Hallo, thopas,
vielen Dank für die Materialsammlung.
Zum Thema "Dekadenzliteratur" habe ich eine Ergänzung. Mario Praz, ein italienischer Anglist, hat in den 30er Jahren ein interessantes Buch mit dem Titel "Liebe, Tod und Teufel - Die schwarze Romantik" geschrieben. Darin stellt er die These auf, dass die Dekadenzliteratur der Höhepunkt einer Entwicklung war, die mit Miltons "Lost Paradise" (und dessen "Sympathy for the Devil") begann und über Autoren wie de Sade, die Spätromantiker (Lord Byron, E. A. Poe, E.T.A. Hoffmann) und Baudelaire zu den eigentlichen Décadents des Fin de siècle (J.K. Huysmans, O. Wilde, T. Mann) führte. Gemeinsame Klammer all dieser so unterschiedlichen Autoren sei die Beschäftigung mit den morbiden und z.T. lasterhaften Nachtseiten der menschlichen Seele. Auch Todessehnsucht und der Tod selbst (der als Versuchung in unterschiedlicher Gestalt daherkommt) sind Praz zufolge wichtige Dekadenz-Motive.
Abgesehen davon, dass ich den geistigen Volten des Herrn Praz nicht immer zu folgen vermochte, finde ich seine These interessant genug, um sie hier kurz zu erwähnen.
Viele Grüße und einen schönen Sonntag!
Sir Thomas