Autor Thema: Siegfried Lenz  (Gelesen 20396 mal)

Offline Anita

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Re: Siegfried Lenz
« Antwort #75 am: 28. Juni 2010, 12:19 »
Siegfried Lenz hat wieder geheiratet :-)

Das hat sich schon länger angekündigt. Vor ein paar Jahren nach Schweigeminute habe ich ihn bei Beckmann gesehen, und da wurde schon davon erzählt, dass diese beste Freundin der Frau sich rührend um ihn kümmert. Und seine Generation ist ja als Mann ziemlich hilflos  :zwinker:

Nein, ich finde das gut, besser als nur auf den Tod zu warten  :smile:

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Anita
Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können. Nietzsche in "Also sprach Zarathustra"

Offline thopas

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Re: Siegfried Lenz
« Antwort #76 am: 29. Juni 2010, 07:52 »
Ich habe vor kurzem Schweigeminute gelesen und fand es ganz nett. Was mich allerdings gestört hat: die immer wieder eingeflochtenen Anreden an die Lehrerin, die in der zweiten Person Imperfekt gehalten sind. Eigentlich logisch, wenn die Erzählung in der dritten Person Imperfekt ist. Mich haben diese sehr gestelzten grammatischen Formen aber ziemlich genervt. So würde sich doch heutzutage* kein junger Mann ausdrücken?

* wobei nicht ganz klar ist, wann genau "heutzutage" ist. Zumindest aber zweite Hälfte des 20. Jhds.

Viele Grüße
thopas

Offline Anita

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Re: Siegfried Lenz
« Antwort #77 am: 29. Juni 2010, 08:20 »
Ich habe vor kurzem Schweigeminute gelesen und fand es ganz nett. Was mich allerdings gestört hat: die immer wieder eingeflochtenen Anreden an die Lehrerin, die in der zweiten Person Imperfekt gehalten sind. Eigentlich logisch, wenn die Erzählung in der dritten Person Imperfekt ist. Mich haben diese sehr gestelzten grammatischen Formen aber ziemlich genervt. So würde sich doch heutzutage* kein junger Mann ausdrücken?

* wobei nicht ganz klar ist, wann genau "heutzutage" ist. Zumindest aber zweite Hälfte des 20. Jhds.

Eben, es steht nirgendwo wann es spielt. In dem Interview, welches ich oben erwähnte, kam heraus, dass es eine tatsächliche Jugendliebe von Lenz sein könnte  :zwinker:

LG
Anita
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Offline Gontscharow

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Re: Siegfried Lenz
« Antwort #78 am: 29. Juni 2010, 09:40 »

Ich habe vor kurzem Schweigeminute gelesen und fand es ganz nett.

Ging mir genauso, ganz nett, mehr nicht.

Was mich allerdings gestört hat: die immer wieder eingeflochtenen Anreden an die Lehrerin, die in der zweiten Person Imperfekt gehalten sind.  Mich haben diese sehr gestelzten grammatischen Formen aber ziemlich genervt.

Interessant! Ist mir gar nicht aufgefallen. Ich glaube, da kommt der alte Masure durch! Das Ostpreußische liebt das Imperfekt! Auch und gerade in der gesprochenen Sprache. Ich kenne das von meiner Großmutter. Das Perfekt kam in ihrer Rede praktisch nicht vor. Warum riefst du nicht an ? statt Warum hast du nicht angerufen?
Das West- und besonders das Süddeutsche behilft sich ja mit dem Perfekt und kennt in der gesprochenen Sprache das Imperfekt kaum. Lenz hört man den ostpreußischen Singsang immer noch ein bisschen an.
Man sagt, das Konversativste am Menschen sei der Magen. Ich glaube, die Grammatik hält sich auch ganz schön lange.

Offline thopas

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Re: Siegfried Lenz
« Antwort #79 am: 29. Juni 2010, 10:20 »
Was mich allerdings gestört hat: die immer wieder eingeflochtenen Anreden an die Lehrerin, die in der zweiten Person Imperfekt gehalten sind.  Mich haben diese sehr gestelzten grammatischen Formen aber ziemlich genervt.

Interessant! Ist mir gar nicht aufgefallen. Ich glaube, da kommt der alte Masure durch! Das Ostpreußische liebt das Imperfekt! Auch und gerade in der gesprochenen Sprache. Ich kenne das von meiner Großmutter. Das Perfekt kam in ihrer Rede praktisch nicht vor. Warum riefst du nicht an ? statt Warum hast du nicht angerufen?
Das West- und besonders das Süddeutsche behilft sich ja mit dem Perfekt und kennt in der gesprochenen Sprache das Imperfekt kaum. Lenz hört man den ostpreußischen Singsang immer noch ein bisschen an.
Man sagt, das Konversativste am Menschen sei der Magen. Ich glaube, die Grammatik hält sich auch ganz schön lange.

Danke für den Hinweis, daß das in Ostpreußen eher üblich ist. Mir als Süddeutsche stößt dieses Imperfekt tatsächlich als ziemlich unidiomatisch auf. Dann kann ich Lenz in Zukunft mit anderen (grammatischen) Erwartungen lesen  :smile:.

Viele Grüße
thopas

Offline Anita

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Re: Siegfried Lenz
« Antwort #80 am: 29. Juni 2010, 10:56 »
Ich glaube, da kommt der alte Masure durch! Das Ostpreußische liebt das Imperfekt! Auch und gerade in der gesprochenen Sprache. Ich kenne das von meiner Großmutter. Das Perfekt kam in ihrer Rede praktisch nicht vor. Warum riefst du nicht an ? statt Warum hast du nicht angerufen?

Oh danke für diese Info  :smile:

LG
Anita
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Offline Anita

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Siegfried Lenz
« Antwort #81 am: 28. August 2010, 18:57 »
Habe ich nicht gefunden, oder bin ich blind  :schnarch:

Die Auflehnung
Die Thematik des Romans zeigt sich direkt zu Beginn, beide Brüder lehnen sich gegen ihr Schicksal auf: Willi verliert seinen Geschmackssinn, was zu Verlustgeschäften in der Firma führt und er seinen Abschied nimmt. Und über Franks Teiche lauern Kormorane, die den ganzen Bestand bedrohen.
„Die Auflehnung“ als Leitmotiv, welches sich auch noch in anderen Situationen und Figuren spiegelt, wird äußerst präzise und klar aufgelöst, was mir persönlich immer wieder sehr gut gefällt, wenn ein Motiv exakt und eindeutig im Mittelpunkt steht.
Aber auch der Stil des Autors etwas distanziert und unterkühlt wie er die Figuren reflektiert und die Handlung aufbaut, liegt mir sehr. Ganz kleine Zuwendungen, so unverhofft und fast im Verborgenen, zeigen dem Leser, dass da doch eine sehr große Zuneigung besteht, und dass die Menschen nicht nur wortkarg und ein wenig stoffelig sind, sondern einen weichen Kern besitzen. Nach und nach werden die Figuren im Roman lebendig und auch einmalig durch ihre Art.

Die Deutschstunde
Hierbei hat mir das ganz eng umfasste Gerüst fasziniert. "Die Freunde an der Pflicht" aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet und herausgearbeitet, wunderbar  :smile:

Es waren habichte in der Luft
Rätselhaft, fast etwas mysteriös, liest sich diese Novelle, die man dadurch nicht aus den Händen legen möchte. Mit versteckten Symbolen weist uns der Autor darauf hin, dass bereits 1918 etwas in der Luft lag, und man schon einige Dinge wahrnehmen konnte, die tragisch und viele Einzelschicksale fordern würden. Ein ganz ausgezeichnetes Debüt-Werk von Siegfried Lenz, ich kann sehr wohl nachvollziehen, warum er seit jeher als Stern in der Nachkriegsliteratur galt.

Schweigeminute
Diese Erzählung liest so schnell, wie die Wellen im Meer, welche durch künstliche Riffs unterirdisch gebrochen werden müssen, damit kein Unglück geschieht. Und dennoch ereignen sie sich ständig. Auch wieder so eine leise, verkühlte, aber tiefe Geschichte ...

So zärtlich war Suleyken
Alle Geschichten hängen zusammen, oft sind es die gleichen Figuren, und zum Schluss kann man sich ein wirklich gutes Bild über Land und Leute machen. Ein wenig überzogen sind die Geschichten/Figuren alle, denn mit sehr viel klugen Humor werden ihre Charakteren gezeichnet. Ihre Begriffsstutzigkeit wird oft nur als Vorwand benutzt, denn darin steckt oft eine gute Portion Alltagsweisheit. Mir hat dieses Büchlein richtig gut gefallen!

Über den Schmerz
Essays von Lenz zu den unterschiedlichsten Themen, auch dieses Buch hat mich angesprochen.

Derzeit lese ich die Klangprobe, diese ist ein wenig sperrig zu lesen, selbstverständlich sind auch hier die Figuren unterkühlt, wortkarg oder muffig, aber ich mag´s  :smile:
Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können. Nietzsche in "Also sprach Zarathustra"

Offline finsbury

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Re: Siegfried Lenz
« Antwort #82 am: 29. August 2010, 09:30 »
Hallo,


 Lenz hört man den ostpreußischen Singsang immer noch ein bisschen an.
Man sagt, das Konversativste am Menschen sei der Magen. Ich glaube, die Grammatik hält sich auch ganz schön lange.


Und es setzt  sich mit dem Alter wieder deutlicher durch. Meinem Vater hörte man das Ostpreußische in seinen mittleren Jahren kaum an, aber in seinem Alter setzten sich plötzlich wieder die typische Lautfärbung und auch einige grammatische Eigenheiten stärker durch. Dabei hatte er nur bis zu seinem achtzehnten Lebensjahr dort gelebt.

finsbury
 
« Letzte Änderung: 1. September 2010, 16:30 von finsbury »
Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene
Meer in uns. (Kafka)

Offline JMaria

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Re: Siegfried Lenz
« Antwort #83 am: 29. August 2010, 17:55 »
  Schweigeminute
Diese Erzählung liest so schnell, wie die Wellen im Meer, welche durch künstliche Riffs unterirdisch gebrochen werden müssen, damit kein Unglück geschieht. Und dennoch ereignen sie sich ständig. Auch wieder so eine leise, verkühlte, aber tiefe Geschichte ...


das hast du schön beschrieben  !
:schmetterling:

Grüße von
Maria
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Offline Anita

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Re: Siegfried Lenz
« Antwort #84 am: 7. Oktober 2010, 09:37 »
Die Klangprobe

Ungewöhnlich für diesen Autor!

Dieser Roman hat mein bisheriges Bild vom Autor umgeworfen. Hatte ich doch immer den Eindruck, dass Lenz in seinen Werken eine gewisse Thematik, einen roten Faden verfolgt, sei es nun in der Art „Pflichterfüllung“ oder halt die „Auflehnung“, begegnete mir hier eine lose Schilderung ohne festes Gerüst.

Jan ist Detektiv in einem Supermarkt. Aber so richtig bei der Sache, sprich dass er zu seinem Job und seiner Arbeit steht, ist er nicht. Denn er lässt jeden dritten Dieb laufen. So auch an dem Tag des Romanbeginns: Lone, eine gutaussehende junge Frau, betrachtet völlig gedankenlos viele Produkte, stellt sie allerdings alle wieder ins Regal, bis auf ein Brot und ein Glas Honig, diese Dinge lässt sie unter ihrem Mantel verschwinden und verlässt ein Einkaufsmarkt. Jan verfolgt Lone zwar, auch außerhalb des Marktes, aber aus anderen Gründen …

Daheim bei Jan; die Familie lebt in einer alten Schule mit riesigen, ehemaligen Klassenräumen, Zimmern und einem großen Innenhof; herrscht eine nüchterne bis trockene Atmosphäre. Sein Vater ist Bildhauer, er fertigt Grabmäler, dem Leser erscheint er wortkarg und stoffelig. Seine Mutter ist auch reichlich seltsam, man erfährt, dass sie gegen ihre Familie zum „Alten“, ihrem Mann gezogen ist und ihn geheiratet hat.

Lone zieht mit ihrem Ziehsohn Fritz in zwei der Klassenräume ein, die einst der verstorbene Reymund bewohnte …

Fritz ist sehr interessiert an Steinen, Marmor, am Handwerk des Steinmetzes und an der Kunst Figuren lebendig werden zu lassen … Und an der Klangprobe!

Ganz bewusst habe ich den Inhalt des Romans so zerstückelt beschrieben, weil Lenz dies ebenso macht. Hier ein Klecks, und dort ein Stückchen, ein grandioser Schluss, aber dennoch kein Ende.
Im Grunde, wenn man es genau nimmt, ist gar nichts erzählt oder fertig erzählt, nur in der Reflektion wird viel gedacht, vermittelt, aber keine Figur erhält letztendlich eine Geschichte. Auch kein Stein seine wahre Bestimmung …

Der Klappentext nennt es: „Vergänglichkeit – das heißt: nichts setzt sich fort, wie es war, und nichts bleibt wie es ist.“ Jeder nimmt etwas anderes mit, und dennoch hat mich diese Erzählung leicht und fließend getragen.
Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können. Nietzsche in "Also sprach Zarathustra"

Offline Lauterbach

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Re: Siegfried Lenz
« Antwort #85 am: 7. Oktober 2010, 15:20 »
Hallo miteinander,

ich hatte mal vor Jahren Arnes Nachlaß gelesen und war nach der Lektüre ratlos,
ob ich denn noch einen weiteren Band von Lenz lesen sollte.
Ich war wegen der Art des Erzählens von Lenz irritiert (mir fällt keine bessere
Beschreibung ein), dieses gemächliche, sehr sehr ruhige Erzählen, das so
fast keinen Spannungsbogen schafft.
Auf mich wirkte das sehr träge, und ich war bei der Lektüre hin und hergerissen,
das Buch beiseite zu legen.
Eine Frage an die Lenz-Kenner, ist die Art des Erzählens in Arnes Nachlaß
symptomatisch für seine weiteren Bücher?

Gruß, Lauterbach

Offline Anita

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Re: Siegfried Lenz
« Antwort #86 am: 7. Oktober 2010, 15:28 »
Eine Frage an die Lenz-Kenner, ist die Art des Erzählens in Arnes Nachlaß
symptomatisch für seine weiteren Bücher?

Ja, ich denke schon, dass man Lenz als dröge umschreiben kann (gemächlich, langsam, trocken heißt das), aber genau das liebe ich an ihm, deshalb hat mir auch Kappacher gefallen. Ich persönlich würde ja nie einen Krimi oder Thriller in die Hand nehmen, bin eh schon zu nervös  :zwinker:

LG
Anita
« Letzte Änderung: 8. Oktober 2010, 11:12 von Anita »
Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können. Nietzsche in "Also sprach Zarathustra"

Offline JMaria

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Antw:Re: Siegfried Lenz
« Antwort #87 am: 18. November 2010, 13:34 »
ich hatte mal vor Jahren Arnes Nachlaß gelesen und war nach der Lektüre ratlos,
ob ich denn noch einen weiteren Band von Lenz lesen sollte.
Ich war wegen der Art des Erzählens von Lenz irritiert (mir fällt keine bessere
Beschreibung ein), dieses gemächliche, sehr sehr ruhige Erzählen, das so
fast keinen Spannungsbogen schafft.
 

Hallo zusammen,

in der Zwischenzeit habe ich "Arnes Nachlaß" auchgelesen. Eine anrührend-traurige Geschichte über einen Jugendlichen, der dem Leben nicht standhält. Was mich immer verwundert, ist, dass ich mich in diesem Roman irgendwo zwischen 1950 und 1960 wähne und dann fällt das Stichwort "Backstreet Boys" . Aber ich mag diesen unaufgeregten Stil von Siegfried Lenz.




Lenz verlegt den Ort der Handlung in eine Abwrackwerft im entlegensten Winkel des Hamburger Hafens. Hier webt er sein meisterhaftes Geflecht aus Fernweh und Abenteuerspielplatz, zaubert längst vergessene Seefahrtsutensilien aus seiner Sprachtruhe. Und hier in dem nächtlichen Zimmer, an dem die Ozeanriesen vorbeigleiten, lernt Hans seinen unergründlichen Freund Arne, diesen Suchenden und Verzweifelten, endlich kennen -- um ihn wieder zu verlieren.

Grüße von
Maria
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Offline Lauterbach

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Antw:Siegfried Lenz
« Antwort #88 am: 18. November 2010, 16:14 »


Hallo zusammen,

in der Zwischenzeit habe ich "Arnes Nachlaß" auchgelesen. Eine anrührend-traurige Geschichte über einen Jugendlichen, der dem Leben nicht standhält. Was mich immer verwundert, ist, dass ich mich in diesem Roman irgendwo zwischen 1950 und 1960 wähne und dann fällt das Stichwort "Backstreet Boys" . Aber ich mag diesen unaufgeregten Stil von Siegfried Lenz.

Grüße von
Maria

Hallo Maria,
das mit der Zeit ging mir im übrigen genauso.
Vom Zeitkolorit hat mich das ein wenig an Böll und somit an die 50- und 60iger Jahre erinnert.

Gruß, Lauterbach

Offline finsbury

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Antw:Siegfried Lenz
« Antwort #89 am: 21. November 2010, 11:23 »


Hallo zusammen,

in der Zwischenzeit habe ich "Arnes Nachlaß" auchgelesen. Eine anrührend-traurige Geschichte über einen Jugendlichen, der dem Leben nicht standhält. Was mich immer verwundert, ist, dass ich mich in diesem Roman irgendwo zwischen 1950 und 1960 wähne und dann fällt das Stichwort "Backstreet Boys" . Aber ich mag diesen unaufgeregten Stil von Siegfried Lenz.

Grüße von
Maria

Hallo Maria,
das mit der Zeit ging mir im übrigen genauso.
Vom Zeitkolorit hat mich das ein wenig an Böll und somit an die 50- und 60iger Jahre erinnert.

Gruß, Lauterbach

Ich fand's ein bisschen sehr anachronistisch und es hat mich auch beim Lesen gestört. Lieber ist es  mir dann, wenn Lenz seine Geschichten direkt in den 60ern oder früher ansiedelt, wie bei der schönen Novelle "Schweigeminute".
Dass Arnes Klasse meiner Erinnerung nach Besinnungsaufsätze zum Hamburger Hafengeburtstag schreiben soll und einige Bemerkungen über Badekleidung wirkten doch in einer in den 90ern angesiedelten Handlung arg  zopfig. Unbenommen davon ist Lenz' Themengestaltung und literarischer Stil.

finsbury
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