Autor Thema: (Groß-)Stadt-Romane  (Gelesen 5292 mal)

Offline finsbury

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Re: (Groß-)Stadt-Romane
« Antwort #15 am: 19. Dezember 2007, 20:52 »
Hallo,

bleiben wir in Ägypten: das Alexandria-Quartett von Lawrence Durrell: im Nachhinein eine sehr intensive Leseerfahrung.

Aus Südamerika ein Argentinier: Ernesto Sabato: Abaddon, letzter Teil einer unabhängig voneinander verständlichen Romantrilogie, eine Art Romanchronik von Buenos Aires mit vielen surrealistischen Elementen.

Und aus Russland kein Roman, aber dennoch längere Erzählprosa: Gogols Petersburger Novellen.

Ein weiterer interessanter Roman aus einer orientalischen Stadt: Sami Michael: Viktoria  - spielt vor dem ersten Weltkrieg in dem jüdischen Viertel von Bagdad.

HG finsbury
« Letzte Änderung: 22. Dezember 2007, 20:30 von finsbury »
Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene
Meer in uns. (Kafka)

Offline thopas

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Re: (Groß-)Stadt-Romane
« Antwort #16 am: 22. Dezember 2007, 13:08 »
"Tauben im Gras" spielt in München.

Es wäre allenfalls die Frage zu stellen, ob München eine Grossstadt ist  :breitgrins: 

... München ist ja bekanntlich das "Millionendorf" und dieser Ausdruck trifft es eigentlich ganz gut :smile:

Zum Thema:

Ich lese gerade Der Schatten des Windes von Carlos Ruiz Zafón. Jetzt würde ich gerne mal wieder nach Barcelona fahren und mir die Schauplätze anschauen (sofern sie noch existieren...)

Offline Giesbert Damaschke

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Re: (Groß-)Stadt-Romane
« Antwort #17 am: 22. Dezember 2007, 14:52 »
Erich Kästner, Emil und die Detektive (Berlin)

Giesbert Damaschke, München |  http://www.damaschke.de/

Maja

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Re: (Groß-)Stadt-Romane
« Antwort #18 am: 28. Dezember 2007, 16:46 »
Kurt Guggenheim, Alles in Allem (Zürich)


Offline Sir Thomas

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Re: (Groß-)Stadt-Romane
« Antwort #19 am: 9. Januar 2008, 11:31 »
Ihr Lieben,

da sich hier mittlerweile nichts mehr tut, möchte ich mich als Themenanreger für alle Tipps und Hinweise bedanken.

Zum Abschluss noch folgende Anmerkung: Victor Hugo war meines Wissens nach der erste Romanautor, der die Großstadt und ihre Bauwerke (insbesondere Notre-Dame) als lebendigen Organismus betrachtete und zum Thema seiner Reflektionen machte. Die Wortwahl in seinem "Glöckner ..." nimmt zum Teil die Großstadtgedichte der Expressionisten (z.B. Georg Heym) zu Beginn des 20. Jahrhunderts vorweg. Da ist von „einer gewaltigen Symphonie aus Stein“ (gemeint ist die Kathedrale, S. 124), von „Straßenschluchten, Häusermassen“ (S. 142) oder von einer „Hydra von Türmen“ (S. 151) die Rede. Paris als „steinerne Chronik“ (S. 153), als Muster einer unversehrten, homogenen gotischen Stadt (zumindest im 15. Jahrhundert, das den Rahmen für den Roman bildet): Das ist Hugos phantastischer Entwurf, der ihn das Paris seiner Zeit als eine degenerierte „Stadt aus Gips“ (s. 156) empfinden lässt. (Seitenangaben beruhen auf der dtv-TB-Ausgabe)   

Also, noch einmal Dank fürs Mitdiskutieren!

Bis bald

Sir Thomas

Offline Leserin

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Re: (Groß-)Stadt-Romane
« Antwort #20 am: 16. Januar 2008, 19:24 »
Den Hinweis von Steffi und Aldawen möchte ich noch einmal vertiefen:

Orhan Pamuks Roman "Das schwarze Buch" ist eine Liebeserklärung an Istanbul und den Beruf des Journalisten, darüber hinaus ein komplex verschachtelter Krimi, eine Liebesgeschichte und eine historisch-politische Abhandlung. Fünf Bücher in einem. Was will man mehr? 

Hier ein kleiner Appetitmacher:

" Er holte einen Bogen hervor und begann ohne lange Überlegung zu schreiben:

"Wo Rüya zu finden sein könnte. Die Wohnung ihres ehemaligen Mannes. Die Wohnung ihres Onkels. Banus Wohnung. Eine politische Wohnung. Eine mehr oder weniger politische Wohnung. Eine Wohnung, wo man über Lyrik spricht. Eine Wohnung, wo man über alles spricht. Eine andere Wohnung in Nisantas. Irgendeine Wohnung. Eine Wohnung." Er fand, beim Schreiben könne er nicht gut denken, und legte den Stift beiseite. Als er ihn wieder zur Hand nahm, strich er alles aus bis auf "Die Wohnung ihres ehemaligen Mannes" und schrieb folgendes: "Wo Rüya und Celal zu finden sein könnten. Rüya und Celal in einer von Celals Wohnungen.Rüya und Celal in einem Hotelzimmer. Rüya und Celal gehen ins Kino. Rüya und Celal? Rüya und Celal?"
 
Während er das Papier beschrieb, verglich er sich selbst mit den Helden der Kriminalromane, die seine Phantasie erfand, und so fühlte er, dass er zur Schwelle eines Tores kam, das zu Rüya führen würde, zu dem neuen Menschen, der er sein wollte, und in eine neue Welt."