Ja, habe das Buch "Landesbühne" letztes Wochenende gelesen, bin aber ein "vorbelasteter Kritiker", d.h. ich schätze die stille, zurückhaltende Erzählweise des Siegfried Lenz sehr.
Die Handlung ist in einem Satz erzählt, eine Gruppe Gefängnisinsassen - nicht gerade die Schwerbrecher, eher am Leben gescheiterte Existenzen - nutzt den Besuch einer Theatergruppe, um in deren Bus zu fliehen und in einem Nachbarort die Rolle der Theaterleute einzunehmen, ehe sie wieder eingefangen werden.
ABER - wie Lenz das erzählt, und welche Erkenntnisse er den Personen in den Mund legt, das ist entscheidend. "...oft genug ist mir Erzählen hier wie ein Trost vorgekommen..." Gilt das nicht oft für das Werk des S. Lenz.
Oder: "Verzweiflung zu ertragen, Hoffnungslosigkeit auszuhalten, Entbehrungen zu überwinden, wer, wenn nicht die Phantasie, hilft uns dabei."