätte im Grunde Moral und Anstand, da bin ich gespannt, wie er vor sich einen Mord rechtfertigt.
da bin ich auch schon gespannt. Im Herzen hat er es ja bereits beschlossen. Der Brief seiner Mutter könnte seinen Wahn wieder zum Ausbruch bringen.
Viele Grüße
Maria
Gruß von
Steffi[/quote]