vor schon ewigen zeiten habe ich im schauspielhaus chemnitz brechts "leben des galilei" gesehen, es war aber ein so wunderbares erlebnis, dass ich davon trotzdem schreiben möchte. es gab fast keine kulisse, nur einige rote kugeln, davon eine große, die man in mehrere teile zerlegen konnte und so sehr variabel einsetzbar war, und mehrere kleine. ansonsten nichts weiter. es mag einem einfallslos erscheinen, aber es wurde während des stückes so viel mit so wenig gemacht, dass es einen viel ansprechenderen eindruck machte als ein großartiges, aufwendiges bühnenbild. außerdem war es auch wunderbar gespielt, man wurde als zuschauer an das geschehen gefesselt, musste wirklich jedes wort verinnerlichen, ich kann es nicht beschreiben, mir fehlen die worte für diese großartige inszenierung.
etwas weniger weit zurück liegt eine inszenierung der "szenen aus dem halben leben" von fitzgerald kusz. darin geht es um drei ehepaare in einem café, die sich kennen und die alle bestimmte "deutsche" und vielleicht auch menschliche macken, die vor allem im alter zum ausdruck kommen, haben, beispielsweise die hypochondrie. das stück war zwar nur kurz, aber mir liefen die tränen vor lachen. jede person war individuell, alle schauspieler immer ganz in der rolle, es gab wiederum nur tische und stühle, aber das machte nichts aus.
in beiden fällen handelte es sich also um stücke, in denen sich das theater auf sich selbst reduzierte, was dürrenmatt in seinem kommentar zu "porträt eines planeten" als wünschenswert beschreibt, und in diesem punkt gehe ich konform mit ihm.