Und wenn sie auch wirklich lesen! - Hörte vor kurzem einen Germanistik-Professor klagen, moderne StudentINNen würden nicht mehr lesen wollen. - Vielleicht noch knapp die vorgeschriebene Lektüre, aber kein Quäntchen mehr und voraussetzen könne man nichts mehr... - Ob das früher anders war, kann ich nicht beurteilen, aber er behauptete es zumindest...
Das kann ich mehr oder weniger bestätigen. Bei mir selbst hängt es immer auch damit zusammen, ob mich das Thema des Seminars oder einzelner Termine interessiert (dann lese ich gerne auch vorbereitende Sek.Lit. für die einzelnen Termine), oder ob es Seminare sind, die ich belegen muss, dann beschränkt sich die Lektüre auf die Pflichtlektüre.
Aber es ist keineswegs vorrauszusetzen, dass auch jeder Seminarteilnehmer auch nur die Pflichtlektüre kennt. Im Grunde ist das aber auch kein Wunder. In 'Seminaren' mit oftmals gut und gerne 60-80 Teilnehmern bleibt auch die allerletzte Fremdregulierung, die Angst jederzeit vom Dozenten zum Thema gefragt/ in die Diskussion eingebunden werden zu können, auf der Strecke.
Die Schulweisheit 'Deutsch ist ein Laberfach' bestimmt oft die Studienfachwahl, weil man Germanistik vermeintlich locker nebenher durchziehen kann und seitens der Uni und der Dozenten wird auch nichts unternommen, um dieses Bild gerade zu rücken...
Aber es liegt auch nicht nur an den Studenten. Überfüllte Seminare, viel zu kleine und mies ausgestattete Räume, eine stetige Kürzung des Etats, die zur Stellenstreichung und damit zur Beschneidung der Themenvielfalt führt und z.T. überforderte und/oder unmotivierte Dozenten, die leider viel zu oft die Lehre als notwendiges Übel ansehen, um Forschen zu dürfen, haben auch ihren Anteil an der Situation!
@Astrid: Ich bin froh über meine Studienfachwahl. Insgesamt ist es ein Studiengang, der wirklich viel Spaß machen kann und wenn man dann noch ein paar nette Kommilitonen kennenlernt, weiß welche Dozenten ihre Seminare gut aufbauen und interessante Themen anbieten und man auch bereit ist, sich einige Sachverhalte in Eigenregie anzueignen, dann bringt es auch tatsächlich was. Größtes Manko ist vermutlich, dass die Seminare oft heillos überlaufen sind, damit zu einer reinen Aneinanderreihung von Referaten verkommen und für Diskussionen somit kaum Platz bleibt...