Autor Thema: Juni 2008 - Karl Gutzkow: Die Ritter vom Geiste  (Gelesen 33176 mal)

Offline sandhofer

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Re: Karl Ferdinand Gutzkow: Die Ritter vom Geiste
« Antwort #15 am: 4. Juni 2008, 17:53 »
Aber soo schlecht find ich's bisher nicht: Schließlich müssen einige der hundert Personen erstmal vorgestellt, ihre Einstellungen dargelegt werden! Zwischendurch gibt es ein paar schöne geruhsame Szenen - wie  die Schilderung der Gartentafel in Tempelheide, den Abend im "Pelikan" und die Ankunft im "Heidekrug" - da erkennt man doch, dass Gutzkow Atmosphäre zu schaffen versteht.

Na ja, verzweifelt bin ich erst an dem, was jetzt folgt ...

Ich komme - mangels Zeit - auch nur langsam voran. Allerdings stört mich das weniger ... ;)
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Offline enigma

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Re: Karl Ferdinand Gutzkow: Die Ritter vom Geiste
« Antwort #16 am: 4. Juni 2008, 22:56 »
Ich komme - mangels Zeit - auch nur langsam voran. Allerdings stört mich das weniger ...

da bin ich beruhigt. Ich bin am Wochenende vor den Toren des Pelikan stehen geblieben und befürchte, im Juni nicht wesentlich voranzukommen. Reginas Tempo werde ich nie vorlegen können, als Langsamleser. Die ersten beiden Kapitel fand ich allerdings sehr nett - schöne ruhige Ausmalung der Szenerie, nach dem erfreulich kurzen, aber doch reichlich nichtssagenden und überflüssigen Vorwort. Regelrecht entsetzt war ich, als ich bei Ausrufen der Leserunde in den Links, die jemand von Euch gepostet hatte, zeitgenössische Rezensionen des Romans fand, ausdruckte uns las. Eines dieser Machwerke ist ja auch im Materialband der 2001ten Ausgabe zu finden. Ich habe wirklich nicht verstanden, was der Rezensent wollte, und konnte mich nach ein paar Seiten auch nicht mehr drauf konzentrieren. Da die Stücke seitenweise Zitate aus dem Roman enthielten, schwante mir Schlimmes. Was haben die Leute damals für Unmengen Zeit gehabt, so viel Leergut aufzuschreiben und dann auch wieder abzuschreiben (heutzutage bekäme man bei derartig langen Zitaten gleich Abmahnpost vom Hausjuristen des Rechteverwerters). Um so schöner dann die 2 ersten Kapitel.

Den Arno Schmidt Beitrag über Gutzkow hatte ich vor Jahren mal gelesen; vielleicht sollte ich ihn nochmal rauskramen. Die Geheimnisse von Paris würden mich heutzutage auch interessieren, das Buch hat einmal mein Vater besessen (und gelesen), aber ich finde es nirgends ...

Offline Giesbert Damaschke

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Re: Karl Ferdinand Gutzkow: Die Ritter vom Geiste
« Antwort #17 am: 4. Juni 2008, 23:25 »
der 2001ten Ausgabe zu finden.
:breitgrins:

Wobei mir einfällt, was für schöne, handliche und lesefreundliche Bände das sind, selbst in der Dicke. So im direkten Vergleich mit der "Zauberer"-Ausgabe.
Giesbert Damaschke, München |  http://www.damaschke.de/

Offline sandhofer

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Re: Karl Ferdinand Gutzkow: Die Ritter vom Geiste
« Antwort #18 am: 5. Juni 2008, 07:03 »
Die ersten beiden Kapitel fand ich allerdings sehr nett - schöne ruhige Ausmalung der Szenerie, nach dem erfreulich kurzen, aber doch reichlich nichtssagenden und überflüssigen Vorwort.

Die waren auch nicht übel, ja. Dann kommte eine längere Durststrecke, nachher bessert es wieder etwas. (Ich bin jetzt in Buch II, Kapitel 2.)

Interessant: Die genaue Beschreibung jeweils der Kleidung der Protagonisten. Und, bei den (jüngeren) Frauen, der Figur der Protagonistinnen  :lachen: . (Obwohl mit Dingen wie "Perlenreihe im Mund" für Zähne" auch hanebüchene Beschreibungen vorkommen ...)
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Offline BigBen

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Re: Karl Ferdinand Gutzkow: Die Ritter vom Geiste
« Antwort #19 am: 5. Juni 2008, 07:58 »
Die ersten beiden Kapitel fand ich allerdings sehr nett - schöne ruhige Ausmalung der Szenerie, nach dem erfreulich kurzen, aber doch reichlich nichtssagenden und überflüssigen Vorwort.

Die waren auch nicht übel, ja. Dann kommte eine längere Durststrecke, nachher bessert es wieder etwas.

Ich bin jetzt im Kapitel 4. Ich finde die Story um die Templer interessant. Für mich ist das keine Durststrecke. Und ich warte immer noch auf die bekritelte Leiteartikelrederei.
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Offline finsbury

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Re: Karl Ferdinand Gutzkow: Die Ritter vom Geiste
« Antwort #20 am: 5. Juni 2008, 17:17 »
Hallihallo,

bin inzwischen bis ins achte Kapitel (I,8) vorgestoßen (@Regina, großen Respekt vor deinem Lesetempo!) und keineswegs unzufrieden. Da ich auch geschichtlich ein wenig interessiert bin und in den sogenannten Stammtischkapiteln ( ich nehme an, ihr meint das Treffen zwischen Schlurk, dem Heidekrüger, der geheimnisvollen blauen Blouse und Dankmar) sehr viel Zeitgenössisches zum Tragen kommt, habe ich mich bisher nicht gelangweilt.
Nun bin ich gespannt auf den "Spion". Beim Auftauchen der "blauen Blouse" dachte ich ja gleich an den in der Kindler-Inhaltangabe avisierten geheimnisvollen verschwundenen Prinzen, mal sehen, ob es an dem ist ...

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Offline sandhofer

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Re: Karl Ferdinand Gutzkow: Die Ritter vom Geiste
« Antwort #21 am: 5. Juni 2008, 18:39 »
bin inzwischen bis ins achte Kapitel (I,8) vorgestoßen [...] und keineswegs unzufrieden. Da ich auch geschichtlich ein wenig interessiert bin und in den sogenannten Stammtischkapiteln ( ich nehme an, ihr meint das Treffen zwischen Schlurk, dem Heidekrüger, der geheimnisvollen blauen Blouse und Dankmar) sehr viel Zeitgenössisches zum Tragen kommt, habe ich mich bisher nicht gelangweilt.

Ach, wenn es wenigstens nicht so dozierend-leitartiklerisch vorgetragen würde ...

Die Templer? Ja. Aus dem Titel schliesse ich mal, dass "Ritter" in irgend einem Sinne eine Rolle spielen sollten ...  :winken:

Interessant auch das Vorwort (lese die 2001-Ausgabe). Bin gespannt wie sich der Roman des Nebeneinander statt des Nacheinander gestalten wird.

Ich vermute, Gutzkow hat es später bedauert, diesen Begriff benutzt zu haben. Die Kritik hat ihn daran ganz schön aufgehängt ...
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Offline Giesbert Damaschke

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Re: Karl Ferdinand Gutzkow: Die Ritter vom Geiste
« Antwort #22 am: 5. Juni 2008, 19:07 »
Ich vermute, Gutzkow hat es später bedauert, diesen Begriff benutzt zu haben. Die Kritik hat ihn daran ganz schön aufgehängt ...
Raabe hat das später als "Muse des Durcheinanders" veräppelt. Aber das hatten wir schon, glaub ich ;-).
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Offline Regina

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Re: Karl Ferdinand Gutzkow: Die Ritter vom Geiste
« Antwort #23 am: 5. Juni 2008, 20:45 »
Diese Woche habe ich viel Muße zur Lektüre und die nutze ich. Ab Samstag ändert sich das leider und ich werde auch langsamer werden.

Der erste Band, der die ersten drei Bücher enthält, ist geschafft. Bin nach wie vor ganz angetan. Gutzkow hält mich mit Familiengeheimnissen an der Leine, die gerade gelüftet werden sollen, aber da- ja, da kommt natürlich etwas dazwischen und ich bekomme nur wieder eine Anspielung, die meine Neugierde noch mehr reizt.

Immer weiter erhöht sich die Figurenzahl und die Verzahnung der einzelnen Parteien/Familien untereinander.
Nicht jede Figur ist gelungen, die Brüder Wildungen etwa sind doch arg artig, aber dann gibt es dazwischen immer auch die Exzentriker. Der Justizrath Schlurck hat es mir angetan, gestehe ich.
Vom Hackert erführe ich gern mehr, so unvermutet er immer auftaucht, so schnell verschwindet er auch.

Offline sandhofer

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Re: Karl Ferdinand Gutzkow: Die Ritter vom Geiste
« Antwort #24 am: 6. Juni 2008, 06:57 »
Gutzkow hält mich mit Familiengeheimnissen an der Leine, die gerade gelüftet werden sollen, aber da- ja, da kommt natürlich etwas dazwischen und ich bekomme nur wieder eine Anspielung, die meine Neugierde noch mehr reizt.

So verschieden sind die Geschmäcker: Mich nervt das eher. Da macht sich Wildungen Zwo auf die Jagd nach einer Truhe und plötzlich befindet er sich als Prinz Eugen auf einem Schloss auf der Jagd nach einem Bild, das von einer sogenannten Jugendfreundin seiner angeblichen Mutter entführt wird - - - und prompt verknallt sich Wildungen II auch noch in die gleiche Zicke wie Wildungen I. Muss ich nicht wirklich haben. Und Hackert als Springteufelchen finde ich auch nicht sooooo sexy ...

(Man merkt die Absicht und man ist verstimmt. Das gilt jedenfalls für mich ...)

Zwischendurch gibt es schöne Szenen, zugegeben.
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Offline sandhofer

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Re: Karl Ferdinand Gutzkow: Die Ritter vom Geiste
« Antwort #25 am: 6. Juni 2008, 18:10 »
Ich hatte heute ein wenig Zeit, darüber nachzudenken.

Was mich wohl stört: Gutzkow kann sich nicht entscheiden, was er nun abliefern will: einen Schauerroman oder einen harten sozialkritischen Roman - Wilkie Collins oder Émile Zola. Er hat das, wenn ich mich nicht irre, später auch selber eingesehen ...
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Offline finsbury

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Re: Karl Ferdinand Gutzkow: Die Ritter vom Geiste
« Antwort #26 am: 8. Juni 2008, 03:44 »
Hallo,

leider bin ich  momentan  mit saisonalen Arbeitsgebirgen der augenstrapazierenden Art befasst, so dass ich mich bis Mitte nächster Woche nur randständig mit den "Rittern" befassen kann.

Zitat von: sandhofer
Was mich wohl stört: Gutzkow kann sich nicht entscheiden, was er nun abliefern will: einen Schauerroman oder einen harten sozialkritischen Roman - Wilkie Collins oder Émile Zola.

Das würde ich durchaus unterschreiben. Mich stört das aber nicht besonders, bin auch kein Vertreter der "reinen Lehre" :breitgrins:.
Auch Balzac und Hugo haben solche Kolportageelemente und viele andere Autoren ebenfalls. Nun will ich Gutzkow nicht  an die Seite besonders des Erstgenannten stellen, warte aber doch gerne ab, wie sich alles entwickelt und fühle mich dabei durchaus unterhalten (wenn ich denn die Zeit dafür hätte ... :sauer:)

Schönen Sonntag

HG
finsbury
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Offline sandhofer

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Re: Karl Ferdinand Gutzkow: Die Ritter vom Geiste
« Antwort #27 am: 8. Juni 2008, 11:41 »
Es gibt ja durchaus "schöne" Teile. Zum Beispiel, wie zu Beginn des dritten Buches Pauline von Harder eingeführt wird. Für so was, inklusive Personenbeschreibung und Beschreibung von Kleidungsstücken, hatte Gutzkow ein Händchen. Die Charaktere aber sind entweder schwammig oder penetrant gut.

Mindestens wurde bis jetzt nicht mehr geleitartikelt ...  :eis:
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Offline enigma

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Re: Karl Ferdinand Gutzkow: Die Ritter vom Geiste
« Antwort #28 am: 8. Juni 2008, 23:42 »
Ich lese die Ausgabe aus der Reihe Haidnische Alterthümer (3 Bände plus Kommentarband). Der Kommentar ist recht umfangreich. Aber mancher Kommentar erscheint mir etwas überflüssig. Da war der Kommentator wohl zu fleißig.

Im I.4-ten Kapitel, an dessen Ende ich heute erst angelangt bin, heißt es auf Seite 100, es seien 13,5 Meilen vom "Pelikan" bis nach Plessen, und der Wirt rechnet vor, dass Dankmar, wenn er jetzt (21:30) mit dem Einspänner losführe, morgen Abend dort ankäme.

Frage: wie lang ist eine Meile? Im Kommentarband vermisse ich eine Eintrag hierzu :-)

Bisher war es doch recht kurzweilig, auch wenn Dankmars Bericht über die Entdeckung des Wandschranks etwas lang ausfiel.- Ich werde im Juni mein Lesetempo nur unwesentlich erhöhen können.

Offline sandhofer

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Re: Karl Ferdinand Gutzkow: Die Ritter vom Geiste
« Antwort #29 am: 9. Juni 2008, 07:05 »
Frage: wie lang ist eine Meile? Im Kommentarband vermisse ich eine Eintrag hierzu :-)

Wir sind, wenn ich das richtig sehe, in Preussen - also 10'000 Schritte  :breitgrins:  . (7'532,48 m ...)  :winken:

Ich bin fast am Ende des dritten Buchs (und damit des ersten Bands in meiner Ausgabe). Die Ereignisse verwickeln sich mehr und mehr ...
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