Hallo!
Das Wichtige eines Sach- und Fachbuches ist IMHO nicht seine Länge und sein Ausgewälztsein. Für mich wäre sogar ein Zugewinn, wenn man die Thesen und Grundaussagen eines solchen Buch in einem Exzerpt vefügbar hätte, freilich nur kostenfrei. Bei 199.- Euro vergeht mir aber sofort die Lust, auch nur darüber nachzudenken.
Versteh ich nicht - von Sach- oder Fachbüchern war doch nicht die Rede. - Und in der "schöngeistigen" Literatur ist solches Unsinn. Um bei den von mir erwähnten Beispielen zu bleiben: Was nützt mir die zusammenfassende Beschreibung einer Schweizer Lungenheilanstalt, wenn ich nicht Settembrinis Tischgespräche kenne, Mynheer Pepperkorn, den Großmeister der fragmentarischen Ausdrucksweise oder die moralinsauren Ausführungen Naphtas? Wie eine Parallelaktion beschreiben, das Paradigmatische der Kurzschriftsysteme Öhl und Vogelsang für die Sinnhaftigkeit des vorzubereitenden Jubiläums?
Ich versteh's auch aus grundsätzlichen Überlegungen nicht. Man _muss_ eben nichts gelesen haben, wenn man aber _gern_ liest, wird man's tun. Das Wissen um den Inhalt eines Buches hat nichts, aber rein gar nichts mit dem Genuss des Lesens zu tun. Er kann eben bestenfalls als Tischgesprächsgrundlage dienen (man denke an die Frau Stöhr im Zauberberg, die zur Freude Settembrinis auch den guten Tantalos mal den Marmor wälzen lässt).
Vielleicht ist meine Abneigung gegen diese Art Unterhaltung auch durch Erfahrung geprägt und verstärkt, da ich - leider - viele Menschen kenne, die da glauben, dass es mir eine besondere Freude sei, mich über Literatur zu äußern. Was prinzipiell stimmt, vorausgesetzt, jemand hat sich mal auch Gedanken über das lesetechnisch Konsumierte gemacht. Ansonsten ziehe ich Gespräche über die Fußballbundesliga oder die zweifelhafte Gegnerwahl bei Erdeis nächster Titelverteidigung im Halbschwergewicht (WBO) bei weitem vor.
Grüße
s.