Komisch, dass Kurosawa Akiras (um den Namen mal in japanischer Reihenfolge zu nennen) Film "Dodes Kaden" nie genannt und nie gezeigt wird. Es ist ein irgendwie an Thornton Wilder erinnernder, von der Theaterbühnen-Atmosphäre her entfernt mit "Dogville" vergleichbarer sehr sehr früher Farbfilm. Und Akira Kurosawa nutzt das Farbmedium bis zur filmtechnischen Grenze aus. Sehr strange, experimental, eigenständig, wie alle Kurosawa-Filme, geht in eine ähnliche Richtung wie "Dreams", ist aber künstlerisch viel authentischer. Und - tieftraurig.
Ach sieh an, das lese ich gerade bei Wikipedia: "Mit seinem ersten Farbfilm Dodeskaden fiel Kurosawa in eine tiefe Krise, da er sich vom Publikum missverstanden fühlte, das diesen Film als zu pessimistisch und fast surreal ablehnte. Diese Krise führte zu einem Selbstmordversuch (22. Dezember 1971)."
Ein streunender Hund ("Stray Dog") wird auch viel zu selten genannt nach meinem Geschmack. Genau so ökonomisch und existentialistisch-elegant wie "Dodes Kaden", allerdings viel älter und also in schlauem Schwarz-Weiß. Wie hieß denn noch mal Kurosawas Lieblingsschauspieler, mit dem er sich dann verkracht hat? Der spielt auch in "Stray Dog" die Hauptrolle. Und ist ganz ungeheuer schick und brütend ernst.