wie ich an anderer Stelle schon erwähnt habe, war ich am letzten Wochenende in Essen und Samstagabend dort in der Aalto-Oper. Schon das Gebäude (von dem durch das Bauhaus beeinflussten finnischen Stararchitekten Alvar Aalto entworfen aber erst nach dessen Tod erbaut) stimmt auf einen besonderen Abend ein.
Gegeben wurde die Bellini Oper „I puritani“, die ich noch nicht kannte. Die eigentliche literarische Vorlage ist Walter Scotts Roman „Old Mortality“ von 1816. Das Libretto schrieb der Dichter Graf Carlo Pepoli.
Das Bühnenbild und die Kostüme waren, wie in Essen nicht anders zu erwarten, prächtig; Orchester, Sänger und vor allem Chor + Extrachor großartig. Schönere Musik kann man sich eh kaum vorstellen: ital. Belcanto eben, aber vom feinsten. Warum der Abend trotzdem für mich nicht perfekt war, habe ich mir zum Teil selbst zuzuschreiben: Weder kannte ich die literarische Vorlage (Scotts Roman), noch hatte ich vorher Pepolis Libretto gelesen. Außerdem scheint mir, was ich der im Programm enthaltenen Synopsis entnahm, der Inhalt eh etwas wirr und Bellini hat sicher den Text der Musik untergeordnet. Würde ich nur wegen der Musik und/oder Ausstattung in die Oper gehen, wäre es ein großer Abend gewesen, so aber war es zwar schön aber mir fehlte etwas für eine gute Oper Entscheidendes.