Alfred Döblin ist ein Autor, der nun wirklich alles mögliche geschrieben hat, von expressionistischen Erzählungen ("Ermordung einer Butterblume"), über sein Hauptwerk "Berlin Alexanderplatz", historische Werke wie "Wallenstein" oder die "November 1918"-Trilogie und am Schluss anscheinend auch religiöse Romane.
Empfehlen kann ich neben dem Alexanderplatz folgende Romane:
- "Wadzeks Kampf mit der Dampfturbine": Ein urkomischer Roman über Herrn Wadzek und seinem Kampf mit der Moderne, seinem technisch überlegenen Firmengegner Rommel, mit burlesken, verrückten Beschreibungen und jeder Menge Humor. Der erste in Berlin spielende Roman Döblins. Mag aber nicht jedermans Sache sein, die Handlung ist alles andere als "logisch", die Aktionen der Protagonisten originell und unkonventionell...
- "Die drei Sprünge des Wang-Lun": Ein chinesischer Roman (Exotismus) mit einer sprachlichen Urgewalt, viel Gewalt und Drastik, aber auch gewissermassen philsophischen Gedankengängen (Taoismus). Sehr empfehlenswert.
- "Manas": Dies ist ein indisches Epos, sogenanntes "modernes Epos", im Flattersatz (so viel ich weiss) verfasst, mit Naturgeistern, Dämonen etc. Allein des Stils wegen und der mutigen Umsetzung einer im 20. Jhd. eher weniger geschätzten Idee / Gattung sollte man es lesen.
Fazit: Döblin hat alles ausprobiert, was die literarischen Möglichkeiten hergeben und meistens auch reüssiert, wiewohl beim Publikum bis auf den "Alexanderplatz" eher weniger berücksichtigt. Auch ein Drama hat er verfasst, dass angeblich weniger gelungen sein soll. Weiss jemand, ober sich auch in der Lyrik versucht hat?
Liebe Grüsse,
Imrahil