Hallo H.-P.,
ich komme auf deine Beiträge vom 18. Februar zurück. Im Grunde stimme ich ihnen zu. Wahrscheinlich wird der Begriff Kunst in der Gegenwart zu viel und zu ausufernd gebraucht und hat mit Goethes, Thomas Manns, Nietzsches usw. Kunstvorstellungen weniger gemein. Kunst als Gelungenes als Kunstkriterium zu sehen, halte ich auch nicht für die rechte Entwicklung. Das Kunst von Handwerk und Künstlercharakter abhängt ist hinlänglich bekannt, aber dies macht noch keinen Plakat- oder sonstigen Künstler. Ich glaube, es spielt mehr hinein. Kunst muss vieles ansprechen und einlösen, um Kunst zu sein und dies wird sicher zu einem engeren Begriff führen (zurück zu Nietzsche & Co.), der aber notwendig ist als Qualitätsmerkmal. Sich als Künstler begreifen und darstellen reicht nicht, auch ein Handwerk beherrschen allein reicht nicht, selbst die beiden zusammen reichen nicht, Kunst geht darüber hinaus und mein Eindruck ist, dass gerade moderne Künstler dies nicht oder unzureichend erfüllen.
Deine Wertschätzung der Kunstadressaten finde ich gut. In der Tat wird Kunst erst lebbar, wenn sich die Adressaten angesprochen (oder bewusst abgestoßen) fühlen. Bei Neo Rauch bin ich da hin- und hergerissen. Einige Bilder finde ich genial, andere sagen mir weniger zu. Wo er zu sehr surrealistisch wird, habe ich meine Zweifel. Als Künstler erfüllt er aber die von mir erwarteten Kriterien.
Grüße, FA