Zwei Empfehlungen zu Klaus Mann:
1. Der Wendepunkt
K.M. gibt eine autobiographische Darstellung seines Lebens. Es geht vor allem auf seine eigene innere Entwicklung ein und auf die Brüche in seinem Leben. Besonders interessant fand ich den Teil seiner Kindheit, wie er den Vater erlebte und was ihn (auch literarisch) nachdrücklich prägte. In erster Linie ist es aber eine Kampfschrift gegen den Nationnalsozialismus und das Erwachen seiner eigenen politischen Natur. Sinnigerweise endet das Buch mit seinem Eintritt in die US Army
2. Das vergitterte Fenster
Eine Novelle, die letzte, die er schrieb. Thematik ist ein sehr starker Todestrieb (dargestellt am alternden Ludwig II., kurz nach seiner Entmündigung), um nicht zu sagen eine Todessehnsucht, die auch Klaus Mann sein ganzes Leben über hatte. Er wurde stark kritisiert, weil er die Novelle im Exil veröffentlichte und seine Exilkollegen ihm vorwarfen, es sei keine Zeit für resignatorische, sondern für kraftvolle Worte. Sehr dicht, sehr genau, sehr anrührend.
Bei Klaus Mann ist das faszinierendste, dass ihn erst seine Zeit zum politischen Menschen gemacht hat. Eher verträumt, düster, melancholisch wurde er zu einem führenden Mitglied der Exilautoren, und einer der kraftvollsten Organisatoren des literarischen Widerstandes. Er musste sich dabei mehr zwingen als andere, auch als sein Vater. Drogenmissbrauch und Todessehnsucht begleiteten ihn sein Leben lang.