Hallo Steffi, hallo Manjula
hallo zusammen,
ich nähere mich dem Ende und zwar mit etwas Wehmut gehe ich dem Ende des Buches entgegen. Man spürt immer mehr, dass wir dem Höhepunkt entgegen gehen; Schlüsselfigur - die Tochter von Gilberte, Mademoiselle de Saint-Loup. In ihr vereint sich Swann, Odette, Gilberte, Robert. Ich fand sie überaus schön. Noch voller Hoffnungen, lachend, aus ebenden Jahren gestaltet, die ich verloren hatte, sah sie meiner Jugend gleich.
Zuvor gab es jedoch noch eine sehr schöne Beschreibung:
War sie nicht, .... gleich einem jener sternförmigen Kreuzungspunkte in den Wäldern und auch in unserem Leben, an denen Wege von den verschiedensten Punkten her zusammenkommen? Sie waren zahlreich für mich, die Wege, die Mademoiselle de Saint-Loup zusammentrafen und strahlenförmig von ihr aus weiterführten. Vor allem aber trafen in ihr die beiden Gegenden aufeinander, in denen ich so viele Spaziergänge gemacht hatte und so vielen Träumen nachgegangen war - durch ihren Vater, Robert de Saint-Loup, die Gegend von Guermantes, durch Gilberte, ihre Mutter, die Gegend von Méséglise, in der man "unterwegs zu Swann" war. Der eine führte mich über die Mutter des jungen Mädchens und die Gärten der Champs-Élysées bis zu Swann, zu den Abenden in Combray, zu der Gegend von Méséglise; der andere über ihren Vater zu meinen Nachmittagen in Balbec, wo ich ihn wider am besonnten Meer stehen sah.....
und so fügt sich alles zusammen!
Genial.
Nachtrag:
im Anhang ist noch ein Auszug aus einem Interview mit Marcel, den ich sehr interessant fand:
"Nun, für mich ist der Roman nicht nur die Psychologie der Fläche, sondern die Psychologie in der Zeit. Diese unsichtbare Substaz der Zeit habe ich zu isolieren versucht, aber dazu war es nötig, daß das Experiment von einer gewissen Dauer war. Ich hoffe, am Ende meines Buches wird das eine ode andere bedeutungslose gesellschaftliche Ereignis, eine Heirat zwischen zwei Personen, die im ersten Band klar unterschiedenen Welten angehörten, veranschaulichen, daß Zeit vergangen ist, und die Schönheit mancher patinierter Bleie in Versailles annehmen, denen die Zeit ein smaragdenes Kleid übergezogen hat."
das ist ihm gelungen.
Liebe Grüße
Maria