Autor Thema: Siegfried Lenz  (Gelesen 20397 mal)

Offline JMaria

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Re: Siegfried Lenz
« Antwort #15 am: 6. Januar 2006, 15:31 »
Zitat von: Friedrich-Arthur
Also auch Lehmanns Erzählungen... Nein besser bei einem der vier Bücher bleiben, da Zola diese schon hat und ich sie mir eh besorgen müsste. Wir können uns eines der vier aussuchen, ich würde aber Zola den Vortritt und die Wahl lassen und zwar im Ordner Buchvorschläge. Mich interessiert Lenz sehr stark, ich würde alle Bücher gern lesen. Die Wahl auf eines der vier Bücher zu beschränken, finde ich ratsam, denn wir sollten schon mindestens drei Leser(innen) sein, die die Leserunde beginnen... Was hältst du davon? Grüße, FA


Hallo Friedrich-Arthur

Da habe ich mich ungenau ausgedrückt, passiert mir öfters.
Ich habe 'Lehmanns Erzählungen' nicht erwähnt, um sie auf die Leseliste zu nehmen, sondern wollte auf mein voriges Posting ergänzend erwähnen, dass ich 'Lehmanns Erzählungen' reingeschoben habe.

Fazit, kurz gesagt: Köstlich!

Ansonsten schließe ich mich Zolas Vorschlag an. Wie du, müßte ich mir sowieso das Buch erst besorgen. Das geht aber klar, weil mich Siegfried Lenz und seine Romane interessieren.

Weißt du zufällig ob es eine Biographie oder eine Rororo-Monographie über ihn gibt?

derzeit lese ich 'Ludmilla, Erzählungen'. Habe aber erst angefangen mit der ersten Erzählung und kann noch nicht soviel berichten.

Viele Grüße
Maria
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Offline JMaria

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Re: Siegfried Lenz
« Antwort #16 am: 6. Januar 2006, 19:54 »
Zitat von: JMaria
 derzeit lese ich 'Ludmilla, Erzählungen'. Habe aber erst angefangen mit der ersten Erzählung und kann noch nicht soviel berichten.

 


Hallo zusammen,
bin nun etwas weiter gekommen mit den obigen Erzählungen. 'Ludmilla' ist eine traurige Erzählung, die auf unser Verhalten zu Finanzen/Finanzamt hinweist. Tja, Finanzen absetzen ist nicht alles im Leben. Eine weitere Erzählung "Ein geretteter Abend" ist Marcel Reich-Ranicki gewidmet. Es ist voller Augenzwinker  über Literatur, Welt, Aquarium und dem Großen Zackenbarsch  :breitgrins:

Herrlich!

soweit erstmal.

Gruß
Maria
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Offline JMaria

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Re: Siegfried Lenz
« Antwort #17 am: 12. März 2006, 12:27 »
Hallo zusammen,

das Radioprogramm läuft zum 80. Geburtstag Siegfried Lenz so richtig an, u.a. heute (12.03.06) abend um 20 Uhr (bis 22 Uhr) auf NDR Kultur ein Feature über den Autor:

Quelle: NDR Kultur
12. 3. 2006 | 20:00 Uhr | ndr kultur, Feature

"Ein geretteter Abend. Siegfried Lenz als Rundfunkautor"

Von Hanjo Kesting

Lenz war ein Rundfunkautor beinahe der ersten Stunde, als die Briten daran gingen, den Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR) aufzubauen. Lenz war damals ein junger, früh erfolgreicher Autor.

Geboren 1926 in Lyck, Ostpreußen, für einige Monate Marinesoldat in Hitlers Krieg, danach in englischer Kriegsgefangenschaft, hatte er in Hamburg Philosophie, Anglistik und Literatur studiert, als Autor und Redakteur für die Zeitung "Die Welt" gearbeitet und kam, nach dem Debüt mit dem Roman "Es waren Habichte in der Luft", als freier Autor fast zwangsläufig zum Rundfunk.

Er schrieb Hörspiele (darunter "klassische" Werke des Genres wie "Das schönste Fest der Welt" und "Zeit der Schuldlosen"), drei Dutzend Features (darunter Meisterstücke wie "Der Hafen ist voller Geheimnisse"), er schrieb Essays und Buchkritiken und las immer wieder im Radio aus neuen Romanen und Erzählungen vor.

Zum 80. Geburtstag erscheint eine zweiteilige, insgesamt auf rund 50 Stunden angelegte "Siegfried Lenz-Höredition" mit Arbeiten aus den NDR-Archiven.

Einen Streifzug durch das Hör-Werk von Siegfried Lenz präsentiert Hanjo Kesting heute im Sonntags-studio auf NDR Kultur. (© ndr kultur)

Gruß
Maria
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Re: Siegfried Lenz
« Antwort #18 am: 15. März 2006, 15:04 »
Hallo zusammen,

anlässlich seines 80. Geburtstag ist auch ein neuer Erzählband erschienen, mit 150 seiner Erzählungen:

http://www.libri.de/shop/action/productDetails?artiId=5188190&nav=7
 
Die vorliegende Ausgabe mit mehr als 150 Geschichten versammelt erstmals sämtliche Erzählungen von Siegfried Lenz.

ISBN: 3455042856

Gruß
Maria
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Re: Siegfried Lenz
« Antwort #19 am: 16. März 2006, 18:12 »
Hallo zusammen,

ich habe mir den Erzählband, die Jubiläumsausgabe heute gekauft. Ein toller Wälzer von über 1500 Seiten. Von den 150 Erzählungen, die darin enthalten sind, sind 50 noch nicht in Buchform veröffentlicht worden. Sie erschienen in den letzten Jahrzehnten in Zeitungen. Ein sehr schönes Vorwort von M. Reich-Ranicki ist enthalten.

Es gab im Gondrom einen schönen Geburtstagstisch mit Siegfried Lenz Bücher. Das lob ich mir.  :bang:

Viele Grüße
Maria
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Offline Friedrich-Arthur

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Re: Siegfried Lenz
« Antwort #20 am: 16. März 2006, 22:01 »
Maria, du lässt ja nicht locker und lockst gleich noch mit einer neuen Perle. Ach ja, Lenz' Erzählungen... seufz... Aber jetzt sind erst einmal die frühen Romane, einschließlich "Stadtgespräch" bestellt, Ende März kann ich sie abholen...

Hier noch ein (leider recht langer) Link (ich weiß immer noch nicht, wie man das eleganter gestalten kann):

http://www.faz.net/s/Rub1DA1FB848C1E44858CB87A0FE6AD1B68/Doc~EE159EE038D9C4FBE8441827EFD54AE49~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Grüße, FA
Daß man gegen seine Handlungen keine Feigheit begeht! daß man sie nicht hinterdrein im Stiche läßt! - Der Gewissensbiß ist unanständig.

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Offline JMaria

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Re: Siegfried Lenz
« Antwort #21 am: 16. März 2006, 22:08 »
Hallo Friedrich-Arthur

vielen Dank für den Artikel, der wäre mir entgangen. Ich hatte am Ende des Artikels einen Kloß im Hals. Wahre Freundschaft ist doch etwas Schönes, Kostbares. *schnief*

Viele Grüße
Maria
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Offline Friedrich-Arthur

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Re: Siegfried Lenz
« Antwort #22 am: 16. März 2006, 22:53 »
Hallo Maria,

ich mag solche Freundschaften, in denen es auch Krisen geben kann, weil sie überwunden werden können und wollen. Ähnlich sehe ich das bei familiären Beziehungen. Kann man aber wahre Freundschaft echt erklären? Kann man Liebesbeziehungen in Familien echt erklären? Wichtig ist, das es diese gibt und ich freue mich immer solche auch zu sehen, wo sie mich nicht selbst betreffen. Das gibt mir immer ein Gefühl von Hoffnung und gleichzeitig Freude, was mich meist glücklich stimmt. So hat mich auch der Briefwechsel zwischen Hermann Hesse und Thomas Mann tief und bleibend beeindruckt, oder einige Briefe von Nietzsche an Freunde oder Briefe Rilkes über Malerfreunde und an seine Mutter, oder Briefe Hesses an Freunde... ach was, ich kann hier nur andeuten, so vieles fällt mir nicht auf Anhieb ein oder ist mir noch unbekannt. Was mich aber freut: es kann Freundschaft zwischen Künstlern und Kritikern geben, selbst, wenn man sich untereinander hart beurteilt, solange gegenseitige Achtung, Sympathie und Wille zur echten Frendschaft und Beziehung vorhanden ist... Ich muss abbrechen, den ich schweife ab und beginne gleich sentimental zu werden...

Auf jeden Fall wünsche ich Siegfried Lenz alles Gute, Gesundheit und noch viel Schaffenskraft (hier werde ich egoistisch, aber im positiven Sinne) zu seinem 80. Geburtstag.

Bis später und Grüße,

FA
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Offline Friedrich-Arthur

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Re: Siegfried Lenz
« Antwort #23 am: 16. März 2006, 23:07 »
Hier noch ein kleiner Nachtrag. dtv hat sich ja richtig ins Zeug gelegt und eine schöne und informative Lenz-Seite erstellt, wie der nachfolgende Link zeigt:

http://www.siegfried-lenz.de/

Da komme ich richtig ins Schwärmen... und wie sieht es bei Hoffmann und Campe aus? Das zeigt der zweite Link:

http://www.hoffmann-und-campe.de/go/caaffb04-508b-af43-918d42d250b9d761

Auch sehr gut. Aufpassen FA, damit du nicht dem gefährlichen Bücherkaufrausch verfällst...
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Offline JMaria

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Re: Siegfried Lenz
« Antwort #24 am: 18. März 2006, 09:32 »
Hallo FA

wenn du den neuen Erzählband in den Händen halten würdest, dann....  :breitgrins:

ich möchte auch erinnern, dass es morgen, Sonntag 19.03.06 um 20 Uhr ein NDR-Geburtstagsmatinee für Siegfried Lenz gibt, dabei sind u.a. Marcel Reich-Ranicki.... auf NDR Kultur (Radio)

gerade höre ich (ebenfalls NDR Kultur) "Unter Dampf gesetzt - Erlebnisse in einer finnischen Sauna" gelesen von Martin Held. So fängt der Vormittag gut an.

Viele Grüße
Maria
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Offline Zola

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Re: Siegfried Lenz
« Antwort #25 am: 18. März 2006, 11:51 »
Hallo,

ich halte Lenz schon seit längerem für einen Kandidaten für den Nobelpreis. Die fünf Bücher, die ich von ihm gelesen habe, sind alle überdurchschnittlich gut und für Stadtgespräch kann ich nach knapp über 100 Seiten jetzt schon dasselbe sagen  :zwinker:

Nur ein sehr geringer Teil seines Werkes wird von der Kritik als mittelmäßig oder eher schlecht eingestuft (z.B. der Roman "Die Klangprobe"), bei Grass z.B. ist dieser Anteil höher (wobei solche Einstufungen auch von erfahrenen Kritikern natürlich immer subjektiv sind).

Offline xenophanes

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Re: Siegfried Lenz
« Antwort #26 am: 18. März 2006, 12:10 »
Hallo!

Zitat von: Zola

Nur ein sehr geringer Teil seines Werkes wird von der Kritik als mittelmäßig oder eher schlecht eingestuft


Ja, einer dieser Krititiker bin ich auch  :breitgrins:

Habe nach mehreren Büchern vor langer Zeit die Lenz-Lektüre eingestellt. Für Mittelmaß will ich keine Lesezeit verschwenden.

CK

Offline JMaria

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Re: Siegfried Lenz
« Antwort #27 am: 19. März 2006, 20:27 »
Hallo zusammen,

im Februar 2006 starb Liselotte Lenz:

http://www.welt.de/data/2006/02/11/844181.html

ich höre mir gerade die Geburtstagsmatinee zu Ehren Siegfried Lenz an und da wurde es erwähnt und gewürdigt und erzählt wie sie sich kennenlernten. Amos Oz spricht gerade und ehrt auch Liselotte mit seinen Worten. Ich habe einen großen Kloß im Hals.

Amos Oz erste Berührung mit dem literarischen Werk von Siegfried Lenz war "Stadtgespräch". Er schildert seine Eindrücke. Ein ergreifender Satz von Amos Oz gegen Ende seiner Ansprache über Siegfried Lenz: "Er heilt statt zu exekutieren" und bedankt sich bei Siegfried und Liselotte für die Freundschaft und Wärme.

sein Verleger der Hoffmann & Campe Verlag bedankt sich mit der Ansprache über den 'Idealen Autor'. Sehr humorvoll nun. Das Publikum kann sich nun nach Amos Oz ergreifende Ansprache entspannen und lachen. Siegfried Lenz geht Bündnisse fürs Leben ein, darunter fällt auch sein Verlag. Von Anfang an hat Siegfried Lenz beim Hoffmann & Campe veröffentlicht.

Viele Grüße
Maria
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Offline Friedrich-Arthur

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Re: Siegfried Lenz
« Antwort #28 am: 19. März 2006, 21:30 »
Danke Maria.

Wie eng doch Freud und Leid manchmal beieinanderliegen. Ein trauriger Artikel. In der Tat ein treuer Mensch, der Schriftsteller Siegfried Lenz. Merkwürdigerweise und trotz Kritikerstimmen gefällt mir Lenz' Art Themen zu behandeln und auch sein Schreibstil und berühren mich die Themen, die er behandelt. Ich finde Siegfried Lenz einen zutiefst ehrlichen, überzeugenden, menschlichen und auch humorvollen Schriftsteller. Ob er erstklassig oder zweitklassig ist, will ich nicht beurteilen, das interessiert mich selbst nicht. Wer mich mit seinem Werk, hier besonders auch die Erzählungen, an sich gebunden hat und mein Herz gewonnen hat, dem bleibe ich als Leser treu. Lenz ist dies gelungen. Ich freue mich, dass ich keine Rechenschaft ablegen muss, warum ich Lenz' Bücher lese und meine Zeit auch Lenz' Werk widmen kann, ohne dies irgendwie als Verlust zu empfinden und seine Bücher mir etwas sagen und geben. Ich denke, dass andere Menschen auch so empfinden wie ich und dass Lenz doch einen einigermaßen leidlichen Anhängerkreis besitzt. Ich habe mich in meinem Leben auch schon mit erstklassigen Büchern abgequält, auch das gibt es... Seit alle Kritik Günter Grass' Wenderoman "Ein weites Feld" verriss und ich ihn dennoch für einen der besten Wenderomane schlechthin halte, bin ich mir bewusst, entweder keinen guten literarischen Geschmack, kein gutes literarisches Urteil zu besitzen, oder einfach grob fahrlässig gegen den Zeitgeist zu verstoßen. Ich misstraue sogar vielen Kritikern, aber es gibt Ausnahmen. Wichtiger noch als mein eigenes Urteil ist mir aber meine eigene Lesebegeisterung. Solange diese angefeuert ist, bin ich dabei. Deshalb freue ich mich auf das "Stadtgespräch" und später auf "Heimatmuseum"...

Einen schönen Wochenbeginn wünscht euch FA!
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Offline xenophanes

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Re: Siegfried Lenz
« Antwort #29 am: 19. März 2006, 21:40 »
Zitat von: Friedrich-Arthur
Ich misstraue sogar vielen Kritikern, aber es gibt Ausnahmen. Wichtiger noch als mein eigenes Urteil ist mir aber meine eigene Lesebegeisterung. Solange diese angefeuert ist, bin ich dabei.


Das ist natürlich alles legitim. Die wahre kritische Kunst besteht aber darin, von den eigenen privaten Vorlieben abstrahieren zu können. D.h. man sollte die eigenen Präferenzen immer auch kritisch hinterfragen und sich auf diesem Wege ein Urteil bilden.

Kurz, man sollte sich selbst nicht allzu wichtig nehmen  :breitgrins:

CK