Da hier noch kein Bericht über eine Besuch der Parfüm-Verfilmung vorliegt...:
(Diese meine Kritik ist unter einem anderen „Nick“ auch im filmstarts.de-Forum zu lesen.)
Sex-. Und Gewalt – und Horror-Kult, als Mittelalterschinken, als Kost- oder Duftprobe, wie BLÖD-TV- "frei ab 12"?
Nein - dieser chemikalisch-parfümatorische Unsinn mit seiner Liebes-Kraft war nicht das Wichtigste für mich.
Nun, die Entschärfung der Gewalt- und orgiastischen Details zu der eher friedlich-schmusigen Sexgala in Grasse (der jemand die Erotik einer FKK-Szenerie attestierte) ist schon enorm (es war kein Penis zu sehen, wohl aber frisierte Schamdreiecke bei Frauen…) – damit das Prädikat ab 12“ möglich wurde:
Mein wichtigster Punkt bei diesem pseudo-romantischen Kult:
Der Engel mit dem betörenden Parfüm, der Essenz der Liebe:
Wg. der Romans von Süskind habe ich mir den Schmarren angekuckt.
Die Körper-Essenzerei (bei den Jungfrauen organisch abgezogen) ist physiologisch Unsinn; nie haben Menschen (der Gattung homo sapiens sapiens) auf solche Gerüche (Pheromone) reagiert. Das Gehirn wäre laufend und läufig durcheinander gekommen und hätte sich gar nicht zum Sprach-Organ ausbilden können.
Ja, es gibt immer noch Männer, die sich so benehmen, als ob sie bei "Liebe" - also Vorbe-Reitung auf Sex - bestialisch, animalisch über-zeugen...
Während man das noch als poetische Freiheit bei Süskind liest, ist es hier im Film wissenschaftlich-chemisch kultiviert gesehen Murks und Albernheit und Aberglaube.
Was aber dreister, dümmer und gefährlicher ist:
Der Massenmörder als Engel der Liebe, der zwar letztlich erdrückr wird ob seiner Gnadengabe von den Liebessüchtigen, dann aber mittels religiös besetzter Himmelfahrt buchstäblich in Verflüchtigung, in die ewig zu rühmende Dispersion gerät - das ist pseudo-religiöser Irrsinn und Wahn!
Aber so stellen sich wohl Kitschproduzenten theatralisch inszenierte, immerwährende Liebes-Sehnsüchte vor, vornehmlich von und für Frauen als Abhängigkeit von Männern.
Das wird zwar allgemein nicht als Wertverlust, als religiöser Tiefschlag empfunden in dieser BILD- und HollyBLÖD-Kultur, ist aber dreistes Altertum, wo z. B. in Griechenland auch alle Göttersöhne wie Prometheus, Oidipus, Herakles („Göttertöchter“ gab es ja nie...) in den Himmel aufgenommen wurden, damit ihnen auf Erden ewige Verehrung beschieden sei; nicht zuletzt der auf den Willen seines Vaters hin ermordete Jesus Christus.
Ein Amen, ein Hallullaja (gesungen von dem lallenden Engel von Ludwig Thoma oder von Mr. Bean in seiner Kapelle, woe er so duselig einschläft...) auf die reich ausgestattete, geistig arme Film-Geschichte.