Autor Thema: Alfred Döblin  (Gelesen 7570 mal)

Offline Zola

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Re: Alfred Döblin
« Antwort #30 am: 12. November 2008, 16:30 »
Danke für den Hinweis! Da kann ich mir endlich "November 1918" nachkaufen 8-)

Nach einigem Hin & Her ist der mir noch fehlende "November 1918" endlcih eingetroffen. Erster Eindruck: Ein Schnäppchen. Leinen, Schutzumschlag, Lesebändchen, angenehm gesetzt: für unter 20 Euro. Wer noch keine Döblin-Ausgabe hat - hier ist sie. Ich werd wohl noch mein pobliges "Hamlet"-Taschenbuch gegen die geb. Ausgabe austauschen.


danke für die Info! Anmerkungsapparat, Kommentarteil oder Nachwort gibt es aber (bis auf den Kurzbeitrag aus dem Kindler) keinen?
Welche Textgrundlage wurde verwendet, ist das ersichtlich?
Neben dem "November 1918" würde mich der Wallenstein interessieren. Er hat in der Fischer-Ausgabe fast genauso viele Seiten wie die ausführlich kommentierte Walter-Ausgabe aus dem Jahr 2001. Er sollte also zumindest einen Anmerkungsapparat haben...

Offline Giesbert Damaschke

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Re: Alfred Döblin
« Antwort #31 am: 12. November 2008, 17:37 »
Anmerkungsapparat, Kommentarteil oder Nachwort gibt es aber (bis auf den Kurzbeitrag aus dem Kindler) keinen?
Welche Textgrundlage wurde verwendet, ist das ersichtlich?

An Kommentar gibt es lediglich in jedem der vier Bände den Kindler-Artikel (ob das ein Auszug oder vollständig ist, kann ich jetzt nicht entscheiden). Ansonsten eine editorische Notiz:

"Die vorliegende Ausgabe ... ist textidentisch mit: "... November 1918 .... Olten u. Freiburg i. Br. 1991 (= Ausgewählte Werke in Einzelbänden. Begründet von Walter Muscht ...) ... Der Text der vorliegenden Ausgabe basiert auf der textkritischen Sichtung sämtlicher Überlieferungsträger ... Orthographie und Interpunktion wurden behutsam modernisiert ...."

Zitat
Neben dem "November 1918" würde mich der Wallenstein interessieren. Er hat in der Fischer-Ausgabe fast genauso viele Seiten wie die ausführlich kommentierte Walter-Ausgabe aus dem Jahr 2001. Er sollte also zumindest einen Anmerkungsapparat haben...

Der Wallenstein ist in der Walter-Ausgabe ja knalleng gedruckt. Bei Fischer dürfte der sehr viel großzügigere Satzspiegel dafür sorgen, dass der gleiche Umfang ohne Anmerkdungen erreicht wird.
« Letzte Änderung: 12. November 2008, 17:40 von giesbert »
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Offline sandhofer

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Re: Alfred Döblin
« Antwort #32 am: 12. November 2008, 19:09 »
Begründet von Walter Muscht ...

Hm ... Muschg?
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen

Offline Giesbert Damaschke

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Re: Alfred Döblin
« Antwort #33 am: 13. November 2008, 01:53 »
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Offline Zola

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Re: Alfred Döblin
« Antwort #34 am: 13. November 2008, 11:16 »
Anmerkungsapparat, Kommentarteil oder Nachwort gibt es aber (bis auf den Kurzbeitrag aus dem Kindler) keinen?
Welche Textgrundlage wurde verwendet, ist das ersichtlich?

An Kommentar gibt es lediglich in jedem der vier Bände den Kindler-Artikel (ob das ein Auszug oder vollständig ist, kann ich jetzt nicht entscheiden). Ansonsten eine editorische Notiz:

"Die vorliegende Ausgabe ... ist textidentisch mit: "... November 1918 .... Olten u. Freiburg i. Br. 1991 (= Ausgewählte Werke in Einzelbänden. Begründet von Walter Muscht ...) ... Der Text der vorliegenden Ausgabe basiert auf der textkritischen Sichtung sämtlicher Überlieferungsträger ... Orthographie und Interpunktion wurden behutsam modernisiert ...."

Danke für die Info! D.h. im Gegensatz zur letzten Walter-Ausgabe (das war die von 1991) fehlt nur der Anhang.
Ich bin nur ein bisschen vorsichtig geworden, seit ich gelesen habe, dass Walter Muschg die erste Ausgabe von "Amazonas" angeblich stärker angeändert hatte...

Zitat
Neben dem "November 1918" würde mich der Wallenstein interessieren. Er hat in der Fischer-Ausgabe fast genauso viele Seiten wie die ausführlich kommentierte Walter-Ausgabe aus dem Jahr 2001. Er sollte also zumindest einen Anmerkungsapparat haben...

Der Wallenstein ist in der Walter-Ausgabe ja knalleng gedruckt. Bei Fischer dürfte der sehr viel großzügigere Satzspiegel dafür sorgen, dass der gleiche Umfang ohne Anmerkdungen erreicht wird.

Die ältere Wallenstein-Ausgabe aus dem Walter-Verlag hatte 750 Seiten, die neue (aus dem Jahr 2001) hat 996 Seiten. Ich dachte der Unterschied macht 200 Seiten Kommentar aus. Aber knapp 1000 Seiten eng gedruckt ist nichts für meine armen Augen, die werden eh schon viel zu stark beansprucht. Dann werde ich mir wohl die Fischer-Ausgabe zulegen und auf den Anhang verzichten.
Wie ist eigentlich der "Hamlet", würdest Du ihn weiterempfehlen?

Offline Giesbert Damaschke

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Re: Alfred Döblin
« Antwort #35 am: 13. November 2008, 12:10 »
Das ist alles ein wenig verwirrend, mit den Döblin-Ausgaben.

Ich hab hier den "Wallenstein" in der Lizenz-Ausgabe der Büchergilde, die "in Zusammenarbeit mit dem Walter-Verlag" entstanden ist. "Printed in Switzerland 1978". Die von Dir erwähnte Neuausgabe aus dem Jahr 2001 kenne ich nicht.

Diese Ausgabe ist ohne Anmerkungen und inklusive Nachwort des Herausgebers (ca. 10 Seiten) 751 Seiten dick.

So wahnsinnig eng bedruckt wie ich es in Erinnerung hatte, will mir die jetzt allerdings auch nicht mehr scheinen, wenn die Seiten auch arg voll sind und der "November 1918" bei Fischer deutlich lesbarer gedruckt ist. Man müsste die verschiedenen Ausgaben mal vor sich liegen haben und vergleichen können.

Den "Hamlet" habe ich noch nicht gelesen - wie ich überhaupt von Döblin nur sehr wenig kenne, den "Alexanderplatz" natürlich, ein paar kürzere Texte & Artikel, aber keine weiteren Romane. Weshalb der seit Jahr und Tag auf meiner Leseliste steht ;-)

Zum "November 1918" gibt es übrigens eine aktuelle Rezension von Jan Süselbeck:

Zitat
Der Teufel blieb

Alfred Döblins monumentales "Erzählwerk" über die deutsche Revolution vom "November 1918" ist wieder aufgelegt worden - ein historischer Roman, der Maßstäbe für die Prosa eines ganzen Jahrhunderts setzte

http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=12507
« Letzte Änderung: 13. November 2008, 12:13 von giesbert »
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Offline JMaria

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Antw:Alfred Döblin
« Antwort #36 am: 23. Oktober 2011, 09:14 »
Hallo zusammen,

eine Biographie ist rausgekommen.

Wilfried F. Schoeller: "Döblin".
----> FAZ: Tausend Fäden Aberwitz

Nicht zu fassen, dass wir darauf Jahrzehnte warten mussten: Wilfried F. Schoellers Biographie Alfred Döblins schließt eine klaffende Lücke.





Gruß,
Maria
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Offline Isadora

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Antw:Alfred Döblin
« Antwort #37 am: 23. Oktober 2011, 18:10 »
Ich muss zugeben, dass ich durch die Uni mit Berlin Alexanderplatz in Berührung gekommen bin, es aber schon auf den ersten paar Seiten relativ furchtbar fand. Das hängt sicherlich damit zusammen, dass ich auf die Geschichte von Franz Biberkopf nicht mit zitternden Händen und freudentränennassen Augen gewartet habe, sprich, sie hat mich herzlich wenig interessiert. Auch Wallenstein ist nicht gerade der Stoff, aus dem meine Träume gemacht sind.

Im Moment habe ich aber Berge, Meere und Giganten begonnen, was mein Döblinbild bis jetzt doch radikal verändert hat. Ich bin zwar erst auf Seite 30 des 800-Seiten-Wälzers (ca. 200 Seiten davon sind allerdings Anmerkungen und Kommentar), aber die Sprache ist unglaublich schön und auch der Inhalt ist endlich über die Historie und das großstädtische Einzelschicksal (entschuldige, Franz B.) hinausgekommen. Wie gesagt, bis jetzt liest es sich sehr, sehr gut, richtig monumental. Ich bin gespannt wie es weitergeht.
... this is nat language at any sinse of the world.

Offline Lost

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Antw:Alfred Döblin
« Antwort #38 am: 23. Oktober 2011, 19:22 »
Ich muss zugeben, dass ich durch die Uni mit Berlin Alexanderplatz in Berührung gekommen bin, es aber schon auf den ersten paar Seiten relativ furchtbar fand. Das hängt sicherlich damit zusammen, dass ich auf die Geschichte von Franz Biberkopf nicht mit zitternden Händen und freudentränennassen Augen gewartet habe, sprich, sie hat mich herzlich wenig interessiert. Auch Wallenstein ist nicht gerade der Stoff, aus dem meine Träume gemacht sind.

Im Moment habe ich aber Berge, Meere und Giganten begonnen, was mein Döblinbild bis jetzt doch radikal verändert hat. Ich bin zwar erst auf Seite 30 des 800-Seiten-Wälzers (ca. 200 Seiten davon sind allerdings Anmerkungen und Kommentar), aber die Sprache ist unglaublich schön und auch der Inhalt ist endlich über die Historie und das großstädtische Einzelschicksal (entschuldige, Franz B.) hinausgekommen. Wie gesagt, bis jetzt liest es sich sehr, sehr gut, richtig monumental. Ich bin gespannt wie es weitergeht.


Es wäre nett, wenn du ab und zu deine weiteren Eindrücke schilderst. Vielleicht hilft es mir meine Furcht vor dem Mount Döblin etwas zu dämpfen.