Guten Abend allseits!
Ja, Du hast recht ink-heart, auch für meine Begriffe ein genial konstruierter Text.
Mir haben die beiden letzten Kapitel besonders gut gefallen, trotz des traurigen Endes, da Mahlke ja nicht mehr auftauchen wollte. Die Szene, in der Mahlke dem Oberstudienrat Klohse auflauert und ihn ohrfeigt, finde ich besonders gelungen. Ob der Humor nun beabsichtigt war oder nicht, ich habe mich jedenfalls köstlich amüsiert.
Die Verbindung zwischen Adamsapfel und Ritterkreuz sehe ich vielmehr darin, dass Grass dieses Ding, das er nur ganz zum Schluss beim Namen nennt, damit der Lächerlichkeit preisgeben will bzw. herabwürdigt, indem er den Orden mit einem überdimensionalen Adamsapfel eines pubertierenden Jugendlichen gleich stellt, der sich dessen schämt und ihn als Krankheit sieht. Und doch sehnt er sich nach dieser Auszeichnung, die er erst sogar stiehlt und dann im Krieg erwirbt, als sei sie ein Bestandteil seiner Persönlichkeit, wie der Adamsapfel ein Teil seines Körpers ist. Etwas, wofür man sich einerseits schämt und andererseits unbedingt haben will.
Diese Interpretation ist mir zum Schluss eingefallen. Ob ich damit richtig liege, läßt sich wahrscheinlich, wie so oft in der Literatur, nicht exakt feststellen.
Die sprachlichen Feinheiten hingegen beeindrucken mich nach wie vor und machten die Lektüre zum Genuss.
Liebe Grüße
Madeleine