Hallo
Sollten wir tatsächlich mal was von Shakespeare lesen, bin ich dabei.
Eine besondere Vorliebe, ob Drama oder Komödie hab´ ich da nicht. Die Dramen sind im gleichen Maß bekannt und beliebt wie die Komödien.
Einiges sollte man allerdings bei der Auswahl beachten. Bevor man eines seiner Königsdramen liest, sollte man seine Kenntnisse über die Könige von England und den Rosenkrieg ein wenig auffrischen. Die Fakten stimmen bei S. natürlich nicht immer.
Eine Komödie bei S. ist nicht immer das, was wir heutzutage unter Komödie verstehen. Der Held muss überleben, fertig ist die Komödie! Einfach, oder?
Die Komödie „Ein Wintermärchen“ hat sogar einen finsteren Anstrich.
Eine Tragödie ist ein Stück, in dem der Held stirbt.
Natürlich hat S. nicht an irgendwelche Schubladen gedacht (denke ich mir einfach mal so).
S. schrieb keine Romane, sondern Theaterstücke. Beim Lesen und Beurteilen sollte man dies bedenken. Die Texte bestehen also nur aus Dialogen, bestenfalls mal eine kurze Regieanweisung. Also viel Platz für Phantasie. Was einige Theatermacher auch weidlich ausnutzen, oft zum Leidwesen der Zuschauer!
Zuletzt dürfen wir nicht vergessen, dass S. für gewöhnlich in Versen schrieb. Gewöhnungsbedürftig für diejenigen, die diese Art der Literatur bisher nicht kennen. Aber man sollte sich davon keine Angst machen lassen. Ein Vers folgt immer einem bestimmten Rhythmus, den ein Schauspieler auf der Bühne natürlich beherrschen sollte. Ich persönlich lese diese Verse wie einen Prosatext.
Mal ein Beispiel:
Zwei Häuser, gleich an Rang, seht, die inmitten
Der guten Stadt Verona, unserm Ort,
In altem Groll zu neuem Aufruhr schritten,
Daß Bürgerhand rot wird vom Bürgermord.
Ich Lese:
Zwei Häuser, gleich an Rang, seht, die inmitten der guten Stadt Verona, unserm Ort, in altem Groll zu neuem Aufruhr schritten, daß Bürgerhand rot wird vom Bürgermord.
Liebe Grüße und ein angenehmes Wochenende,
lest nicht zuviel, das schadet den Augen!
Rainer