Autor Thema: Sanatoriumromane  (Gelesen 7295 mal)

Offline JMaria

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Sanatoriumromane
« am: 19. Mai 2007, 21:41 »
Hallo zusammen,

kennt ihr die Situation: Jemand drückt euch ein Buch in die Hand und meint dazu, 'das mußt du unbedingt lesen', obwohl es überhaupt nicht in euer 'Beuteraster' fällt. Naja, ich konnte nicht nein sagen und das Buch ist zum Glück nicht umfangreich, so daß ich es an einem Nachmittag gelesen habe. Es handelt sich um:

Paulo Coelho: Veronika beschließt zu sterben.

naja - ich weiß nicht so recht, was ich von der Handlung halten soll. Hausgemachte Weisheiten in einem einfachen Rahmen gepackt.
Hauptsächlich handelt der Roman in einem Sanatorium in Slowenien.

Gedanklich war ich während des Lesens mehr beim "Zauberberg" von Thomas Mann, als bei Coelho's Roman. Ein weiterer Roman, der mich von der Handlung her und erzählerisch sehr beeindruckte und in einem Sanatorium spielt, war "Auf der anderen Seite der Welt" von Dieter Forte. Kennt jemand den Roman von Dieter Forte?

dann kenne ich noch die Erzählungen:
-Krankenzimmer Nr. 6 von Anton Tschechow
-Tristan von Thomas Mann


Kennt ihr weitere gute Romane die in einem Sanatorium spielen?

Viele Grüße
Maria
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Offline Dostoevskij

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Re: Sanatoriumromane
« Antwort #1 am: 20. Mai 2007, 11:03 »
Moin, Moin!

Kennt ihr weitere gute Romane die in einem Sanatorium spielen?

Ich lese gerade einen: Das letzte Kapitel von Knut Hamsun. Und es stimmt, ständig kommt einem der Zauberberg gedanklich dazwischen. Aber Hamsuns Buch kann sich als eigentändig-gutes Werk behaupten.
Keep reading, Markus Kolbeck
Leipziger Bücherlei http://www.buecherlei.de/

Offline Leibgeber

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Re: Sanatoriumromane
« Antwort #2 am: 20. Mai 2007, 13:21 »
Ich kenne noch nicht mal den "Zauberberg". Sowas. Aber die Erzählung von Tschechow. Die ist übrigens sehr gut.

Ich hab mich daran erinnert, dass ich vor zig Jahren mal einen "Sanatoriumsroman" gelesen hab.
Diesen hier.

Galen, Philipp:
Der Irre von S[ank]t James : Roman / Philipp Galen. - Neuausg.. - Frankfurt (am Main) : Fischer-Taschenbuch-Verlag, 1974. - 421 S.; ; 18 cm
(Fischer-Taschenbücher ; 1506 : das Schmökerkabinett)
ISBN 3-436-01961-5 kart. : DM 6.80

(Es gibt auch zwei andere neue Ausgaben davon.)

Es ist ein in der klassischen Literatur häufiger vorkommendes Thema, jemand wird von der bösen Verwandtschaft ins Irrenhaus gebracht.
Ich erinnere mich, ohne konkret Titel nennen zu können, dass bspw. Bedlam in der englischen Romanliteratur immer mal wieder vorkommt.
Die Zustände müssen grauenhaft gewesen sein.
Muss irgendwie auf den Nägeln gebrannt haben, das Thema ...

Philipp Galen war seinerzeit ein recht viel gelesener Autor.

( Von den in der Wikipedia angegebenen Links hab ich gerad mal den über seine Bekanntschaft mit Balduin Möllhausen durchgelesen. Interessant. Möllhausen hatte ich seinerzeit wegen einer Seminararbeit zwischen. )

Einer der vielen viel produzierenden Autoren des 19. Jahrhunderts, irgendwie in der zweiten Reihe hinter denen, die wir noch kennen und lesen.
( Wie Möllhausen auch, ein Klassiker der Indianerliteratur, Karl May hat sich bei ihm bedient. )
Mit Sicherheit gute Schmökerliteratur. Über den literarischen Wert kann ich nichts sagen, ist viel zu lange her.

Gruß
Leibgeber
Ich vergesse das meiste, was ich gelesen habe, so wie das, was ich gegessen habe; ich weiß aber soviel, beides trägt nichtsdestoweniger zu Erhaltung meines Geistes und meines Leibes bei.
(G. C. Lichtenberg)

Offline Zefira

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Re: Sanatoriumromane
« Antwort #3 am: 20. Mai 2007, 14:40 »
Hallo,

ein SUB-Dauerkunde bei mir ist "Nie wieder Höhenluft" von Octave Mirbeau, ein satirischer Roman aus dem jahr 1901, der in einem Luftkurort in den Pyrenäen spielt. Ich habe ihn mal geschenkt bekommen, aber immer noch nicht gelesen, obwohl mich das Thema und das Lokalkolorit an sich interessieren .... vielleicht nehme ich mir das Buch nun doch endlich mal vor. Es soll sehr witzig sein, ich kann mich erinnern, dass Herr Karasek es einmal im "Literarischen Quartett" dringend emfohlen hat.

lG Zefira

Offline xenophanes

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Re: Sanatoriumromane
« Antwort #4 am: 20. Mai 2007, 16:53 »

Thomas Bernhard: Der Atem


CK


Offline gantenbeinin

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Re: Sanatoriumromane
« Antwort #5 am: 20. Mai 2007, 18:42 »
"Auf der anderen Seite der Welt"[/url] von Dieter Forte.[/i] Kennt jemand den Roman von Dieter Forte?

Ja. Ist die hautnahe, ruhige, fatalistische Schilderung der letzten Grenzsituation des Lebens. Außerdem aber noch ein gutes Bild der Nachkriegs-BRD und als solche eine Fortsetzung von Fortes "Das Haus auf meinen Schultern", das ich, wann immer sich ein Anlaß bietet, ebenfalls heftigst empfehle.
Gruß
g.

Und diese Veronica war mal mein erster und damit auch letzter Versuch mit Coelho.

Offline finsbury

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Re: Sanatoriumromane
« Antwort #6 am: 21. Mai 2007, 17:26 »
Boah,

ich habe gestern ein Drama hier dazugestellt und auch ganz richtig reingeschrieben und es ist nicht da!! :grmpf:

Es ist ein langer Titel und war mühsam!

Peter Weiss: Die Verfolgung und Ermordung des Jean Paul Marats dargestellt durch die Mitglieder des Hospizes zu Charentaon unter der Leitung des Herrn de Sade

Klasse Drama, übernehme aber keine Verantwortung für die  Richtigkeit des Gesamttitels, nochmal renne ich nicht, ihn aus dem Bücherregal zu ziehen.

HG
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Offline Lucie

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Re: Sanatoriumromane
« Antwort #7 am: 21. Mai 2007, 20:41 »
Guten Abend,
Veronika beschließt zu sterben habe ich auch gelesen, ich fand dieses Buch sehr gut; es war schön zu lesen (wenn auch schnell vorbei) und eine schöne Ablenkung.
Ken Kesey - Einer flog über das Kuckucksnest.. da gibt es dann auch sofort einen sehr netten Film zu ;) Die 'böse' Krankenschwester ist sehr gut besetzt worden, den Gesichtsausdruck dieser Frau hätte man nicht besser treffen können!
Grüße,
Lucie.

Offline finsbury

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Re: Sanatoriumromane
« Antwort #8 am: 22. Mai 2007, 15:21 »

Hallo gantenbeinin,
[Ja. Ist die hautnahe, ruhige, fatalistische Schilderung der letzten Grenzsituation des Lebens. Außerdem aber noch ein gutes Bild der Nachkriegs-BRD und als solche eine Fortsetzung von Fortes "Das Haus auf meinen Schultern", das ich, wann immer sich ein Anlaß bietet, ebenfalls heftigst empfehle.


Kann ich nur unterstreichen: einer der besten deutschen Romane der letzten beiden Jahrzehnte, wie ich finde.

HG
finsbury
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Offline Imrahil

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Re: Sanatoriumromane
« Antwort #9 am: 22. Mai 2007, 19:04 »
Kann ich ehrlich gesagt überhaupt nicht bestätigen, mir war der Roman viel zu verworren und eine Qual. Konnte mich nicht mit Fortes Stil anfreunden, es schienen mir lauter lose Erzählversatzstücke, die nicht zu einer Einheit finden konnte. Es mag aber sein, dass ich den Roman nicht verstanden habe :zwinker:

Absolut zu empfehlen aber natürlich die von Xenophanes erwähnte autobiographische Erzählung der Atem, zumindest wenn man -wie ich -  Bernhard mag.

Imrahil
"Die Kunst des Nachdenkens besteht in der Kunst..., das Denken genau vor dem tödlichen Augenblick abzubrechen. - Thomas Bernhard, Gehen

Offline xenophanes

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Re: Sanatoriumromane
« Antwort #10 am: 22. Mai 2007, 19:34 »
Absolut zu empfehlen aber natürlich die von Xenophanes erwähnte autobiographische Erzählung der Atem, zumindest wenn man -wie ich -  Bernhard mag.

Nebst allen anderen Erzählwerken Bernhards  :smile:


CK


Offline Steffi

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Re: Sanatoriumromane
« Antwort #11 am: 31. Mai 2007, 18:42 »
Hallo !

Weitere Sanatoriumsromane fallen mir nicht ein - aber Forte liegt bereits in nächster Nähe auf meinem SUB, nur noch schnell Maugham fertiglesen und dann gehts los ! Und schön - mal wieder ein Thomas Bernhard-Tipp, danke !!

Gruß von Steffi
Gruß von Steffi

Offline JMaria

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Re: Sanatoriumromane
« Antwort #12 am: 6. Juni 2007, 10:22 »
Hallo zusammen,

ich möchte mich noch für eure Buchvorschläge bedanken.  :winken:
Es wird Zeit, dass ich endlich etwas von Thomas Bernhard lese.

@Steffi:
berichte doch bitte, wie dir Forte "Auf der anderen Seite der Welt" gefällt.

Viele Grüße
Maria
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Offline JMaria

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Re: Sanatoriumromane
« Antwort #13 am: 17. April 2009, 11:21 »
Hallo zusammen,

"Nie wieder Höhenluft" von Octave Mirbeau habe ich mir vor ein paar Wochen auch bei Jokers gekauft.

ich finde den 1. Satz bereits reizvoll:
Im Sommer will es die Mode - oder die Sorge um die Gesundheit, die auch eine Mode ist -, daß man sich auf Reisen begibt.

Danke fürs Erinnern, Dostoevskij  :smile:

Viele Grüße
Maria
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Offline klassikfreund

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Re: Sanatoriumromane
« Antwort #14 am: 17. April 2009, 23:07 »
Na, da muss ich wohl auf das nächste versandkostenfreie Wochenende warten. Ist aber auch zu ärgerlich, dass man immer dann auf schöne Bücher hingewiesen wird, wenn man gerade eine Jokers-Bestellung erhalten hat.

Gruß, Thomas