Autor Thema: Michael Kohlhaas von H.v. Kleist  (Gelesen 9261 mal)

Offline andrey

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Michael Kohlhaas von H.v. Kleist
« am: 17. März 2008, 12:02 »
Hallo liebe Leserfreunde,

ich lese eben Michael Kohlhaas von Heinrich v. Kleist. Und ich muss schon sagen es ist ein tolles Werk. Ich hab schon viel über Kleist und sein Leben gelesen und hab mir zu diesem Werk gedacht, was ihn dazu bewegt hat den "Kohlhaas" zu schreiben.
Kleist hatte 3 Lebenskriesen insbesondere die Kantkriese, meint ihr es könnte einen Zusammenhang zu Kohlhaas haben. Oder wisst ihr vielleicht mehr zu diesem Thema. Auch die politische Situation zu Kleist Zeit wäre doch relevant? Was meint ihr dazu?

Freue mich über jeden Eintrag!

lg

Offline thopas

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Re: Michael Kohlhaas von H.v. Kleist
« Antwort #1 am: 18. März 2008, 17:56 »
Hallo andrey,

herzlich willkommen im Forum  :winken:

Vor ein paar Tagen stand ich in der Buchhandlung und hatte Michael Kohlhaas in der Hand, konnte mich aber nicht zum Kauf entschließen. Ich denke, daß ich es mir aber doch zulegen sollte, da ich von Kleist noch nicht so viel kenne (Schullektüre war bei uns Das Erdbeben in Chili und Die Marquise von O.).
Ich kann dir also leider deine Frage nicht beantworten. Aber sie hat mich jetzt dazu bewogen, mich auch einmal mit dieser Erzählung zu beschäftigen  :smile: .

Viele Grüße
thopas

Offline andrey

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Re: Michael Kohlhaas von H.v. Kleist
« Antwort #2 am: 19. März 2008, 15:30 »
Hallo thopas,

es freut mich das ich dazu bewegen konnte dieses Werk zu lesen! Es wird dir bestimmt gefallen, ist nämlich ganz interessant, denn es handelt sich um einen Rosshändler, der sich gegen die Obrigkeit stellt und damit eine ganze Menge anrichtet.

also freut mich aber trotzdem das du dich gemeldet hast und dich ebenso interessierst wie ich das tue!

lg andrey

Offline thopas

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Re: Michael Kohlhaas von H.v. Kleist
« Antwort #3 am: 20. März 2008, 13:50 »
Hallo andrey,

es wird vielleicht noch ein bißchen dauern, bis ich dazukomme, es zu lesen, ich werde dann aber auf jeden Fall von meinen Eindrücken hier berichten.

viele Grüße
thopas

Offline andrey

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Re: Michael Kohlhaas von H.v. Kleist
« Antwort #4 am: 20. März 2008, 14:13 »
Hallo thopas, :winken:

ja, lass dir ruhig Zeit, es eilt ja nicht. Ich werde auf jeden Fall immer mal wieder rein schauen, ob du schon was berichten kannst und natürlich wie es dir gefällt!

lg

andrey

Offline Tia

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Re: Michael Kohlhaas von H.v. Kleist
« Antwort #5 am: 20. März 2008, 15:08 »
Hallo,

ich habe "Michael Kohlhaas" auch gelesen. Es liegt zwar schon eine Weile zurück, aber ich weiß, dass es mir sehr gut gefallen hat. Ich hatte damals auch eine interessante Diskussion mit einer Bekannten, die diese Novelle kurz vor mir gelesen hatten, in der wir uns mit ganz ähnlichen Fragen beschäftigt haben. Wir haben uns viel per Brief ausgetauscht. Ich muss mal schauen, ob ich die Briefe noch finde. Ansonsten kann ich jetzt nur aus der Erinnerung sprechen.

Die politischen Hintergründe sind bestimmt interessant. Die Niederlage Preußens gegen Napolen und die Uneinigkeit der deutschen Fürsten in ihrer Haltung gegenüber Napoleon, dürften damals relevant gewesen sein. Kleists Einstellung war wohl reformorientiert. Von der französischen Behörden wurde Kleist sogar einmal als Spion verhaftet. Er plante auch die Herausgabe eines Blattes mit Titel "Germania", in dem es um die deutsche Freiheit gehen sollte (was aber, glaube ich, nie geklappt hat). Ich nehme also an, dass die politische Hintergründe bestimmt eine Rolle spielten.

Den Protagonisten gab es ja wirklich. Er hieß eigentlich Hans Kohlhase und lebte im 16. Jahrhundert. Während einer Reise wurden Ihm von einem Junker zwei seiner Pferde weggenommen. Nachdem Kohlhase juristisch nichts bewirken konnte, reagierte er...hm, relativ heftig, würde ich sagen... und brannte ein paar Häuser in Wittenberg ab. Später hat man Herrn Kohlhase dafür aufs Rad gefochten, wenn ich mich recht erinnere. 

Die Ohnmacht des Bürgers gegenüber der Korruption und und Willkür der Obrigkeit, der Machtmissbrauch, spielt da bestimmt eine Rolle (und die hier daraus folgende Selbstjustiz). Viele Dinge werden in "Michael Kohlhaas" einander gegenüber gestellt. Z.B. der Rechtsstaat gegenüber der Allmacht der Fürsthäuser.

Ich habe noch nicht alles von Kleist gelsen, aber "Michael Kohlhaas" gefiel mir bis jetzt am besten (was nicht heißt, dass die anderen Sachen nicht auch toll sind). Eine schöne Novelle  :smile:. Kleist scheint sowieso sehr sympatisch gewesen zu sein. Da erschreckt sein frühes Ende um so mehr. Er und seine Freundin haben sich erschossen, da war er noch nicht weit über dreißig.

Liebe Grüße
Tia

Offline andrey

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Re: Michael Kohlhaas von H.v. Kleist
« Antwort #6 am: 21. März 2008, 11:46 »
 :smile: hallo tia,

es freut mich, das du mir ein wenig darüber geschrieben hast, ich werde trotzdem mal noch ein wenig im net nach den politischen Hintergründe suchen. Kleist hatte doch eine besondere Einstellung zu Kant auch Locke hatte großen Einfluss auf Kleist in seinem Rechtsdenken, vielleicht ist das auch ein Grund weshalb Kohlhaas so über Leichen geht und nur noch um sein eigenes Recht kämpft?!

vielen dank für deine Antwort

lg andrey

Offline Tia

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Re: Michael Kohlhaas von H.v. Kleist
« Antwort #7 am: 22. März 2008, 14:36 »
Hallo andrey,

ja, das kann ich mir gut vorstellen. Auch zu dem Einfluss von Kant und Locke läßt sich sicherlich einige herausfinden. Das kann ich mir sehr gut vorstellen. So aus dem Stehgreif kann ich nichts dazu sagen, aber ich bin schon gespannt darauf, zu welchen Ergebnissen Du gelangen wirst und hoffe, dass Du uns daran teilhaben läßt :smile:.

Liebe Grüße
Tia

Offline sandhofer

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Re: Michael Kohlhaas von H.v. Kleist
« Antwort #8 am: 22. März 2008, 15:02 »
Auch zu dem Einfluss von Kant und Locke läßt sich sicherlich einige herausfinden.

Locke weiss ich jetzt nicht. Zu Kleists Kant-Rezeption gibt's den berühmten Brief vom 22. März 1801 an seine Verlobte, Wilhelmine von Zenge:

Vor kurzem ward ich mit der neueren sogenannten Kantischen Philosophie bekannt – und Dir muß ich jetzt daraus einen Gedanken mitteilen, indem ich nicht fürchten darf, daß er Dich so tief, so schmerzlich erschüttern wird als mich. Auch kennst Du das Ganze nicht hinlänglich, um sein Interesse vollständig zu begreifen. Ich will indessen so deutlich sprechen als möglich.

Wenn alle Menschen statt der Augen grüne Gläser hätten, so würden sie urteilen müssen, die Gegenstände, welche sie dadurch erblicken, sind grün – und nie würden sie entscheiden können, ob ihr Auge ihnen die Dinge zeigt, wie sie sind, oder ob es nicht etwas zu ihnen hinzutut, was nicht ihnen, sondern dem Auge gehört. So ist es mit dem Verstande. Wir können nicht entscheiden, ob das, was wir Wahrheit nennen, wahrhaft Wahrheit ist, oder ob es uns nur so scheint. Ist das letzte, so ist die Wahrheit, die wir hier sammeln, nach dem Tode nicht mehr – und alles Bestreben, ein Eigentum sich zu erwerben, das uns auch in das Grab folgt, ist vergeblich –

Ach, Wilhelmine, wenn die Spitze dieses Gedankens Dein Herz nicht trifft, so lächle nicht über einen andern, der sich tief in seinem heiligsten Innern davon verwundet fühlt. Mein einziges, mein höchstes Ziel ist gesunken, und ich habe nun keines mehr –

Seit diese Überzeugung, nämlich, daß hienieden keine Wahrheit zu finden ist, vor meine Seele trat, habe ich nicht wieder ein Buch angerührt. Ich bin untätig in meinem Zimmer umhergegangen, ich habe mich an das offne Fenster gesetzt, ich bin hinausgelaufen ins Freie, eine innerliche Unruhe trieb mich zuletzt in Tabagien und Kaffeehäuser, ich habe Schauspiele und Konzerte besucht, um mich zu zerstreuen, ich habe sogar, um mich zu betäuben, eine Torheit begangen, die Dir Carl lieber erzählen mag, als ich; und dennoch war der einzige Gedanke, den meine Seele in diesem äußeren Tumulte mit glühender Angst bearbeitete, immer nur dieser: dein einziges, dein höchstes Ziel ist gesunken –
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen

Offline Tia

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Re: Michael Kohlhaas von H.v. Kleist
« Antwort #9 am: 22. März 2008, 15:20 »
Was für ein Brief! Sehr interessant. Schön, dass Du ihn eingestellt hast, sandhofer.

Ich denke, allein hier ließen sich tatsächlich schon Parallelen zu "Michael Kohlhass" finden. Denn geht es in dem Werk nicht auch darum, wie verschieden Wirklichkeit wahrgenommen werden könnte (im Bezug auf die unterschiedlichen Rechtsauffassungen z.B.)? Das mag jetzt vielleicht etwas weit hergeholt sein, aber das kam mir beim Lesen eben gleich in den Sinn.

Und vielleicht doch auch noch etwas zu Locke. Es könnte schon dem Sinne der aufklärenden Philosophie bzw. dem "Naturzustand" entsprechen, dass Kohlhaas sich von dem künstlich geschaffenen Recht ungerecht behandelt sieht und abwendet, und sich eher auf sein (vermeintliches) natürliches Recht, in seinem eigenen Rechtempfinden, beruft und danach handelt. Nun weiß ich auch nichts über Lockes Einfluss auf Kleist, aber ein Zusammenhang erscheint mir zumindest durchaus denkbar.

Offline sandhofer

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Re: Michael Kohlhaas von H.v. Kleist
« Antwort #10 am: 22. März 2008, 15:50 »
Das mag jetzt vielleicht etwas weit hergeholt sein, aber das kam mir beim Lesen eben gleich in den Sinn.

Hm ... ich halte es in der Tat für allzu weit hergeholt. Kleists Kant-Krise war eine erkenntnistheoretische, metaphysische - keine naturrechtliche ...

Und vielleicht doch auch noch etwas zu Locke. Es könnte schon dem Sinne der aufklärenden Philosophie bzw. dem "Naturzustand" entsprechen, dass Kohlhaas sich von dem künstlich geschaffenen Recht ungerecht behandelt sieht und abwendet, und sich eher auf sein (vermeintliches) natürliches Recht, in seinem eigenen Rechtempfinden, beruft und danach handelt. Nun weiß ich auch nichts über Lockes Einfluss auf Kleist, aber ein Zusammenhang erscheint mir zumindest durchaus denkbar.

Da hingegen kann ich Dir zustimmen. Nach Locke sind Freiheit, Gleichheit und Unverletzlichkeit von Person und Eigentum die höchsten Rechtsgüter. Und da wird an Kohlhaas natürlich schwer gesündigt, und dies wiederum rechtfertigt und erlaubt in Lockes System, dass Kohlhaas das Recht in die eigene Hand nimmt. Allerdings stehen Kohlhaas' Taten nun wiederum in keinem Verhältnis zu dem ihm zugefügten Unrecht - er wird deswegen nach Lockes System wieder schuldig.
Wo nehme ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen? - Karl Kraus: Beim Wort genommen

Offline Jacky

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Re: Michael Kohlhaas von H.v. Kleist
« Antwort #11 am: 25. März 2008, 13:16 »
Hallöchen,
ist zwar schon langer her, dass ich die Erzählung gelesen habe...

In diesem Werk spielt sicherlich das RECHT und die politischen Umstände eine große Rolle. So stand wohl Kleist dem sächsischen König Friedrich August I. negativ gegenüber, während er den Großen Kurfürsten offensichtlich positiv gegenüber stand. So entwarf  er in Prinz Friedrich von Homburg die Gestalt des Großen Kurfürsten als Ideal eines Landherrn.

Für mich sehr interessant sind auch die ganzen Zufälle, die im Kohlhaas eine entscheidende Rolle spielen. Und noch gar nicht erwähnt wurde der Zettel der Zigeunerin. Sehr spannend. Die Geschichte mit der Zigeunerin wird als Rückblende erzählt, während ansonsten der Verlauf chronologisch erzählt wird. Mit dem Zettel bekommt Kohlhaas nochmal ein Machtmittel in die Hand und kann persönlich Rache nehmen. Sehr nett.

LG
Jacky

Offline thopas

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Re: Michael Kohlhaas von H.v. Kleist
« Antwort #12 am: 26. März 2008, 12:22 »
Hallo,

so, ich habe den Michael Kohlhaas nun auch gelesen. Zur Kant-Krise kann ich leider nicht viel sagen, denn was man so über Kleists Leben in diversen Lexika und Literaturgeschichten findet ist nicht besonders ausführlich. Es wird zwar die Kant-Krise erwähnt, aber mehr auch schon wieder nicht. Manchmal wird noch auf den Brief verwiesen, den sandhofer zitiert hat.

Das Thema der Erzählung (Novelle?) fand ich sehr interessant, da ja fast jeder mal irgendwann in eine ähnliche Situation kommt. Ich habe mich da auch schon öfter gefragt, wie extrem man gegen offensichtliches Unrecht vorgehen soll. Daß es bei Kohlhaas dermaßen umschlägt, liegt wohl auch am Tod seiner Frau; aber irgendwie kann ich ihn verstehen, daß ihn diese aufgeblasenen Adligen, die sich ständig von ihren Verwandten (welche in allen wichtigen Ämtern sitzen) decken lassen und das Unrecht vertuschen, ziemlich reizen. Das da mal einer "ausflippt" und dann über Leichen geht ist zu erwarten. Ich finde die psychologische Komponente an dieser Geschichte fast am spannendsten.

Interessant ist auch, daß es dann wieder Passagen gibt, wo die Beamten verstehen, daß Kohlhaas Unrecht getan wurde, und ihm auch helfen wollen; dann aber trotzdem wieder bürokratisch was schiefgeht, oder zu viel Zeit vergeht und dann wieder einer querschlägt bzw. der Junker wieder zu jammern anfängt, und schon vergessen sie wieder, was eigentlich zu tun wäre. Auch daß niemand die Anzeige an den Kaiser zurücknehmen will, um Kohlhaas zu retten...

Für mich sehr interessant sind auch die ganzen Zufälle, die im Kohlhaas eine entscheidende Rolle spielen. Und noch gar nicht erwähnt wurde der Zettel der Zigeunerin.

Diese Zigeunerin hat mich eher irritiert. Ich wußte nicht genau, warum sie hier auftaucht. Nur um Kohlhaas eine Möglichkeit zu geben, sich am Kurfürsten zu rächen? War der Kurfürst derjenige, der sich an den Kaiser gewandt hat bzw. ihn dann nicht gerettet hat? Manchmal bin ich mit den Personen etwas durcheinander gekommen  :redface:, es sieht so aus, als müßte ich die Geschichte gelegentlich nochmal lesen, um die Zusammenhänge genau mitzubekommen.

Auf jeden Fall war es eine sehr interessante Lektüre, die viel zum Nachdenken anregt.

Viele Grüße
thopas

Offline Evelyne Marti

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Re: Michael Kohlhaas von H.v. Kleist
« Antwort #13 am: 29. März 2008, 08:55 »
Hallo zusammen

Beim Kohlhaas gefällt mir vor allem der novellistisch perfekte Aufbau. Nicht zu Unrecht wird der Kohlhaas immer wieder als exemplarisches Beispiel einer perfekt gelungenen Novelle genannt. Die Dramenform ist perfekt durchkonjugiert, seitengenau. Aber auch inhaltlich und dingsymboltechnisch erfüllt der Kohlhaas alle Novellenfunktionen.
« Letzte Änderung: 29. März 2008, 08:57 von Evelyne Marti »

Offline Stoerte

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Re: Michael Kohlhaas von H.v. Kleist
« Antwort #14 am: 7. April 2008, 22:18 »
Vielen Dank für den Tipp! Wirklich ein tolles Buch. Wundervoll geschrieben und außerordentlich spannend.

Im Nachwort meiner Reclam-Ausgabe wird hervorgehoben, dass Koohlhassens Verfahren mit dem von der Zigeunerin überreichten Medallion seinen ungebrochenen Willen zum Recht darstellt - trotz der vorhergehenden Demutsbezeugung. Ohne die Zigeunerin wäre derartiges darzustellen schwerlich möglich gewesen.

Weiterhin wird im Nachwort vermutet, dass der Name des kaiserlichen Anklägers Franz Müller auf den mit Kleist befreundeten Rechtsphilosophen Adam Müller anspielt und eben auf den Streit von dessen Theorien mit denen von Rousseau und Hobbes.
« Letzte Änderung: 7. April 2008, 22:22 von Stoerte »