Hallo!
Nun zum japanischen Regisseur Akira Kurosawa, einem der international bedeutensten seiner Zunft.
Ich habe bereits zwei Shakespeare-Adaptionen von ihm kennengelernt (weiß aber nicht, ob es noch andere gibt), nämlich:
Kumonosu jo (1957):
Eine Macbeth-Verfilmung, wirkt filmtechnisch recht altmodisch, ein japanischer Macbeth ist für unsereins erstmal gewöhnungsbedürftig. Aber der Film hat mich überzeugen können, nicht 100%ig, da ist doch das ein oder andere vom inhaltlichen Gewicht des Shakespeare-Originals verlorengegangen, dennoch: sehenswert!
Vielleicht sogar besser als die Polanski-Verfilmung von Macbeth, der fehlen die "inneren Dimensionen", wirkt recht blaß im Vergleich zu dem, was möglich wäre.
Ran (1985):
Kurosawas bitter-pessimistisches letztes Werk, eine geniale (! - ich sage das nicht häufig zu Filmen) King-Lear-Filmfassung mit all der Tragik und Tiefe, geht unter die Haut und bis auf den archetypischen Grund der Figuren.
Vieles ist an die japanische Kultur angepaßt, z.B. sind die Erben keine drei Töchter, sondern drei Söhne, auch der historische Hintergrund ist japanisiert, die Gesten der Schauspieler wohl (ich kenne mich da nicht aus) wie im japanischen Theater.
Fazit: Ein Film-Kunstwerk, eine symthese europäischer und asiatischer Kultur.
Viele Grüße,
Pius.