Autor Thema: "The Future of Reading"  (Gelesen 3254 mal)

Offline xenophanes

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1894
    • christian köllerer.net
"The Future of Reading"
« am: 18. November 2007, 17:53 »

Aktuelles Titelthema von Newsweek:

http://www.newsweek.com/id/70983/output/print

CK

Offline Giesbert Damaschke

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 983
    • http://www.damaschke.de/
Re: "The Future of Reading"
« Antwort #1 am: 18. November 2007, 19:30 »
Amazon believes it has created the iPod of reading.

Gibt's schon. Nennt sich "Buch". Und so lange das alles DRM-verseucht ist, ist das ohnehin nur ein schlechter Witz. Solange ist der (das?) Kindle ist nur ein Versuch, einen weiteren Fresser in die Verwertungskette zu integieren.
Giesbert Damaschke, München |  http://www.damaschke.de/

Offline Giesbert Damaschke

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 983
    • http://www.damaschke.de/
Re: "The Future of Reading"
« Antwort #2 am: 18. November 2007, 19:35 »
Zitat
Posted By: tjwolf @ 11/18/2007 12:08:03 PM

Jeff Bezos is painted as doing the e-reader community a big service by "only" charging $9.95 for a best-seller. How good a deal is $9.95 really, though? It's great for Amazon and publishers, of course - their production, distribution, and storage costs go to nearly nothing - but the customer doesn't even break even until they've purchased at least 40 "best sellers" (assuming Kindle costs $400 and the user could get the same title in hardcover for $20). If you read 4 titles per year, it will take you 10 years just to just break even! And, of course, way before then, your e-reader will break and you'll have to spring for additional money to pay of it.

If the Kindle could read many different forms of content, including standard Web pages, PDF, etc, it might be worth the $400. Otherwise, it's a waste of money.
Giesbert Damaschke, München |  http://www.damaschke.de/

Offline sandhofer

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 5086
Re: "The Future of Reading"
« Antwort #3 am: 19. November 2007, 09:50 »
Und so lange das alles DRM-verseucht ist, i[...]

Ich oute mich mal als Banause: Was ist DRM?  :smile:
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen

Offline Wolf

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 328
Re: "The Future of Reading"
« Antwort #4 am: 19. November 2007, 10:32 »
Hallo sandhofer,

DRM ist die Abkürzung für "Digital Rights Management". Damit kann der Verkäufer/Verlag festlegen, was der Käufer/Leser alles mit dem elektronischen Buch machen darf. Normalerweise darf er es nur lesen und natürlich bezahlen. ;-) Ein Kopierschutz verhindert, daß der Leser das Buch verleihen, verkaufen oder auch nur auf einem anderen Gerät lesen kann. Das alles kann natürlich auch erlaubt werden, wird es aber, wie gesagt, meist nicht. Im erwähnten Newsweek-Artikel sagt das der Amazonchef ja auch ganz deutlich:

Zitat
Bezos explains that it's only fair to charge less for e-books because you can't give them as gifts, and due to restrictive antipiracy software, you can't lend them out or resell them.

Heute soll der Kindle ja angeblich offiziell vorgestellt werden, mal sehen, was das damit wird ...

Schöne Grüße,
Wolf

Offline sandhofer

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 5086
Re: "The Future of Reading"
« Antwort #5 am: 19. November 2007, 11:19 »
DRM ist die Abkürzung für "Digital Rights Management".

Danke!   :winken:

Will es die Industrie wirklich nicht wahrhaben, dass der Kunde nicht bereit ist, sich vorschreiben zu lassen, was er - ganz höchstprivat -  mit einem gekauften Werk anstellt?
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen

Offline scheichsbeutel^

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 256
Re: "The Future of Reading"
« Antwort #6 am: 19. November 2007, 16:40 »
Hallo,

kommt immer drauf an, welche Marktposition man hat und wie sehr ein Kunde bereit ist, sich gängeln zu lassen. Siehe http://pc-magazin.de/praxis/windows/a/DRM-killt-Vista - wobei ich den Optimismus nicht teile, der mit dem "Killen" zum Ausdruck kommt.

Grüße

s.

Offline Giesbert Damaschke

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 983
    • http://www.damaschke.de/
Re: "The Future of Reading"
« Antwort #7 am: 19. November 2007, 16:53 »
Will es die Industrie wirklich nicht wahrhaben, dass der Kunde nicht bereit ist, sich vorschreiben zu lassen, was er - ganz höchstprivat -  mit einem gekauften Werk anstellt?
Das, was die Musikindustrie allmählich zu lernen scheint, wird sich schon noch irgendwann auch bei den Verlegern herumsprechen.

Abgesehen davon finde ich es immer wieder verblüffend, wie da die Abzocke als Schnäppchen gepriesen wird. Die Verlage sparen praktisch die kompletten Fertigungskosten, senken dafür den Preis um 30 oder 40 Prozent und als Kunde bekommt man eine verkrüppelte Datei, die sich ausschließlich auf einer 400-Dollar teuren Scheußlichkeit anzeigen lässt.

Und dieser Quatsch soll eine "Neuerfindung des Buches" sein? Was nicht gar.

Dabei gehöre ich zur perfekten Zielgruppe: Ich will sowas haben, bin auch bereit, viel Geld dafür auszugeben (jemanden, der 800 DM für ein Rocket E-Book bezahlt hat, schreckt sowas nicht mehr ;-)) - aber verarschen lasse ich mich trotzdem nicht.
Giesbert Damaschke, München |  http://www.damaschke.de/

Offline Giesbert Damaschke

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 983
    • http://www.damaschke.de/
Re: "The Future of Reading"
« Antwort #8 am: 20. November 2007, 11:32 »
Und wenn ich mir so ein Demo-Foto ansehe, das von Amazon als Werbematerial verteilt wird und wohl zeigen soll, wie toll der Kindle ist -



- dann zuck ich nur noch mit den Achseln. Kein Wunder, dass sich alle Rezensenten auf die Technik stürzen und kaum ein Wort zur Textdarstellung und Typographie verlieren: Blocksatz ohne Trennung führt immer zu Text mit Schlaglöchern. Und genau so liest sich das dann auch.

Giesbert Damaschke, München |  http://www.damaschke.de/

Offline Wolf

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 328
Re: "The Future of Reading"
« Antwort #9 am: 20. November 2007, 13:23 »
Hallo zusammen,

es ist wirklich ernüchternd, wie wenig Gedanken sich die Hersteller um Typographie machen. Die Programme zum E-Buch-Lesen für PDAs oder Web-Tablets können meist viel mehr, obwohl die entsprechenden Geräte gar nicht als E-Book-Reader konstruiert worden sind. Auf meinem mehrere Jahre alten Palm habe ich auch schon Blocksatz mit automatischer Silbentrennung, die man zwischen verschiedenen Sprachen umschalten kann, und die deshalb erstaunlich gut funktioniert (ich hatte auch mal den Mobipocket-Reader auf meinen Palm, da war die Silbentrennung katastrophal schlecht, wahrscheinlich weil da ein Algorithmus verwendet wurde, der gar nicht für deutsche Texte konzipiert worden war). Für Internet-Tablets wie das Nokia N800 gibt es beispielsweise den kostenlosen FBreader, der ebenfalls eine automatische Silbentrennung in mehreren Sprachen (u.a. Deutsch) hat.

Die Technik ist also schon längst da, man kann heutzutage auch problemlos Texte in arabischer, kyrillischer oder japanischer Schrift auf dem Computer darstellen. Einzelne Wörter in griechischer Schrift kommen ja auch in deutschsprachigen Klassikern öfter mal vor, so etwas sollte ein E-Book-Reader können, mein PC kann's schließlich auch, und der ist inzwischen bestimmt keine 400$ mehr wert. ;-) Wenn ein E-Book-Reader das nicht kann, dann sollte er wenigstens so billig sein, daß man darüber hinwegsehen kann.

Interessant ist auch das Kleingedruckte (= "Amazon Kindle: License Agreement and Terms of Use") auf der Amazon-Website. Wenn man sich per Funk mit dem Amazonshop verbindet, werden Informationen übertragen, die den Inhalt und das Leseverhalten betreffen ("information related to the content on your Device and your use of it"). Außerdem:

Zitat
Annotations, bookmarks, notes, highlights, or similar markings you make in your Device are backed up through the Service. Information we receive is subject to the Amazon.com Privacy Notice.

Da muß man also schon einiges Vertrauen zu dieser Firma haben. :breitgrins:

Schöne Grüße,
Wolf

Offline Giesbert Damaschke

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 983
    • http://www.damaschke.de/
Re: "The Future of Reading"
« Antwort #10 am: 20. November 2007, 14:16 »
Die Technik ist also schon längst da,
Eben. Deshalb nerven mich solch Abzock-Modelle wie der Kindle auch so. Die "Terms of use" haben es übrigens in sich.  Mark Pilgrim hat da eine schöne Zitaten-Collage gemacht:

The Future of Reading (A Play in Six Acts)
http://diveintomark.org/archives/2007/11/19/the-future-of-reading
Giesbert Damaschke, München |  http://www.damaschke.de/

Offline xenophanes

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1894
    • christian köllerer.net
Re: "The Future of Reading"
« Antwort #11 am: 25. November 2007, 19:20 »

Und noch eine Videokritik des Kindle:

http://www.youtube.com/watch?v=ZSem8u9Iing


CK


Offline Giesbert Damaschke

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 983
    • http://www.damaschke.de/
Re: "The Future of Reading"
« Antwort #12 am: 25. November 2007, 20:26 »

Und noch eine Videokritik des Kindle:


ah, sehr schön. Btw - der einzige wirklich große Pluspunkt des Kindle, nämlich der schnelle, flächendeckende Online-Zugang, wird sich in anderen Ländern wohl nicht so ohne weiteres realisieren lassen. Was wäre denn das europäische Pendant zu EVDO?
Giesbert Damaschke, München |  http://www.damaschke.de/

Offline Wolf

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 328
Re: "The Future of Reading"
« Antwort #13 am: 25. November 2007, 21:37 »
Zitat von: giesbert
Was wäre denn das europäische Pendant zu EVDO?

EVDO ist ein Verfahren zur schnellen Datenübertragung über Mobilfunk. In Europa wird dafür beispielsweise EDGE oder UMTS benutzt.

Schöne Grüße,
Wolf

Offline Giesbert Damaschke

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 983
    • http://www.damaschke.de/
Re: "The Future of Reading"
« Antwort #14 am: 25. November 2007, 21:43 »
thx, das war ein Missverständnis. Ich weiß, was EVDO ist. Ich sehe nur kein europäisches Pendant. Weder UMTS noch Edge sind auch nur im Ansatz flächendeckend verfügbar. Von den Kosten mal ganz zu schweigen.

Aber darüber soll sich Amazon den Kopf zerbrechen ;-)
Giesbert Damaschke, München |  http://www.damaschke.de/