Autor Thema: Gebirgige Literatur  (Gelesen 7980 mal)

Offline gantenbeinin

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 143
Gebirgige Literatur
« am: 25. Juni 2007, 11:48 »
Hallo,

da in der Meereslektüre so eine anregende und Reminiszenzen weckende Titelsammlung zusammenkommt, hoffe ich auf gleichen Effekt "im Gebirge".
Mir selbst fällt aus dem Stand nur viel Stifter ein, Büchners "Lenz" und..................."Heidi" (was aber definitiv ein Klassiker ist :smile:)

Gruß
g.

Offline JMaria

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3858
Re: Gebirgige Literatur
« Antwort #1 am: 25. Juni 2007, 11:52 »
Hallo gantenbeinin

wie wärs mit einer Liegekur in Davos?  :breitgrins: ,  Spaziergänge, eine Verirrung im Schnee usw...
"Der Zauberberg" von Thomas Mann.

Viele Grüße
Maria
« Letzte Änderung: 25. Juni 2007, 11:55 von JMaria »
Aktuell:

Offline sandhofer

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 5086
Re: Gebirgige Literatur
« Antwort #2 am: 25. Juni 2007, 12:11 »
Grosse Teile von Tolkiens Herr der Ringe ... Ludwig Hohl: Bergfahrt ... der Raumpilot Pirx von Stanisław Lem ist angefressener Bergsteiger, ebenso einer seiner Roboter ...
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen

Offline gantenbeinin

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 143
Re: Gebirgige Literatur
« Antwort #3 am: 25. Juni 2007, 12:13 »
Hallo JMaria,

Wie wahr! Und wenn man bei Heidi anfängt wäre der Assoziationsweg eigentlich kein weiter
gewesen, von der lungenkranken Frankfurter Klara beim Almöhi, bis zu Hans Castorp, Madame Chauchat und Kollegen  am Zauberberg :breitgrins: :breitgrins:
 Wie ich eben schon sagte: Sehr hilfreich diese threads :smile:

Herzlichen Gruß
g.

Offline BigBen

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 776
    • Zwischen den Seiten
Re: Gebirgige Literatur
« Antwort #4 am: 25. Juni 2007, 12:16 »
Max Frisch "Der Mensch erscheint im Holozän"
"Es ist die Pflicht eines jeden, es auch auszusprechen, wenn er etwas als falsch erkennt." --- Stefan Heym (2001)

Offline Sir Thomas

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1745
Re: Gebirgige Literatur
« Antwort #5 am: 25. Juni 2007, 14:50 »
"Die Judenbuche - eine Geschichte aus dem gebirgichten Westfalen", so der offizielle Titel der bekannten Droste-Hülshoff-Novelle. Naja, was der Westfale so als "Gerbirge" bezeichnet, ist wohl eher eine Ansammlung von bewaldeten Höhenzügen ... :zwinker:

Sir Thomas

Offline xenophanes

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1894
    • christian köllerer.net
Re: Gebirgige Literatur
« Antwort #6 am: 25. Juni 2007, 15:21 »
Hallo!

Thomas Bernhard: Frost


CK


Offline Leibgeber

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 477
Re: Gebirgige Literatur
« Antwort #7 am: 25. Juni 2007, 17:57 »
Da wir ihn bei der Seefahrt ja schon hatten, darf er hier nicht fehlen.
Poe, Das Tagebuch des Julius Rodman.
Überquerung der Rocky Mountains.
OKOK, er hat das erfunden. Aber trotzdem ....

Wie definieren wir "Gebirge"??  Wo ja schon Westfalen genannt wurde ...   :rollen:
Also: Heine, Die Harzreise.

Diverse Karls May's, oder? In den Schluchten des Balkan ...

Schottisches Hochland: Stevenson.

Irgendwie fällt mir auch nicht viel ein. Bescheuerte Städter, die Autoren die ich so les.   :breitgrins:

Achja, sehr guter Klassiker:
B. Traven, Der Schatz der Sierra Madre.
Ähh ... hüstel ... flüster ... also, ich bin mir fast sicher, den Roman nie gelesen zu haben.
Der Film ist großartig.

Übrigens, nur für dich: hatte nicht Schopenhauer irgendwann so ein Gebirgserlebnis gehabt? Alpen, Matterhorn ... ? Weiß nicht mehr.
Briefe von ihm hab ich nicht gelesen, muss es wohl bei Safranski oder sonstwo gefunden haben.
Ich vergesse das meiste, was ich gelesen habe, so wie das, was ich gegessen habe; ich weiß aber soviel, beides trägt nichtsdestoweniger zu Erhaltung meines Geistes und meines Leibes bei.
(G. C. Lichtenberg)

Offline Friedrich-Arthur

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1120
Re: Gebirgige Literatur
« Antwort #8 am: 25. Juni 2007, 20:36 »
Hallo gantenbeinin,

Nietzsche hatte ja immer Sehnsucht nach Musik und Gebirge und Zarathustra verließ das Gebirge, um zu den Menschen zu gehen...

Ansonsten lese ich zu Weihnachten immer Der Bergkristall von Adalbert Stifter Lektüregewohnheit und auch den Film dazu habe ich mir gekauft...

Auch Die Steinflut von Franz Hohler habe ich sehr gern gelesen und in guter Erinnerung...

"Die Judenbuche" und "Der Zauberberg" wurden ja schon genannt...

Grüße, FA
Daß man gegen seine Handlungen keine Feigheit begeht! daß man sie nicht hinterdrein im Stiche läßt! - Der Gewissensbiß ist unanständig.

Friedrich Nietzsche - Götzen-Dämmerung, Spruch 10

Offline gantenbeinin

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 143
Re: Gebirgige Literatur
« Antwort #9 am: 25. Juni 2007, 20:58 »

Übrigens, nur für dich: hatte nicht Schopenhauer irgendwann so ein Gebirgserlebnis gehabt? Alpen, Matterhorn ... ? Weiß nicht mehr.
Briefe von ihm hab ich nicht gelesen, muss es wohl bei Safranski oder sonstwo gefunden haben.

 :smile: :winken:
Ja hatte er, mehrere, glaub ich.

In den Reisetagebüchern 1803/04 berichtet er vom Ersteigen des Pilatus, mit Führer, und vom Rumgekraxel im Mont Blanc-Gletscher.
Am Ende der P und P II stehen, nach einer, mich sehr rührenden, kleinen Vorrede, die Gedichte "Felsen im Thale bei Schwarzburg" (Rudolstadt) und "Morgen im Harz". Die Vorrede muß man aber unbedingt vorher lesen.
Außerdem beschreibt er irgendwo (?) das schöne, deutliche Gefühl, bei einer weiten Aussicht, das Land wirklich "in sich" zu haben -  Die Welt als Vorstellung.

Der gebirgige Stifter soll gesagt haben, er hätte den Nachsommer (?) anders geschrieben, wenn er das Meer schon gekannt hätte (dabei war er nur an der oberen Adria, soweit ich weiß). Das Meer und die Berge, das waren schon die erschütternden Erlebnisse des biedermeierlichen Bildungsbürgers. Sind es doch heute noch, oder?

Apropos Biedermeier :zwinker: - Petrarca hat den Mont Ventoux in der Provence erstiegen und auch bedichtet.
Gruß
g.

Offline Babur

  • Jr. Member
  • **
  • Beiträge: 78
Re: Gebirgige Literatur
« Antwort #10 am: 25. Juni 2007, 21:18 »
As-salam aleikum Gebirgsfreunde,

so ganz spontan fällt mir ein moderner Klassiker ein auch wenn er erst vor wenigen Wochen erschienen ist *auanichthauen*

Christoph Ransmayr "Der fliegende Berg"

aber ich werde mal in mich gehen, vielleicht fällt mir noch etliches ein.

In sha' Allah
Babur

Offline Leibgeber

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 477
Re: Gebirgige Literatur
« Antwort #11 am: 25. Juni 2007, 22:27 »
Am Ende der P und P II stehen, nach einer, mich sehr rührenden, kleinen Vorrede, die Gedichte "Felsen im Thale bei Schwarzburg" (Rudolstadt) und "Morgen im Harz". Die Vorrede muß man aber unbedingt vorher lesen.

Ich hab's gefunden und wiedergelesen.
Echte oder kokettierende Bescheidenheit?
:wink:

Alexandre Dumas (pére natürlich) hat eine Kaukasusreise gemacht.
Wird immer mal wieder nachgedruckt.
Ist natürlich die Frage, was er dazugelogen hat.
:wink:
Ich vergesse das meiste, was ich gelesen habe, so wie das, was ich gegessen habe; ich weiß aber soviel, beides trägt nichtsdestoweniger zu Erhaltung meines Geistes und meines Leibes bei.
(G. C. Lichtenberg)

Offline gantenbeinin

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 143
Re: Gebirgige Literatur
« Antwort #12 am: 26. Juni 2007, 10:56 »
Ich hab's gefunden und wiedergelesen.
Echte oder kokettierende Bescheidenheit?
:wink:

Nach meinem Empfinden weder noch. Sch. hat sich ja die längste Zeit seines Lebens, nolens volens, an die Nachwelt gerichtet - nicht vergebens, wie sich rausstellte - und ist in seinen Schriften so überaus persönlich präsent und wendet sich auch ganz direkt, emphatisch an "den Leser". Bei mir  erzeugte das zum ersten und einzigen Mal ein Interesse, und zwar ein tiefes, jenseits des Werkes, auch an einem Verfasser - und natürlich eines voller Sympathie, weshalb ich diese Vorrede ganz ohne Hintergedanken, wie gesagt, sogar etwas gerührt zu mir nehme und den Mut der Exposition des "ganz alleine Singens" (denn er bewertet seine Poesie ja selbst sehr sachlich) Achtung zolle.

Gruß
g.

p.s. Trotz meiner "Liebe" hätte ich natürlich Sch. nicht wieder auf's Tapet gebracht, wenn Du mich nicht genötigt :zwinker: hättest, das Gebirge dazu einzusetzen :winken:

Offline Babur

  • Jr. Member
  • **
  • Beiträge: 78
Re: Gebirgige Literatur
« Antwort #13 am: 26. Juni 2007, 13:06 »
As-salam aleikum allerseits,

ich möchte nicht euren Austausch zu Sch. stören, aber gestern Abend habe ich überlegt, ob mir nicht noch weitere Gebirgsklassiker einfallen. Eigentlich kamen mir nur immer wieder die Namen von Charles F. Ramuz und Jean Giono in den Sinn, weiterhin George Sand, Dino Buzzati …
Charles F. Ramuz Das grosse Grauen in den Bergen, Der Bergsturz von Derborence und viele mehr
George Sand, die sich viel in Bergen aufgehalten hat und in den Briefen eines Reisenden davon berichtete.
Jean Giono Bergschlacht

Ob allerdings Arno Schmidt mit seinem antiken Roman Kosmas oder Vom Berge des Nordens zur gebirgigen Literatur dazu gehört? Erwähnen möchte ich ihn, aber nicht richtig dazuzählen.

In sha' Allah
Babur

Offline sandhofer

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 5086
Re: Gebirgige Literatur
« Antwort #14 am: 26. Juni 2007, 15:05 »
Derborence - ja. Mussten wir damals im Französischunterricht lesen. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir es zu Ende gelesen hätten. Aber Ramuz ist definitv einer, den ich mal wiederlesen sollte ...
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen