Hallo zusammen,
habe nun endlich das erste Buch abgeschlossen und kann ein erstes Zwischenstatement geben:
Gutzkow ist kein Dichter, kein Sprachkünstler auf leichten Flügeln:
Er hat nicht das Talent, mit wenigen Pinselstrichen einen Charakter zu skizzieren, von dem jeder weiß, wen er vor sich hat.
Unser Autor ist gravitätisch, Schritt für Schritt malt er jedes Detail aus und entmündigt dabei oft den Leser, der auch ohne seine Kommentare verstanden hätte, um wen es geht. Das nervt auch mich häufig und langweilt.
Aber er kann beschreiben: Wenn auch nicht mit leichter Hand, so doch autentisch, wie mir scheint, ersteht die Zeit vor uns.
Man muss zu den Personen Stellung beziehen, und bisher sind sie mir eigentlich alle ziemlich unsympathisch, aber man erkennt sich und seine Zeitgenossen wieder

und das wiederum zeigt, dass der Autor durchaus über sich und seine Zeit hinausweist, wenn auch nicht durch literarisches Können!
Melanie ist zunächst ein rechter "Kotzbrocken", dazu trägt sie ja auch den rechten Namen und auch die ganze Blase, die auf Schloss Hohenberg die zurückgelassenene Güter verzehrt, ist entsprechend beschrieben, wäre aber einem, wie oben erwähnt, auch mit weniger Worten lächerlich vorgekommen.
HG
finsbury