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Fritz Lang

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Friedrich-Arthur:
Für mich ist es schon erstaunlich, wie viele positive Artikel hier im Ausland über den östereichischen Filmemacher Fritz Lang erscheinen und seine Filme kann man mittlerweile fast an jeder Strassenecke kaufen. Die Besprechungen sind durchweg sehr gut bis begeistert. Beim nächsten Einkaufsbummel muss ich da unbedingt etwas in den Einkaufsbeutel verschwinden lassen. Vielleicht sollte ich mit dem expressionistischen Meisterwerk Metropolis beginnen? Oder gleich mit einer Box, die mehrere Filme enthält?

Es gibt ihn bei Amazon als Einzelfilm (dazu gibt es ein kleine Video)

oder in einer Fritz-Lang-Box.

Habt ihr diesen (oder andere Filme) von Fritz Lang schon einmal gesehen und was haltet ihr davon?

FA

Giesbert Damaschke:
Metropolis wird imho völlig überschätzt; sehr beeindruckende Massenszenen, ein ganz und gar grauenhaftes, kitschig verlogenes, durch und durch reaktionäres Drehbuch. Den als "expressionistisches Meisterwerk" zu feiern, ist eine Beleidigung für Caligari & Co.

M ist dagegen wirklich gut, der Film hat bis heute seine Wirkung nicht verloren und wird, anders als Metropolis, nicht unfreiwillig komisch; Mabuse hab ich als gut in Erinnerung, aber das wil nicht viel heißen.

Die NL: auch hier imposante Szenen, aber ein alberner Fafnir und viel Pappmaschekitsch.

Sir Thomas:
"M" ist der einzige Lang-Film, den ich neben "Metropolis" und dem wesenlich späteren "Tiger von Eschnapur" gesehen habe. Ich gebe meinem "Vorredner" Giesbert Recht, würde allerdings noch weiter gehen und "Metropolis" nicht nur als "reaktionär", sondern nahezu als faschistisch bezeichnen. Allerdings entbehrt der Streifen nicht einer gewissen Faszination, was ihn letztlich sehr zwiespältig macht. Mit "M" ist man allerdings auf der sicheren Seite. Dieser Film ist meiner Meinung nach zusammen mit Murnaus rund 10 Jahre älteren "Nosferatu" das Beste, was das deutsche Kino vor 1945 zustande gebracht hat.

Es grüßt

Sir Thomas

Giesbert Damaschke:
Der "Tiger von Eschnapur"! Richtig, wie konnte ich den vergessen. Zusammen mit dem "indischen Grabmal". Hab ich als Kind gesehen, da werden Erinnerungen an Sonntagnachmittag und Streuselkuchen wach. Und an eine Szene, in der die Leprakranken eine Treppe hinaufkriechen und die weiße Frau bedrohen. Gewissermaßen eine Zombie-Szene.

Werden wohl ein ziemlicher Mist gewesen sein, die beiden Filme.

Es gibt übrigens eine schöne Szene in Woody Allans "Take the money and run", in der ich immer eine Anspielung auf Fritz Lang gesehen habe. Ein Banküberfall soll als scheinbare Filmaufnahme getarnt werden. Dazu hat man extra einen Profi aus Dt. angeheuert, der "Fritz" heißt, sich fürchterlich benimmt und genau so angezogen ist, wie der jugendliche Held in "Metropolis".

(Jetzt hab ich doch mal gegooglet -: scheint nicht nur mir so zu gehen: To pull the heist off, they decide to disguise themselves as filmmakers making a movie on robbing a bank. They hire a director, who has a Fritz Lang look and attitude. (http://www.davegunn.com/tmar.html)
 

Friedrich-Arthur:
Danke giesbert und Sir Thomas, da habt ihr mich ja vor einem möglichen Fehlkauf bewahrt. Also wenn ich denn mit "M" auf der sicheren Seite liege, dann werde ich meine Augen entsprechend offenhalten. Wie es manche Filme dennoch schaffen faszinierend zu sein und Klassiker zu werden, obwohl sie es nicht dürften bzw. sollten...

M - Eine Stadt sucht einen Mörder hat ja eine wirklich besondere Handlung und scheint mir ein außergewöhnliches Zeitdokument zu sein, wenn WIKIPEDIA nicht zuviel versprochen hat. Sicher ist er kein Sonntagnachmittags-Streuselkuchen-Film...

Gut, dass es dieses Forum und euch Forengeister gibt, da kann ich mich besser erst beraten lassen, bevor ich Anschaffungen tätige.

Grüße, FA

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