Autor Thema: Bücher hören vs. Bücher lesen  (Gelesen 8044 mal)

Offline finsbury

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1592
Re: Bücher hören vs. Bücher lesen
« Antwort #15 am: 28. Juni 2008, 03:49 »
Hallo,

leider muss ich gestehen, dass ich noch nie ein Hörbuch gehört habe, weshalb ich hier eigentlich keine Meinung dazu äußern dürfte. Dennoch, der Grund für meine bisherige Verweigerung  ist, dass ich mir einen Text ungern von anderen gestalten lasse, weder im Theater, noch im Kino oder eben als Hörbuch, weil ich meinen Kopf als eigene Bühne und Aufnahmestudio bevorzuge. Da geht es mir ähnlich wie dir,
@Evelyne, denn zumindest bilde ich mir ein, die Handelnden in meinem Kopf zu hören und zumindest in Andeutungen auch zu sehen.
Allerdings kann ich auch dich, @ Bücherochse, gut verstehen, da ich auch beruflich viel über Büchern, Handgeschriebenem und Computer sitze und mir vorstellen kann, dass es schön ist und entspannend, die Augen zu schließen und zuzuhören ... . Aber das ist eben nicht das Gleiche, als wenn die Phantasie ihr ganz eigenes Fest feiern kann. Außerdem höre ich gerne und viel klassische Musik beim Lesen und suche mir diese sehr bewusst passend zur Lektüre aus. Dann müsste ich schon mal auf diesen Genuss verzichten ... .

Ein schönes Wochenende, gleich mit welcher Darreichungsform von Literatur

wünscht

finsbury

« Letzte Änderung: 28. Juni 2008, 12:01 von finsbury »
Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene
Meer in uns. (Kafka)

Offline thopas

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 506
Re: Bücher hören vs. Bücher lesen
« Antwort #16 am: 28. Juni 2008, 11:47 »
Hallo zusammen,

ich war eigentlich immer ein überzeugter Bücher-Leser, weniger ein Bücher-Hörer. Mein Mann ist allerdings ein begeisterter Hörbuch- und Hörspiel-Hörer, deshalb befindet sich bei uns zuhause eine nicht kleine Auswahl davon (allerdings eher aus den Bereichen Krimi, Thriller, Unterhaltung, Jugendbuch). Meist komme ich in den Genuß, ein Hörbuch oder Hörspiel zu hören, wenn wir eine längere Strecke mit dem Auto unterwegs sind. Ich habe erst vor kurzem ausprobiert, ein Hörbuch nur einfach so zuhause anzuhören, denn ich hatte im Regal Der Meister des jüngsten Tages von Leo Perutz (gelesen von Peter Simonischek) entdeckt. Ich fand es eigentlich ganz angenehm, ein Buch vorgelesen zu bekommen. Gerade dann, wenn ich einen Arbeitstag vor dem Computer hinter mir habe, kann ich mich auf anspruchsvolle Lektüre nicht richtig konzentrieren. Da geht es mir wie dir, Bücherochse. Vielleicht wäre da ein Hörbuch ab und zu eine ganz gute Alternative.

Ergeht es jemandem von euch auch so oder hab ich einfach eine ausgesprochen gute Gehörimaginationsfähigkeit?

Ich muß sagen, daß meine Konzentrationsfähigkeit früher besser war. Wenn es mir mal gelingt, ein Buch konzentriert zu lesen, höre ich schon so etwas wie eine Vorlesestimme. Leider wandern meine Gedanken beim Lesen oft ab, weil ich immer schlechter die Außenwelt ausblenden kann. Da ist mir aufgefallen, daß ich mich auf ein Hörbuch besser konzentrieren kann. Da das Vorlesen einfach weitergeht, muß ich mit meinen Gedanken dabeibleiben (auf der CD dann wieder die richtige Einstiegstelle zu suchen, ist mir zu mühsam  :breitgrins:); beim Selbstlesen kann ich jederzeit unterbrechen, und leider mache ich das dann auch meistens. Wenn ich ein Hörbuch konzentriert anhören will, versuche ich allerdings auch den "Input" der Außenwelt auf ein Minimum zu beschränken; z.B. auf's Bett legen und die Augen schließen.

Ich habe auf jeden Fall vor, noch weitere Hörbücher zu hören, denn es gefällt mir ganz gut, etwas vorgelesen zu bekommen, wenn ein Sprecher gut vorlesen kann. Danach kann ich ja immer noch entscheiden, ob ich das Buch noch einmal selbst lesen will.

Viele Grüße
thopas

Offline Evelyne Marti

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 531
    • http://www.lectiona.ch
Re: Bücher hören vs. Bücher lesen
« Antwort #17 am: 28. Juni 2008, 14:58 »
Hallo zusammen

Wie beruhigend für mich, dass es euch da offenbar ähnlich ergeht, dachte schon, das sei "unnormal".  :breitgrins:

Da Hörbücher um einiges teurer sind, habe ich derzeit keine große Wahl, aber ich kann mir schon vorstellen, bei einem allfälligen Geldüberfluss, der mir hoffentlich irgendwann beschieden sein wird, die jeweilige Hörbuchfassung zusätzlich anzuschaffen, denn ich lese Bücher öfter und suche dabei immer wieder neue Perspektiven, was eine Hörbuchfassung allein schon vom Medium her mit sich brächte.
« Letzte Änderung: 28. Juni 2008, 15:00 von Evelyne Marti »

Offline Bücherochse

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 13
Re: Bücher hören vs. Bücher lesen
« Antwort #18 am: 30. Juni 2008, 09:49 »
Ja, die Preise sind echt ein wenig zu teuer, ist zwar teilweise gerechtfertigt, da es aufgenommen werden muss, aber manchmal bekommt man ein paar Schnäppchen.
Bei einigen Anbietern kann man sogar eine Hörbuch-Flatrate abschließen, Ich glaube für 2 oder 3 Hörbücher im Monat zahlt man da ca. 12€. Das wäre ja nicht schlecht.

Offline JMaria

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3858
Re: Bücher hören vs. Bücher lesen
« Antwort #19 am: 6. Juli 2008, 14:53 »
Hallo, Leute, ein bisschen kommt mir die Alternave wie ein Streit um des Kaisers Bart vor. Optimal wäre es, beim Hören das Buch zur Hand zu haben, damit man bei bestimmten Passagen die eigene Auffassung vom Sinn des Textes mit der des Sprechers vergleichen kann. Übrigens habe ich die Erfahrung gemacht, dass bei "schwierigen" Texten das verständige Vorlesen den Zugang erleichtert. Manchen gedruckten Text würde man beim Lesen vielleicht aus der Hand legen, während man beim Hören doch "reinkommt".

Mit freundlichen Grüßen

HaJo

Hallo HaJo

Diese Erfahrung habe ich bereits gemacht. Eine schöne Erklärung deinerseits, wenn du von verständigen Vorlesen schreibst.

Text mitlesen:
Meinst du, es würde mir einfallen, bei welchem Hörerlebnis ich mitgelesen habe? Ich grüble schon den ganzen Tag, macht mich ganz kirre.

und noch ein herzliches Willkommen im Klassikerforum  :winken:

Gruß
Maria
Aktuell: