Hallo Josmar!
Die Deutschen und der Krimi sind in der Tat eine seltsame Verbindung eingegangen. Ob die Krimis aus dem Grafit-Verlag an der Akzeptanz des Genres etwas geändert haben, ist mir nicht bekannt. Ich habe vor geraumer Zeit den einen oder anderen Roman aus dieser Serie gelesen - ohne großen Nachhall.
Interessant finde ich in diesem Zusammenhang, das es zwei Schweizer Autoren waren, die sich schon sehr früh um den Kriminalroman im deutschsprachigen Raum verdient gemacht haben: Friedrich Glauser mit seiner Kommissar Studer-Serie in den 30er Jahren und Friedrich Dürrenmatt mit seinen Romanen um den Kommissär Bärlach ("Der Richter und sein Henker" sowie "Der Verdacht"). Glauser hat zum Kriminalroman einige interessante Anmerkungen hinterlassen und sich nebenbei als großer Fan des Kommissars Maigret geoutet. Leider habe ich die Fundstelle nicht parat ...
Du (das "Sie" ist mir ein bissel zu steif ...

) erwähnst Patricia Highsmith - eine sehr interessante Autorin, die ich allerdings eher der europäischen "Tradition" zuordne. Mit den Detektivstories Chandlers, Hammetts und MacDonalds haben ihre Krimis meiner Meinung nach nicht viel zu tun. Mehr Psychologie, mehr Eintauchen in die Welt der Handelnden etc. sind Stilmittel, die heute noch von Krimiautoren wie Henning Mankell u.a. benutzt werden (Mankell und sein Kommissar Wallander sind übrigens nicht mein Fall).
Schön, sich mal über den Krimi, das "Schmuddelkind" der Literatur, austauschen zu können ...

Leider schreibe ich damit am Thema dieses Ordners ("Amerikanische Literatur") vorbei ...
Liebe Grüße
Sir Thomas