Autor Thema: Haltet ihr bis zum bitteren Ende durch...  (Gelesen 20591 mal)

FeeVerte

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Antw:Haltet ihr bis zum bitteren Ende durch...
« Antwort #15 am: 2. Februar 2011, 09:39 »
Hallo Hubert,

das Stück hieß, zumindest in dieser Inszenierung, tatsächlich Die Frau am Meer, warum auch immer.  Dass Ibsens Stücke alle gleich gut sind, würde ich so nicht unterschreiben; die Wildente ist natürlich toll, Hedda Gabler und Nora auch, vielleicht noch Baumeister Solness, aber die anderen - hm, Geschmackssache. Die Meerfrau finde ich mit ihrem Gründerzeitschwulst und dem verschwurbelten Mystizismus auch ohne Castorf schon ziemlich unerträglich. Aber egal jetze.

Ad Regietheater: Das Versprechen der Elitenzugehörigkeit oder die Androhung eines Ausschlusses ist, was den Kulturkonsum angeht, ein sehr wirkungsvolles Verkaufsargument, denke ich mal: Konsumiere unser Produkt und du gehörst zur Bildungselite. Weigere dich, und du bist draußen und alle werden dich verachten. - Ich hätte auch gedacht, dass die Löffler da etwas mehr über den Dingen steht.

Viele Grüße

FeeVerte


« Letzte Änderung: 2. Februar 2011, 23:26 von FeeVerte »

Offline Hubert

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Ibsen
« Antwort #16 am: 4. Februar 2011, 02:11 »
Dass Ibsens Stücke alle gleich gut sind, würde ich so nicht unterschreiben; die Wildente ist natürlich toll, Hedda Gabler und Nora auch, vielleicht noch Baumeister Solness, aber die anderen - hm, Geschmackssache.

Liebe Fee,
hallo zusammen,

da bin ich mal wieder übers Ziel hinaus. Ich kenne ja gar nicht alle Ibsen Stücke, zumindest die frühen (vor Brand) fehlen mir komplett und Recht hast Du, dass das natürlich Geschmacksache ist. Deshalb, neben der Wildente (da sind wir uns ja einig), sind meine Ibsen-Lieblingsstücke „Baumeister Solness“ und „Peer Gynt“ und dann kommen (für mich) auf einer zweiten Ebene:
„Nora“,
„Gespenster“,
„Ein Volksfeind“,
„Die Frau vom Meer“ (hat das nicht etwas vom Undine-Mythos?),
„Hedda Gabler“,
„John Gabriel Borkmann“ und
„Wenn wir Toten erwachen“
und jedes dieser Stücke ist imo besser als das Beste der meisten zeitgenössischen Autoren. Also, wenn sich mein Lesen, vielleicht auf 50% Klassiker und 50% Nichtklassiker verteilt, bei Theaterbesuchen ziehe ich eindeutig die Klassiker vor.
   
Und Ibsen zählt (die ollen Griechen mal ausgeklammert), zu meinen 7 Lieblingsdramatikern. Die anderen sechs sind:
Shakespeare,
Schiller,
Moliere,
Tschechow,
Hauptmann und
Tennesee Williams.

Habt ihr auch Lieblingsdramatiker oder solche die ihr grundsätzlich meidet?

Viele Grüße

Hubert


FeeVerte

  • Gast
Antw:Ibsen
« Antwort #17 am: 9. Februar 2011, 00:24 »

Habt ihr auch Lieblingsdramatiker oder solche die ihr grundsätzlich meidet?


Tschechow und Moliere finde ich auch toll! Ansonsten habe ich eigentlich eher Lieblingsstücke als Lieblingsdramatiker:

Albee: Zoo Story
Pinter: Der Hausmeister
Bernhard: Der Weltverbesserer - aber bitte mit Jürgen Holtz in der Titelrolle
Ionesco: Die kahle Sängerin -  am besten in der wundervollen Inszenierung von Jean-Luc Lagarce
Calderon: Das Leben ein Traum
Pirandello: Sechs Personen suchen einen Autor

Es gibt auch ein paar Stücke, die ich nicht leiden kann, Kleists Penthesilea zum Beispiel, Becketts Endspiel , und die Schulzeit hat bei mir eine langanhaltende aber möglichwerweise ganz unbegründete Abneigung gegen Büchners Woyzeck hinterlassen. Die Griechen hab ich in letzter Zeit etwas über, Goethe, Schiller und die gängigen Shakespearestücke auch, da würde ich wahrscheinlich nur noch reingehen, wenn die Inszenierung überragend ist. Ach ja, mit Hugo von Hoffmannsthal kann man mich jagen.


Offline Hubert

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Lieblingsdramatiker - Lieblingsdramen
« Antwort #18 am: 9. Februar 2011, 01:34 »
Tschechow und Moliere finde ich auch toll! Ansonsten habe ich eigentlich eher Lieblingsstücke als Lieblingsdramatiker:

Albee: Zoo Story
Pinter: Der Hausmeister
Bernhard: Der Weltverbesserer - aber bitte mit Jürgen Holtz in der Titelrolle
Ionesco: Die kahle Sängerin -  am besten in der wundervollen Inszenierung von Jean-Luc Lagarce
Calderon: Das Leben ein Traum
Pirandello: Sechs Personen suchen einen Autor

Liebe Fee,

wir haben ja einen ähnlichen Geschmack:     :zwinker:

die Zoo Story hat mich fasziniert (Kommunikationsprobleme ist ja das Thema unserer Zeit), Pinter und Bernhard habe ich mir auch nie auf der Bühne entgehen lassen und wurde nie enttäuscht, auf Ionescos absurdes Theater könnte ich schon eher verzichten, mir ist die Wirklichkeit oft schon absurd genug. Wenn ich Lieblingsstücke aufgezählt hätte, wären sicherlich „Das Leben ein Traum“ und „Sechs Personen suchen einen Autor“ dabei gewesen, aber ich habe bewusst Dramatiker genannt, die imo mindestens fünf gute Stücke geschrieben haben, deshalb fehlt z.B. auch Goethe, Kleist und Lessing, die natürlich auch sehr gute Einzelstücke haben und bei Pirandello wird es da auch sehr, sehr eng.

Grüße

Hubert