So, nun habe ich es auch geschafft.
Letzten Dienstag gelang es in einer letzten Kraftanstrengung. Länger hätte das Buch auch nicht seien dürfen, denn die letzten ca. 150 Seiten haben mir das ganze Teil ziemlich verlitten.
Allgemeine Frage: Die Verfilmung geht davon aus, dass Frau Chauchat und Castorp eine Affäre hatten. Der Text bleibt bis auf jenen Hinweis der Chauchat, dass Castorp ihr ja noch den Stift zurückgeben müsse, eher wage.
Ich hege da ohnehin meine Zweifel, ob eine Liebesnacht mit dem Stockfisch Castorp für eine Frau sonderlich erstrebenswert gewesen wäre...Nun ja...
Gerade auf den letzten Seiten verlässt das Buch zusehends die Pfade einer logisch strukturierten Erzählung:
Frau Chauchat- ein Hauptcharakter des Buches- verabschiedet sich in einem Nebensatz von der Bildfläche, die Geisterbeschwörung wirkt eher unpassend und lächerlich, u.s.w.
Vor allem die Beschwörung Ziemßens fand ich völlig misslungen. Da erscheint schließlich der gute Vetter sitzend auf einem Stuhl, Castorp springt auf und verlässt kommentarlos den Raum. Danach: keinerlei Erwähnung des Geschehenen...Blödsinn!
Schließlich bricht der 1. Weltkrieg aus und alle verlassen hektisch den Berghof, Castorp finden wir auf den Schlachtfeldern wieder, wo er laut "Am Brunnen vor dem Tore" singend eine Anhöhe stürmt...
Oje, das Buch fesselte mich über 800 Seiten lang, doch der daraufhin folgende Absturz bleibt- für mich- unverzeihlich.
Nicht empfehlenswert, es sei denn man wertet Deutung und Interpretation über logische Handlung und Psychologie der Protagonisten...