Stets an den Tod zu denken, würde mich überfordern, da ich schon beruflich häufig damit konfrontiert bin, aber mir hilft es oftmals, zwischendurch zurückzutreten von all den unwichtigen Dingen, mit denen man sich das Leben schwer machen kann, und ganz bewußt an den Tod zu denken.
Damit begonnen habe ich, als meine Großeltern verstorben sind, die mir ein Haus und ein sehr großes Grundstück hinterlassen haben. Ich weiß, wie viel Arbeit und Mühsal darin steckt, weil ich hier aufgewachsen bin, und mein Mann nimmt die Pflege und Erhaltung so ernst, dass er damit nicht nur sich selber, sondern auch mir oft auf die Nerven geht.
Dann ist es Zeit, mein "memento mori" zu sprechen, und eigenartigerweise hört er in dem Fall als völlig unphilosophischer Mensch auf mich und läßt sich etwas einbremsen.
Tatsächlich habe ich das Gefühl, durch diese Gedanken an den Tod intensiver zu leben, tiefer empfinden zu können. Die Distanz, die ich damit schaffe, bringt mir das Leben näher.
Liebe Grüße,
Madeleine