Autor Thema: Günter Grass  (Gelesen 21951 mal)

Offline JMaria

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Re: Günter Grass
« Antwort #135 am: 30. August 2010, 10:43 »
Hallo,

Denis Scheck interviewt Günter Grass :

http://www.daserste.de/druckfrisch/thema_dyn~id,358~cm.asp

ein schönes Gespräch !

Grüße von
Maria
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Offline Lost

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Re: Günter Grass
« Antwort #136 am: 31. August 2010, 17:08 »
. @Lost, berichte doch bitte wie dir die "Box" gefallen hat. Ich kam damit nicht klar.

Grüße
Maria

Nach wenigen Seiten habe ich abgebrochen. Noch bevor ein Film in die Box eingelegt war. Das ist kein endgültiges negatives Urteil, aber Grass führt auf den ersten Seiten so viele Personen ein, dass ich mir bei einem Wiederaufnahmeversuch erst ein Diagramm dafür machen werde. Dazu muss ich an den Schreibtisch.
Was mir nicht gefallen hat, dass er ein Mal mit Namen um sich wirft, seine Frauen aber namenlos lässt.




Offline JMaria

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Re: Günter Grass
« Antwort #137 am: 1. September 2010, 18:46 »
Nach wenigen Seiten habe ich abgebrochen. Noch bevor ein Film in die Box eingelegt war. Das ist kein endgültiges negatives Urteil, aber Grass führt auf den ersten Seiten so viele Personen ein, dass ich mir bei einem Wiederaufnahmeversuch erst ein Diagramm dafür machen werde. Dazu muss ich an den Schreibtisch.
Was mir nicht gefallen hat, dass er ein Mal mit Namen um sich wirft, seine Frauen aber namenlos lässt.


dazu hatte ich zwar bei der Box kein Bedürfnis (Diagramm erstellen), ich glaube, ich fands noch recht übersichtlich, doch kann ich das verstehen; handhabe ich es oft auch so, wenn mir zuviele Personen vorkommen.

Grüße von
Maria
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Offline Gontscharow

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Re: Günter Grass
« Antwort #138 am: 3. September 2010, 20:27 »

So, ich habe mir - angeregt durch das doch eher positive Echo, nicht zuletzt in diesem Forum -  nun auch Grimms Wörter zu Gemüte geführt.

Grass muss einfach noch einen letzten Roman schreiben, der sich in andere Sprachen übersetzen lässt. Er kann doch nicht als Provinzmichel in den Hintergrund treten.

Das wird er in keinem Falle,  auch wenn er kein weiteres Buch :entsetzt: mehr schreiben sollte. Schließlich ist oder war er jahrzehntelang amtierender "Großschriftsteller" der BRD, ist Nobelpreisträger und zumindest seine Danziger Trilogie ist in viele Sprachen übersetzt.

Grass muss einfach noch einen letzten Roman schreiben, der sich in andere Sprachen übersetzen lässt.

Ich vermute, die doch seltsam wohlwollende Aufnahme des Buches durch die Kritik hat mit Grass' Ankündigung zu tun, dieses sei sein wahrscheinlich letztes Buch. Man will ihm wohl keinen Grund liefern, dass er nachlegt.

Etwas kritische Reflektion finde ich im Kapitel zum Buchstaben D, in den Versen zu Oskar:

Nervt dich dieses Wiederkäuen und Wiederverwerten alter literarischer Einfälle nicht?

Ich mag die Brüder Grimm sehr, als zwei der Göttinger Sieben, als Märchensammler, als Sprachforscher und ich mag natürlich ihr Wörterbuch. Und ich schätze Grass' fast lebenslanges politisches Engagement - erst kürzlich haben mich seine Äußerungen über die Aushöhlung des Grundgesetzes in dem von Maria empfohlenen Interview wieder sehr beeindruckt.
Aber was hat das eine mit dem anderen zu tun? Zur Biographie der Grimms habe ich schon Besseres gelesen. Und ehrlich gesagt, blättere ich lieber selbst im Grimm'schen Wörterbuch und ergötze mich an den Etymologien und literarischen Textbelegen. Grass fleddert das Wörterbuch, greift willkürlich Wörter heraus, die ihm als Stichworte für seine autobiographischen Exkurse dienen. Aber leider sind es mehr oder weniger bekannte Geschichten,  oft ohne Belang. Nichts wird aus der zeitlichen Distanz oder im Lichte neuer Erkenntnis neu erzählt! Nirgendwo so etwas wie Selbstkritik! Es ist stellenweise peinlich: Er zitiert über lange Strecken sich selbst aus alten Reden und Traktaten. Ton des Ganzen: Ich hab's euch ja schon immer gesagt ...
Irgendwo habe ich gelesen, Grass habe in demBuch vor allen Dingen ständig recht. Ja, leider strotzt auch dieses Werk vor Selbstgerechtigkeit und Selbstbeweihräucherung.

Was mich darüber hinaus peinlich berührt hat, sind die erotisch-obszönen Manierismen und Anspielungen, die hier auch nicht fehlen dürfen. Jacob verkehrte oral mit den Vokalen. Was soll so etwas? Oder seine schönbrüstige Ute (wohlgemerkt die einzige Eigenschaft, die er ihr in diesem Buch zugesteht). Was will uns der Dichter hier sagen? Dass er nicht nur literarisch seinen Mann steht? Ist ja schön für ihn, aber will man das wissen?

Offline Lost

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Re: Günter Grass
« Antwort #139 am: 3. September 2010, 21:54 »
Gontscharow hat eine detailierte Kritik geschrieben, die  eine Antwort verdient.
Zitat
Zitat von: Lost am 27. August 2010, 21:34
Grass muss einfach noch einen letzten Roman schreiben, der sich in andere Sprachen übersetzen lässt. Er kann doch nicht als Provinzmichel in den Hintergrund treten.

Das wird er in keinem Falle,  auch wenn er kein weiteres Buch  mehr schreiben sollte. Schließlich ist oder war er jahrzehntelang amtierender "Großschriftsteller" der BRD, ist Nobelpreisträger und zumindest seine Danziger Trilogie ist in viele Sprachen übersetzt.

Es ging mir bei meinem Hinweis um das letzte Buch von Grass und da mir "Grimms Wörter" unübersetzbar erscheint, braucht es wohl noch eines, das sich nicht so intensiv mit der deutschen Sprache beschäftigt.
Die Kritiker leiden tatsächlich an einer Grassen Müdigkeit, der "Zeitgeist" hat sich im Laufe der Schriftstellerkarriere von Grass  gewandelt und die Luftgeister sind in Mode gekommen, die können mit einem Querkopf und Egomanen eben nichts mehr anfangen. Was ich bei Perlentaucher mitbekommen habe, ist weitgehend belangloses Zeugs.

Was den Vorwurf der Rechthaberei betriifft, so nimmt die, nach meinem Lektüreeindruck, überhaupt keinen großen Raum ein. Es sind Schilderungen seiner politischen Auftritte und seiner Meinungen, allenfalls hat er die ausgesucht, die seine Meinungen eher bestätigen, als das sie widersprechen. Mir sind auch noch Positionen bekannt, die ich vor 40 Jahren hatte, und die ich auch heute noch habe und über die ich auch lieber rede, als über die wenigen, bei denen ich nicht Recht hatte  :zwinker:  Wenn du das bemängelst, dann kann ich dir da zustimmen.

Zitat
Zur Biographie der Grimms habe ich schon Besseres gelesen.

Das kommt mir so vor, als wärest du durch einen Wald gegangen um hinterher festzustellen, du hast schon einen höheren Baum gesehen. Ich habe noch keine Biographie über die Märchenbrüder gelesen, doch jetzt im Buch von Grass für mich interessante Details und Einschätzungen erfahren. Hugo kann man so auch vorwerfen, er hätte in "Die Elenden" Napoleon nicht umfassend dargestellt, sobald man eine rororo Monografie über Bonaparte gelesen hat. Die biographischen Skizzen sind auch nicht das zentrale Thema des Werks, vieles ist auch erkenntlich fiktiv und einzig die Begegnung von Darwin mit Jakob empfand ich als überbemüht .

Zitat
Grass fleddert das Wörterbuch, greift willkürlich Wörter heraus, die ihm als Stichworte für seine autobiographischen Exkurse dienen

Das ist zum Teil richtig und zum Teil falsch, aber es ist genau das zentrale Thema, das Spiel mit den Wörtern aus dem Wörterbuch, und es ist alles andere als Willkür. Grass hat die Wörter mit Bedacht ausgewählt, auch aus dem Grund um seine autobiografischen Teile damit einzuleiten und zu schmücken aber nicht alleine deswegen. Grass spielt mit Bedeutungen und Widersprüchen, mit den Veränderungen und ihren Wirkungen, er sucht nach Lücken und fragt nach den Gründen, stellt die eigene Gegenwart der Grimmschen gegenüber. 

Wahrscheinlich bist du wortgewandter als ich und deshalb wirst du nicht die gleiche Erregung spüren wie ich sie gespürt habe, aber das Buch ist auch bestimmt nicht geschrieben um anderen Wortakrobaten zu imponieren.

Wenn Grass keine

Zitat
erotisch-obszönen Manierismen und Anspielungen

mehr verwendet, dann ist er tot. Das ist sicherer als eine Sterbeurkunde.

Ich kann damit leben, ich kann damit sogar gut leben, besser als mit sterilem Zeugs mit dem Triebe durch einen Heiligenschein getarnt werden und ein Röslein auf der Heide.... Hätte Goethe nicht in einer bigotten Zeit gelebt, könnten wir auch von ihm mehr Frivoles erwarten.

Recht hast du möglicherweise, wenn dir auffällt, dass er seinen Frauen aus dem Weg geht. Das fiel mir auch auf den ersten Seiten der Box auf. "Schönbrüstige Ute" ist aber nicht mehr als ein Anklang an Übersetzungen von antiken Epen. Die Würdigung Utes ist eher der mehrfache Hinweis, dass sie die Frau ist, bei der er zur Ruhe kam, wie Heinrich der Achte bei seiner Sechsten, wenn ich mich nicht irre. Die Frauen wären dann was für das letzte Buch und der darauf folgende Giftmord an ihm noch eine dicke Schlagzeile für die Springerpresse :zwinker:

Also ganz persönlich: Bezogen auf die Sprachphantasie, ist für mich "Grimms Wörter"neben "Das Treffen von Telgte" das Beste, was ich von Grass gelesen habe.

Und wie ich schon sinngemäß sagte: Je weniger ihn mögen, um so weniger muss ich teilen.

Mit Verlaub und mit Respekt, das ist meine Auffassung! zu deinen kritischen Einwänden.

---------------

Was ich noch nachtragen muss, sonst kann ich nicht einschlafen:

Ganz ohne Rechthaberei, schildert Grass seinen Versuch entwicklungspolitisch tätig zu werden, seine Naivität und sein scheitern in dieser Angelegenheit, und das in Ausführlichkeit. Auch seine Hinweise auf das Kriegsende, und die Schilderung seines Einstiegs in die Politik, auf drängen von Willy Brandt, bezeugt seine Bereitschaft eigene Positionen zu überdenken und zu ändern.

So jetzt gehe ich Schäfchen zählen, und wehe es ist ein weißes dabei. Und morgen wollen wir wie Kinder fromm und fröhlich sein.

Guten Nacht
« Letzte Änderung: 3. September 2010, 23:07 von Lost »

Offline sandhofer

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Re: Günter Grass
« Antwort #140 am: 4. September 2010, 06:24 »
Hätte Goethe nicht in einer bigotten Zeit gelebt, könnten wir auch von ihm mehr Frivoles erwarten.

Unterschätzt mir den alten Herrn nicht ...  :breitgrins: Sein Götz war ein Skandal, seine Römischen Elegien ebenso. Auch Faust II hat so seine Perlchen ...  :winken: Ich wollte mir den neuen Grass eigentlich letzhin kaufen. Immerhin gehöre ich zur Minderheit hier, die Grass' Box mochten. Also interessiert mich sein nächstes Buch sehr wohl. Es ist mir aber dann so einiges dazwischen gekommen. Nun mag Grass noch ein paar Monate warten ...
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen

Offline JMaria

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Re: Günter Grass
« Antwort #141 am: 4. September 2010, 09:06 »
Und ich schätze Grass' fast lebenslanges politisches Engagement - erst kürzlich haben mich seine Äußerungen über die Aushöhlung des Grundgesetzes in dem von Maria empfohlenen Interview wieder sehr beeindruckt.

http://www.daserste.de/druckfrisch/thema_dyn~id,358~cm.asp

ja, das Interview hat mich auch sehr beeindruckt. Eine Freundin fragte mich gestern ob es jemanden gäbe, der eines Tages seine gesellschaftpolitische Rolle einnehmen könnte. Ich wußte keine Antwort darauf.

Eure Diskussion verfolge ich sehr aufmerksam. Ich werde die Grimms Wörter lesen, sobald ich mit Middlemarch durch bin. Ich ahne, dass ich als eher Grass-Nichtkenner, denn sein großes Werk,wie die Blechtrommel oder auch die Danziger Trilogie, kenne ich nicht und somit es einfacher haben werden, denn ich werde Themenwiederholungen kaum erkennen. Ich kenne seine kleinen Werke, aber dafür liebe ich "Das Treffen in Telgte". Für mich große Literatur.

Viele Grüße
Maria

« Letzte Änderung: 4. September 2010, 09:09 von JMaria »
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Offline sandhofer

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Re: Günter Grass
« Antwort #142 am: 4. September 2010, 15:14 »
Eine Freundin fragte mich gestern ob es jemanden gäbe, der eines Tages seine gesellschaftpolitische Rolle einnehmen könnte. Ich wußte keine Antwort darauf.

Dieses Stück ist wohl aus. Insofern gibt es die Rolle auch nicht mehr. Und insofern ist Grass ein Fossil ..  :winken:
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Offline Gontscharow

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Re: Günter Grass
« Antwort #143 am: 4. September 2010, 16:17 »

Hallo Lost, hallo zusammen!

Grass hat die Wörter mit Bedacht ausgewählt, auch aus dem Grund um seine autobiografischen Teile damit einzuleiten und zu schmücken aber nicht alleine deswegen. Grass spielt mit Bedeutungen und Widersprüchen, mit den Veränderungen und ihren Wirkungen, er sucht nach Lücken und fragt nach den Gründen, stellt die eigene Gegenwart der Grimmschen gegenüber. 

Ja, er fragt z. B., warum unter C das Wort Cunnilingus von den Brüdern Grimm nicht aufgenommen wurde, eine  wohlfeile und wohl eher rhetorische Frage für jemanden im Jahre 50 nach der sexuellen Revolution.

Wenn Grass keine

Zitat
erotisch-obszönen Manierismen und Anspielungen

mehr verwendet, dann ist  er tot.
:breitgrins: :klatschen:

Ich kann damit leben, ich kann damit sogar gut leben, besser als mit sterilem Zeugs mit dem Triebe durch einen Heiligenschein getarnt werden und ein Röslein auf der Heide.... Hätte Goethe nicht in einer bigotten Zeit gelebt, könnten wir auch von ihm mehr Frivoles erwarten.

Darauf hat sandhofer schon geantwortet. Ich möchte in Bezug auf Erotik bei Goethe noch hinzufügen: FaustI/ Urfaust: Gretchen: Mein Schoß, Gott, drängt/ sich zu ihm hin ...Das Obszöne überlässt Goethe eher Mephisto (siehe z. B. Walpurgisnacht)!
Übrigens scheint mir gerade das Obszöne ein Indiz für eine bigotte Zeit. Die "Schweinereien"in der Blechtrommel aus den miefigen piefigen 50er/Anfang 60er Jahren hatten daher ihre Funktion und befreiende Wirkung, hier in diesem Buch halte ich die Obszönitäten für fehl am Platze, für die Sex-Protzerei eines alten Mannes, jedenfalls berühren sie mich peinlich.

"Schönbrüstige Ute" ist aber nicht mehr als ein Anklang an Übersetzungen von antiken Epen.

Ja, das ist mir schon auch aufgefallen. Er nennt sie aber nicht listenreich, rosenfingrig oder ähnlich :zwinker:, sondern zielt auf ihre erotischen Reize und man fragt sich, was das soll (s.o.), zumal man sonst im ganzen Buch nur noch von ihr hört, dass er morgens gemeinsam mit ihr Pillen einnimmt. Ich mag halt Männer nicht, die Frauen auf den Busen statt ins Gesicht  schauen oder meinen, das sei besonders männlich.


Was ich noch nachtragen muss, sonst kann ich nicht einschlafen:

Ganz ohne Rechthaberei, schildert Grass seinen Versuch entwicklungspolitisch tätig zu werden, seine Naivität und sein scheitern in dieser Angelegenheit, und das in Ausführlichkeit. Auch seine Hinweise auf das Kriegsende, und die Schilderung seines Einstiegs in die Politik, auf drängen von Willy Brandt, bezeugt seine Bereitschaft eigene Positionen zu überdenken und zu ändern.

Ich kann auch hier nichts Selbstkritisches entdecken. Das Entwicklungshilfeprojekt wird  farblos und sehr vage beschrieben, man wird kaum schlau daraus. Zwar spricht Grass von  mangelnder Eignung und erwiesenem Unvermögen (S.197), sagt aber nicht, auf wen sich das bezieht. Für das Scheitern verantwortlich sind die Geldgeber und die Verantwortlichen vor Ort. Und die Episode mit Willys Wahlkampf ist doch eine einzige Selbstlobeshymne: Grass ist als einziger bereit, ihm unverbrauchte Wörter zu liefern. Er hat Willy beigebracht,"Ich" zu sagen...

So, was ich in meinem vorherigen Posting vergessen habe zu sagen: Die altertümelnde Sprache ging mir auf Dauer ziemlich auf die Nerven. Es war wie mit Bekannten, die besonders gut Dialekte oder andere Leute nachahmen können und die kein Ende finden. Wie ihnen  möchte  man Grass zurufen: Du kannst das wirklich gut, aber jetzt sprich mal wieder wie du selbst.
Und nervig fand ich auch, dass alle paar Seiten ein Unk, ein Butt, eine Rättin auftaucht oder was Grass sonst noch an seltsamem Getier in seinem literarischen Aqu-bzw. Terrarium hat.

So, nun reicht's aber erstmal mit der Kritik. :winken:

Offline Dostoevskij

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Re: Günter Grass
« Antwort #144 am: 4. September 2010, 19:21 »
Moin, Moin!

Immerhin gehöre ich zur Minderheit hier, die Grass' Box mochten. Also interessiert mich sein nächstes Buch sehr wohl.

Oha. Das ist ein wichtiges Indiz. Wenn ein erfahrener Leser wie du etwas mag, das ich in Anbetracht der überwältigenden Verwerfung, die mich auch gedanklich nie in die Nähe eines Lesewunsche, die Box betreffend, brachte, dann könnte das meine rigorose Ablehnung gefährden.
Keep reading, Markus Kolbeck
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Offline Lost

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Re: Günter Grass
« Antwort #145 am: 5. September 2010, 13:59 »

So, nun reicht's aber erstmal mit der Kritik. :winken:

Da bleibt ja auch nicht mehr viel übrig zum kritisieren.  :rollen:

Selbst durch ein Duell wird man das nicht aus der Welt schaffen können. Also des einen Freud, des anderen Leid, es wird auch Mal umgekehrt sein.  :winken:


Offline Gontscharow

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Re: Günter Grass
« Antwort #146 am: 5. September 2010, 16:55 »

Selbst durch ein Duell wird man das nicht aus der Welt schaffen können. Also des einen Freud, des anderen Leid, es wird auch Mal umgekehrt sein. 

Huh, du kannst drohen! Nein, Scherz, ich freu mich drauf! :winken:

Offline Lauterbach

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Re: Günter Grass
« Antwort #147 am: 14. September 2010, 18:28 »
Hallo,

zur Zeit gibt es auf NDR KulturRadio eine Lesung von "Grimms Wörter"
von Günter Grass, immer um 22 Uhr.

Gruß, Lauterbach

Offline sandhofer

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Re: Günter Grass
« Antwort #148 am: 28. September 2010, 06:10 »
Grimms Wörter sind bei mir angekommen. Scheint sich um eine mehr oder weniger bibliophile Ausgabe zu handeln. Ausgepackt habe ich sie allerdings noch nicht - mangels Zeit ...
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen

Offline Lost

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Re: Günter Grass
« Antwort #149 am: 28. September 2010, 08:22 »
Grimms Wörter sind bei mir angekommen. Scheint sich um eine mehr oder weniger bibliophile Ausgabe zu handeln. Ausgepackt habe ich sie allerdings noch nicht - mangels Zeit ...

Die bibliophile Gestaltung. die ja auch ihren Preis hat, wurde von den ersten Amazon Rezensenten auch kritisiert. Zu wenig Text für den Preis.  Lange Zeit ists her, da hatten wir unter Freunden den Buchpreis / cm eingeführt, was wir allerdings nur auf Fachliteratur anwandten. So ein spezifischer Buchpreis wäre doch auch was für die Kritiker  :zwinker: