Ich bin nicht sicher, ob ich Bölls "Nicht nur zur Weihnachtszeit" jemals gelesen habe, doch im Fernsehen habe ich keine Wiederholung versäumt und das Weihnachtslied von Joni Mitchell höre ich das ganze Jahr über ab und zu. Vor Dickens bin ich noch zurückgeschreckt. Er hat einen starken Hang, vielleicht auch geschäftlich bedingt, zur Sentimentalität, und das ist mir nicht geheuer. Aus meiner Kindheit sind mir natürlich viele andere Geschichten noch oberflächlich bekannt und mir erscheint das Schema: ein armer oder "gefallener" Mensch, meistens ein Kind, wird durch die segensreiche Unterstützung himmlischer und philanthropischer Menschen zum Glück geführt, so verbreitet, dass es einfach langweilig ist. Allerdings, von "Der kleine Lord", sei es mit Rudolf Forster oder Alec Guinness, lasse ich mich doch immer wieder verführen.